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Gibt es den perfekten Photovoltaik-Neigungswinkel? Wir haben die Antwort!

Der Neigungswinkel einer Photovoltaikanlage ist einer der wichtigsten Faktoren für ihren Ertrag. Er bestimmt, in welchem Winkel die Sonnenstrahlen auf die Solarmodule treffen. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Bedeutung der Neigungswinkel für die Photovoltaikanlage hat und klären, ob es den perfekten Neigungswinkel gibt.


| Tanita Belke | 6 Min. Lesezeit

Über uns Autor:innen

Was bedeutet der Neigungswinkel für die Photovoltaikanlage?

Neigungswinkel, Ausrichtung und Standort sind die entscheidenden Faktoren für die Planung einer Photovoltaikanlage auf deinem Dach. Sie bestimmen, zu welchen Zeiten und in welchem Winkel die Sonne optimal auf die Module trifft. Je nach Winkel, Ausrichtung und Standort fällt der Ertrag deiner Solaranlage, sprich die erzeugte Menge Strom, geringer oder höher aus. Treffen die Sonnenstrahlen in einem rechten Winkel (90 Grad) auf die Module, erzeugt die Photovoltaikanlage am meisten Strom.

Allerdings ändert sich der Stand der Sonne bekanntermaßen im Jahresverlauf und damit auch der Winkel, in dem sie auf die PV-Module scheint. Im Winter steht die Sonne tiefer und der Winkel ist eher flach. Anders im Sommer – jetzt steht die Sonne hoch.

zolar Illustrationen Sonneneinstrahlung Sommer und Winter - PV-Neigungswinkel

Der Winkel zur Sonne ist außerdem abhängig vom Breitengrad, auf dem sich die Photovoltaikanlage befindet. Im Norden Deutschlands treffen die Sonnenstrahlen in einem flacheren Winker auf die Module als dies im Süden der Fall ist. Daher liefern im Norden geringfügig steilere Dächer (größere Winkel) einen höheren Ertrag, während im Süden eher flachere Dächer (kleinere Winkel) den Ertrag erhöhen.

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In Deutschland ist ein Winkel zwischen 30 und 40 Grad für ein Süddach optimal und deckt die Stromerzeugung über den Jahresverlauf der Sonne gut ab. Eine Abweichung um 10 Grad mehr oder weniger Neigung sorgt nur für geringe Einbußen beim Ertrag.

Die untenstehende Tabelle zeigt, je weiter das Dach von einer südlichen Ausrichtung abweicht, desto geringer ist der mögliche Ertrag – erkennbar an der roten Farbe. Das Dach sollte dann für einen optimalen Ertrag möglichst flach sein – erkennbar an der grünen Farbe.

Grafik PV-Ertrag und Dachneigung - Winkel der Solaranlage berechnen mit zolar

Was ist der Neigungswinkel und wie kannst du die Dachneigung berechnen?

Dächer haben in der Regel eine Neigung zwischen 0 Grad (Flachdach) und 80 Grad (Steildach). Auch eine senkrechte Montage der PV-Module ist denkbar, z.B. als Balkonverkleidung oder Gartenzaun.

Wenn du nicht weißt, welche Neigung dein Dach hat, hast du mehrere Möglichkeiten sie zu ermitteln.

  1. Falls du Zugriff auf die Baupläne hast, findest du die Dachneigung in den Plänen.
  2. Oder du misst im Dachgeschoss oder außen (auf die Sicherung achten!) nach. Kennst du ein rechtwinkliges Dreieck? Das beschreibt dein Dach am besten. Geh auf deinen Dachboden und stell dich in die Mitte des Hauses. Dort misst du eine waagerechte Strecke (A), die von der Dachneigung nach innen (oder außen) reicht und im rechten Winkel wieder zum Dach (B). Dann hast du zwei Längen. Mit der Hilfe des “Satz des Pythagoras” und den Winkelsätzen kannst du dann den Winkel ausrechnen. Alternativ stehen dir diverse Online-Rechner zur Verfügung.
  3. Einfacher geht es mit einer passenden App auf dem Smartphone.
Illustration PV-Neigungswinkel  - perfekter Winkel für Photovoltaik mit zolar

Ist deine Dachneigung für eine Photovoltaikanlage geeignet?

