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Mehrwertsteuer zurück bei PV-Anlagen in 2022?

Nach dem Kauf einer PV-Anlage kannst du dir unter bestimmten Bedingungen die darauf gezahlte Mehrwertsteuer vom Finanzamt rückerstatten lassen. Was du dafür wissen musst und wie du mit einer Photovoltaik-Anlage noch mehr Mehrwertsteuer sparen kannst, zeigen wir dir in diesem Beitrag.


| Andreas Kühl | 9 Min. Lesezeit

Über uns Autor:innen

Gibt es PV-Anlagen ohne Mehrwertsteuer?

Beim Kauf einer Photovoltaik-Anlage wird – so wie auf den Großteil aller anderen Waren, die du kaufst – immer Mehrwertsteuer (derzeit 19 %) fällig.

Allerdings kannst du dir die Mehrwertsteuer für die PV-Anlage selbst sowie für ihre Betriebskosten (Wartung, Reparaturen, Versicherungen, Kosten des Steuerberaters etc.) zurückerstatten lassen. Im Gegenzug musst du dafür pro Jahr einige Umsatzsteuer-Voranmeldungen sowie eine Umsatzsteuer-Erklärung beim Finanzamt einreichen.

Kundin plant Solaranlage am Laptop – PV-Anlage Umsatzsteuer zurückerstatten?

Mehrwertsteuer-Rückerstattung auch für den Speicher?

Wenn du dir auch die Mehrwertsteuer auf einen Stromspeicher rückerstatten lassen möchtest, solltest du diesen gleichzeitig mit der Solaranlage kaufen. Denn nur bei einer zeitgleichen Installation von Photovoltaikanlage und Batteriespeicher betrachtet das Finanzamt umsatzsteuerrechtlich beides als ein System – vorausgesetzt, du speist Strom ins Netz ein.

Bei einer Nachrüstung eines Speichers beurteilen die Finanzämter diesen in der Regel als eine unabhängige Anlage, die nur dem Eigenverbrauch dient. Daher kann das Finanzamt den Batteriespeicher nicht der gewerblichen Tätigkeit zuordnen.

Rückerstattung der Mehrwersteuer bei PV-Anlagen – nur per Regelbesteuerung

Als Privatperson machst du dir im Alltag wahrscheinlich keine Gedanken über die Mehrwertsteuer auf gekaufte Waren, denn sie ist im Kaufpreis bereits enthalten und du kannst sie nicht zurückbekommen. Beim Kauf einer Photovoltaik-Anlage sieht die Lage jedoch anders aus!

Sobald du als Betreiber:in einer Solaranlage einen Teil des Stroms an den Netzbetreiber verkaufst, erwirtschaftest du durch die Einspeisevergütung Einnahmen. Für das Finanzamt handelst du ab diesem Moment mit „Gewinnerzielungsabsicht“, nimmst dadurch eine gewerbliche Tätigkeit auf, und bist steuerrechtlich verpflichtet, dies dem Finanzamt mitzuteilen.

zolar Installateure mit Solarmodul beim Kunden – Mehrwertsteuer bei Solaranlagen

Denn sofern du nicht die Kleinunternehmerregelung wählst, erhältst du von deinem örtlichen Grundversorger (beispielsweise den Stadtwerken) eine Einspeisevergütung inklusive 19 % Umsatzsteuer on top. Diese Umsatzsteuer gehört aber gemäß Steuerrecht nicht dir, sondern dem Staat, vertreten durch das Finanzamt.

Um es in Analogie zum Brutto-Netto-Prinzip zu erklären: du erhältst vom Grundversorger die Einspeisevergütung sozusagen als brutto, davon behalten darfst du aber nur das netto. Die Differenz fließt in Form der Umsatzsteuer an dein örtliches Finanzamt.

(Übrigens gilt nicht nur die Einspeisevergütung als Einnahme, sondern merkwürdigerweise auch der Eigenverbrauch von Solarstrom. Grund dafür ist, dass du als Unternehmer:in durch deine PV-Anlage Strom erzeugst und diesen dann als Privatperson in deinem Haushalt verbrauchst. Die 19 Prozent Umsatzsteuer werden beim Eigenverbrauch auf den Betrag pro Kilowattstunde berechnet, den du bei Einkauf des Stroms von deinem öffentlichen Grundversorger gezahlt hättest.)

