#StandwithUkraine — Unser Beitrag für eine lebenswerte Erde für alle Menschen.

Funktionsweise der EEG Einspeisevergütung

Bereits seit dem Jahr 2000 stellt die direkte Solarförderung eine Haupteinnahmequelle der Photovoltaik dar. Der deutsche Gesetzgeber verabschiedete damals das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit dem Ziel, die nachhaltige Entwicklung der Stromversorgung sowie die Neu- und Weiterentwicklung von Stromerzeugungstechnologien aus erneuerbaren Energien zu fördern und mit Hilfe der Photovoltaik volkswirtschaftliche Kosten durch Energieimporte zu senken. Durch eine feste Einspeisevergütung und die garantierte Abnahme des Stroms sollte der Markteintritt dieser noch jungen Technologie unterstützt und letztendlich der Klimaschutz vorangetrieben werden.


| Tanita Belke | 5 Min. Lesezeit

Über uns Autor:innen

Was bedeutet die EEG-Vergütung für Besitzer privater PV-Anlagen?

Eigenheimbesitzer, die eine eigene Photovoltaikanlage betreiben, profitieren von diesem Gesetz, da sie für jede erzeugte Kilowattstunde Strom, die sie ins Netz einspeisen, einen festgelegten Vergütungssatz erhalten. Dieser gilt für einen Zeitraum von 20 Jahren ab Inbetriebnahme der PV-Anlage und bleibt über diesen gesamten Zeitraum unverändert.

Zum 01. April 2022 liegt die Einspeisevergütung bei maximal 6,53 Cent pro kWh bei Anlagen bis 10 kWp. Allerdings wird die Höhe der Solarstromförderung monatlich angepasst. Um nicht von weiteren Kürzungen der EEG-Vergütung betroffen zu sein, lohnt es sich, schnell zu handeln. Nur so kannst du dir den bestmöglichen Tarif für die nächsten 20 Jahre sichern.

Auch wenn der Eigenverbrauch des Solarstroms inzwischen wichtiger als die Einspeisung ins Netz ist, spielt die Einspeisevergütung nach wie vor eine Rolle für dich als Anlagenbetreiber. Denn solange du nicht den kompletten Solarstrom selbst verbrauchen kannst, wirst du den Rest in das öffentliche Netz einspeisen wollen.

Rentieren sich Solaranlagen trotz sinkender Vergütungssätze (Degression) heute noch?

Betrachtet man die Vergütungssätze der letzten Jahre, ist festzustellen, dass die Einspeisevergütung mit der Zeit gesunken ist. Diese Kürzungen lassen sich hauptsächlich damit erklären, dass die Förderung eingeführt wurde, um der Solartechnologie den Eintritt in den Markt zu erleichtern. Da Solaranlagen zunehmend günstiger verkauft werden können und sich großflächiger verbreiten, sinken auch die Fördermittel wieder. Nichtsdestotrotz ist die Anschaffung einer Solaranlage nach wie vor wirtschaftlich rentabel und wird es auch in den nächsten Jahren bleiben, denn der Rückgang an Fördermitteln bedeutet keinen ultimativen Kostennachteil.

Kundin plant Solaranlage am Laptop mit fester Einspeisevergütung

Eigenverbrauch statt Einspeisevergütung

Bedingt durch die sinkende Einspeisevergütung wird die Nutzung des erzeugten Solarstroms für den Eigenverbrauch immer interessanter. Obwohl man hierunter keine Förderung im eigentlichen Sinne versteht, kann der Eigenverbrauch erhebliche Kostenvorteile bergen. Sobald die Strompreise höher sind als die erhaltene Einspeisevergütung bringt es wirtschaftliche Vorteile, den produzierten Strom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn einzuspeisen.

Die Erzeugung des Solarstroms kostet, umgerechnet auf die Kilowattsunde, circa 8 bis 11 Cent. Der Bezug von Strom aus dem Netz kostet hingegen circa 36 Cent (Stand: März 2022). Daher ist es schon seit Längerem lukrativer, den Solarstrom selbst zu verbrauchen als ihn einzuspeisen und dafür weniger als 7 Cent pro kWh zu erhalten. Die Strompreise werden voraussichtlich noch weiter steigen. Der Eigenverbrauch von Solarstrom wird also noch wirtschaftlicher werden.

Zum Verständnis ein kleines Rechenbeispiel:

Nehmen wir eine Solaranlage bis 10 kWp, die auf einem Wohngebäude installiert wurde. Sie erzeugt im Jahr rund 8.590 kWh Strom.

  1. Betreiber A nimmt die PV-Anlage zum 01. April 2021 in Betrieb. Er speist den erzeugten Strom vollständig in das Netz ein. Für die nächsten 20 Jahre erhält er einen EEG-Vergütungssatz von 6,53 ct/kWh. Das heißt, er erhält vom Netzbetreiber jährlich 561 Euro für den eingespeisten Strom.
  2. Betreiber B hat seine Anlage zum gleichen Zeitpunkt in Betrieb genommen. Dieser nutzt 35 Prozent des Solarstroms im eigenen Haushalt. Für den selbst erzeugten Strom spart er 28 ct/kWh im Vergleich zum Bezug aus dem Netz. Damit spart er im Jahr rund 842 Euro Stromkosten. Für den Rest des Stroms, den er in das Netz einspeist, bekommt er 464 Euro vom Netzbetreiber.

Das Beispiel zeigt, der Eigenverbrauch des Stroms aus der PV-Anlage lohnt sich mehr als in vollständig ins Netz einzuspeisen. Die Einspeisevergütung ist aber nach wie vor wichtig, um überschüssigen Strom trotzdem vergütet zu bekommen und ihn nicht verschenken zu müssen.

zolar Solarmodule auf Hausdach - garantierte Einspeisevergütung nach EEG

Lohnt sich Photovoltaik noch?

Besonders in Anbetracht der relativ geringen Einspeisevergütung und den immer weiter steigenden Stromkosten lohnt sich die Anschaffung einer Solaranlage in Kombination mit einem Stromspeicher. Dieser ermöglicht es, die Nutzung des produzierten Solarstroms über den Tag zu verteilen und hilft somit, den Eigenverbrauch zu optimieren. So werden effektiv die Stromkosten gesenkt. Der dann noch zusätzlich produzierte Strom kann außerdem in das Netz eingespeist und vergütet werden.

Besonders die Verbindung aus Stromkostenersparnis und Einspeisevergütung ist also lohnenswert für Solaranlagenbetreiber. Die Volleinspeisung bei Privathaushalten hingegen erwirtschaftet nur noch selten eine nennenswerte Rendite. Die Installation eines Batteriespeichers ist besonders interessant, wenn es in deiner Region spezielle Fördermittel für Solarstromspeicher gibt. Lass auch du dir dein individuelles Angebot erstellen, um von den vielfältigen Vorteilen der eigenen Photovoltaikanlage zu profitieren!

Verfügbarkeit prüfen