Lebst du in einem Haus und möchtest die Photovoltaikanlage auf deinem Dach nachrüsten? Dann ist die Dachneigung schon vorgegeben. Normalerweise ist es nicht notwendig, den Winkel eines Schrägdaches für die Photovoltaikanlage anzupassen. Der Aufwand für die Montage einer zusätzlichen Aufständerung ist sehr hoch und lohnt sich in der Regel nicht. Lediglich bei Flachdächern wird eine spezielle Unterkonstruktion für einen optimalen Winkel nötig.

Bei der Planung eines Neubaus kann die Dachneigung für den Einsatz der Photovoltaikanlage angepasst und optimiert werden. Die genaue Gestaltung, Firstrichtung und Neigung des Daches wird durch die Festlegungen im örtlichen Bebauungsplan geregelt. Hier kannst du dir verschiedene Möglichkeiten von unseren Experten anbieten lassen.

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Ausrichtung der PV-Module auf einem Flachdach

Einer der wenigen Fällen, in denen der Neigungswinkel frei eingestellt werden kann, ist das Flachdach. Dort montieren Solarteure zunächst eine Unterkonstruktion für die Module. Diese bestimmt dann auch den Neigungswinkel der Module zur Sonne. Auf einem Flachdach können die Module auch frei in die gewünschte(n) Himmelsrichtung(en) ausgerichtet werden. Da bei Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms eine über den Tag gleichmäßig verteilte Stromerzeugung sinnvoll ist, werden sie in Ost- bzw. West-Richtung mit einer Neigung von 10 Grad, in Südaufständerung von 15 Grad montiert.

Jetzt fragst du dich vielleicht, warum Module nicht in einem größeren Winkel als 10 oder 15 Grad aufgeständert werden, wenn man schon die Freiheit hat. Es stimmt, dass ein höherer Winkel, wie er bei vielen Steildächern von Haus aus vorgegeben wird, ideal wäre. Kommen jedoch Aufständerungen zum Einsatz, müssen neben dem Neigungswinkel insbesondere auch Faktoren wie die Windlast bedacht und eventuelle Verschattungen der Module berücksichtigt werden.

Weitere Faktoren für den perfekten Neigungswinkel

Der Ertrag der Photovoltaikanlage ist der wichtigste Faktor für die Bestimmung eines perfekten Neigungswinkels. Schließlich hat die Solaranlage die Aufgabe, möglichst viel Strom zu produzieren. Damit sie dauerhaft den gewünschten Ertrag liefern kann, ist es aber auch notwendig, dass sie nicht verschmutzt und im Winter frei von Schnee ist.

Als Faustregel gilt: Je höher der Neigungswinkel, desto stärker die Reinigungskraft von Regen und Schnee. In diesem Fall reicht der Niederschlag aus, um Staub und Schmutz von den Modulen abzuspülen und sie sauber zu halten.

Wenn eine dicke Schneeschicht auf deiner Photovoltaikanlage liegt, kann sie keinen Strom erzeugen. Daher ist es wichtig, dass Schnee nicht lange auf den Modulen liegen bleibt. Bei einem Neigungswinkel von mehr als 30 Grad rutscht der Schnee in der Regel von alleine ab.

Was ist jetzt der perfekte Photovoltaik-Neigungswinkel?

Der Neigungswinkel ist nur einer von vielen Faktoren, die Einfluss auf den Ertrag deiner Solaranlage haben. Gleichzeitig ist er einer der wichtigsten Faktoren, denn er beeinflusst die Erzeugung von Solarenergie.

Im diesem Artikel haben wir gezeigt, dass es den einen “perfekten” Neigungswinkel für eine ideale Ausbeute aus einer Photovoltaikanlage nicht gibt. Der perfekte Photovoltaik-Neigungswinkel ist daher genau der Winkel jenes Daches, das zur Verfügung steht. Denn ein Haus mit Schrägdach oder mit Flachdach und aufgeständerten Modulen ermöglicht meist einen ordentlichen Ertrag deiner Solaranlage.

Wenn du wissen möchtest, ob dein Haus geeignet ist, lass dir von uns ein individuelles, kostenloses und unverbindliches Angebot für die Installation einer Photovoltaikanlage erstellen.

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