Dorthin fließt sie aber nicht von allein, denn das Finanzamt kann ja nicht wissen, wie viel Einspeisevergütung und Umsatzsteuer du monatlich einnimmst. Deshalb musst du das melden, und zwar in Form einer Umsatzsteuer-Voranmeldung. Doch keine Bange:

  • Das geht online und mit mittlerweile Dutzenden Apps und Programmen, darunter dem Steuerprogramm der Finanzverwaltung, ELSTER.
  • Anfangs musst du diese monatlich und bis zum 10. des jeweiligen (oder mit einer „Dauerfristverlängerung“ bis zum 10. des darauffolgenden) Monats einreichen.

Inhaltlich enthält die Umsatzsteuer-Voranmeldung im Grunde nichts weiter als eine Gegenüberstellung der Umsatzsteuer, die du in einem Monat eingenommen hast und der Mehrwertsteuer, die du in demselben Monat auf Ausgaben bezahlt hast, die dem Betrieb deiner PV-Anlage dienen. Da wären zum Beispiel Kosten für:

  • Wartung
  • Reparaturen
  • Versicherungen
  • den Steuerberater, der deine Umsatzsteuer-Voranmeldung für dich anfertigt
  • und eben der begehrteste und größte Posten: die Mehrwertsteuer auf den Kauf der Anlage selbst.

Am Ende der Umsatzsteuer-Voranmeldung wird die Mehrwertsteuer auf deine Einnahmen („Umsatzsteuer“) von der auf deine Ausgaben („Vorsteuer“) abgezogen:

  1. Wenn du mehr Umsatzsteuer eingenommen als Vorsteuer ausgegeben hast, zahlst du diese Differenz in Form einer Umsatzsteuer-Nachzahlung an das Finanzamt.
  2. Wenn du allerdings mehr Vorsteuer ausgegeben als Umsatzsteuer eingenommen hast, erhältst du vom Finanzamt die Differenz zurückerstattet.

Übrigens:

  • Nach den ersten zwei Jahren beurteilt das Finanzamt, ob die Umsatzsteuer-Voranmeldung weiterhin monatlich abzugeben ist. Bei Betrieb einer PV-Anlage kann die Voranmeldung in der Regel entfallen, sodass du nur noch die jährliche Umsatzsteuererklärung abgeben musst.
  • An eine Entscheidung für die Regelbesteuerung bist du mindestens fünf Jahre gebunden, danach kannst du durch einen Wechsel zur Kleinunternehmerregelung möglicherweise Verwaltungsaufwand und Steuern sparen. Konsultiere dazu – insbesondere zum Zeitpunkt des Wechsels und einer eventuell daraus folgenden Vorsteuerberichtigung – bitte deinen Steuerberater, denn wir sind Solar- und nicht Steuerexperten.

Umsatzsteuer-Voranmeldung – zwei Rechenbeispiele

Schauen wir uns ein völlig fiktives Beispiel aus dem Monat des Kaufs einer 8 kWp PV-Anlage mit Speicher an. In diesem Monat steht die Anlage ja in der Regel nicht gleich auf dem Dach und erwirtschaftet daher auch noch keine Einspeisevergütung. Kosten sind allerdings schon angefallen:

VerwendungszweckEinnahmen (+) / Ausgaben (-)Darin enthaltene Umsatzsteuer (+) / Vorsteuer (-)
Kauf einer PV-Anlage mit Speicher- 17.242 Euro- 3.757,85 Euro
Anfertigung Umsatzsteuer-Voranmeldung durch Steuerberater- 43,79 Euro- 6,99 Euro
Umsatzsteuererstattung- 3.764,84 Euro

In diesem Fall hätte die Betreiber:in der Anlage im Rahmen der Ausgaben 3.764,84 Euro Vorsteuer zu viel entrichtet und würde diesen Betrag vom Finanzamt zurückerstattet bekommen.

Und nun ein fiktives Beispiel ca. ein Jahr später: mit PV-Anlage, die Strom ins Netz einspeist und eine Einspeisevergütung erzielt:

VerwendungszweckEinnahmen (+) / Ausgaben (-)Darin enthaltene Umsatzsteuer (+) / Vorsteuer (-)
Einspeisevergütung+ 40,46 Euro pro Monat+ 6,46 Euro
Eigenverbrauch+ 96,30 Euro+ 15,38 Euro
Anfertigung Umsatzsteuer-Voranmeldung durch Steuerberater- 43,79 €€- 6,99 €
Umsatzsteuernachzahlung+ 14,85 Euro

In diesem Fall hätte die Betreiber:in der Anlage über Einnahmen und Ausgaben hinweg 14,85 Euro Umsatzsteuer zu wenig entrichtet und müsste diesen Betrag mitsamt der Voranmeldung bis zum 10. des Folgemonats an das Finanzamt nachzahlen.

Geht das auch ohne den Papierkram? Die Kleinunternehmerregelung

Dir ist eine eventuelle Mehrwertsteuer-Erstattung nicht so wichtig oder das Anfertigen einer Umsatzsteuer-Voranmeldung zu aufwändig? Dann kannst du bei Anmeldung deiner gewerblichen Tätigkeit gegenüber dem Finanzamt unter Umständen die sogenannte Kleinunternehmerregelung wählen.

  • Als Kleinunternehmer erhältst du von deinem Grundversorger auf deine Einspeisevergütung keine Umsatzsteuer on top.
  • Daher musst du auch keine Umsatzsteuer-Voranmeldung bzw. -Jahreserklärung abgeben.
  • Andererseits entfällt so natürlich auch die Möglichkeit, dir die Mehrwertsteuer der PV-Anlage zurückerstatten zu lassen.

Die Kleinunternehmerregelung kannst du nur wählen, wenn der voraussichtliche Umsatz deiner PV-Anlage im ersten Betriebsjahr 22.000 Euro und im folgenden Jahr Jahr 50.000 Euro nicht übersteigen wird. Bei heimischen PV-Anlagen wird das nicht passieren, denn dafür müsste die Anlage bei einer Einspeisevergütung von derzeit 8,2 Cent pro kWh mehr als 360.000 kWh im Jahr erzeugen und komplett ins Netz einspeisen.

Aber: wenn du selbstständig oder freiberuflich tätig bist, wird der Umsatz daraus mit dem der PV-Anlage addiert und es kann passieren, dass du die Kleinunternehmerregelung nicht wählen kannst, sondern regelbesteuert wirst.

Auch hier empfehlen wir eine Nachfrage beim Steuerberater!

Gewerbliche Tätigkeit dem Finanzamt mitteilen: die Formulare

Noch mehr Papierkram? Keine Angst und nur der Vollständigkeit halber, weil wir oben noch nicht erwähnt hatten, was passiert, wenn du dem Finanzamt den Kauf einer PV-Anlage mitgeteilt hast:

Dir wird dann ein Fragebogen zugesendet, der der steuerlichen Erfassung für die Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit dient und dir unter anderem die Frage nach der Art der Besteuerung (Kleinunternehmerregelung versus Regelbesteuerung) stellt. Du findest den Fragebogen jederzeit unter den Formularen der Bundesfinanzverwaltung und dort unter „Steuerformulare“ und „Fragebögen zur steuerlichen Erfassung“.

Als Betreiber:in einer PV-Anlage wirst du darüber hinaus aufgefordert, das „Zusatzblatt Photovoltaik“ auszufüllen. Dort ist unter anderem anzugeben:

  • wer Betreiber:in der Anlage ist,
  • wo die Anlage steht,
  • zu welchem Zeitpunkt sie in Betrieb genommen wurde,
  • und ob der erzeugte Strom vollständig eingespeist oder teilweise für eigene Zwecke verbraucht werden soll.

Das Finanzamt verlangt zu diesen Angaben darüber hinaus eine Kopie der Rechnung für die Solaranlage, einen Zahlungsnachweis oder einen Nachweis für die Finanzierung und die Kopie eines Einspeise- oder Netzanschlussvertrags. Unsere Kundenberater:innen helfen dir im Lauf deines Solarprojekts gern bei der Beschaffung aller Unterlagen!

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Fazit

  • Finanzämter betrachten den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage in der Regel als gewerbliche Tätigkeit, da du mit dem Verkauf deines selbst erzeugten Stroms – also durch Einspeisung in das Stromnetz – Erlöse erzielst.
  • Bei der umsatzsteuerrechtlichen Behandlung dieser gewerblichen Tätigkeit kannst du als Betreiber:in einer Solaranlage für den Hausgebrauch in der Regel zwischen der Besteuerung als Kleinunternehmer und der Regelbesteuerung wählen. (Getrennt davon erklären wir dir mehr zu Photovoltaik-Anlagen und Einkommenssteuer.)
  • Als regelbesteuerte Betreiber:in hast du administrativen Mehraufwand, denn du musst Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung beim Finanzamt einreichen – oder einen Steuerberater damit beauftragen.
  • Auf der anderen Seite erhältst du die auf deine Photovoltaik-Anlage gezahlte Mehrwertsteuer in Höhe von 19 % vom Finanzamt zurück. Ebenso die Mehrwertsteuer auf Betriebskosten der Anlage, wie zum Beispiel Wartung, Reparaturen, Versicherungen, Kosten des Steuerberaters und so weiter.
  • Wählst du die umsatzsteuerliche Behandlung als Kleinunternehmer entfällt der administrative Mehraufwand, dafür bekommst du die Mehrwertsteuer auf Solaranlage und Betriebskosten auch nicht zurück.