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Das unterscheidet die Autarkie vom Eigenverbrauch

Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage ist deutlich günstiger als Strom aus dem Netz und macht dich unabhängiger von steigenden Strompreisen. Wir zeigen dir, welche Bedeutung in diesem Zusammenhang die beiden Themen Eigenverbrauch und Autarkie haben und worin sie sich unterscheiden.


| Andreas Kühl | 6 Min. Lesezeit

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Kosteneinsparung mit der Photovoltaikanlage

Die steigenden Strompreise vergrößern den Anreiz für Photovoltaikanlagen. Denn eine eigene Solaranlage hilft nicht nur, CO2-Emissionen zu senken, sie reduziert auch deine Stromkosten. Die Photovoltaikpreise pro kWp sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, alleine seit 2010 um über 40 Prozent. Massenfertigung in großen Fabriken, Materialeinsparungen und ein wachsender Markt haben diese Entwicklung ermöglicht.

So kannst du deinen Strom heute für 8 bis 11 Cent pro kWh selbst erzeugen (Stand: März 2022). Für Strom aus dem öffentlichen Netz musst du inzwischen mehr als 36 Cent pro kWh bezahlen (Stand: März 2022) – mit steigender Tendenz. Es ist also attraktiv deinen Strom lokal zu produzieren und zu nutzen – und zwar nicht nur für das Klima, sondern auch für den eigenen Geldbeutel.

Was ist der Eigenverbrauch und wie berechne ich ihn?

Als Eigenverbrauch wird der Anteil des Stroms aus der PV-Anlage bezeichnet, der im Haus selbst verbraucht und nicht ins Stromnetz eingespeist wird. Die Höhe des selbst verbrauchten Stroms ist abhängig von deinem Verbrauchsverhalten. Wenn du tagsüber einen hohen Stromverbrauch hast, kannst du mehr Strom aus der PV-Anlage nutzen. Bei Abwesenheit tagsüber musst du mehr Strom ins Netz einspeisen und kannst wiederum nur einen geringeren Anteil selbst nutzen.

Je weniger Strom du aus dem Netz beziehst, umso niedriger fallen deine Gesamtstromkosten aus. Mit der Einsparung steigt gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit deiner PV-Anlage. Daher ist es gut für dich einen hohen Eigenverbrauch zu erzielen, also so viel Strom wie möglich selbst zu verbrauchen.

Mit geeigneten Stromzählern (Erzeugungszähler für den erzeugten Strom sowie Einspeise- und Bezugszähler für eingespeisten und bezogenen Strom) kannst du den selbst genutzten Strom, sprich deinen Eigenverbrauch, ermitteln und vom gesamten Stromverbrauch abziehen. So musst du nur den Strom bezahlen, den du aus dem Netz bezogen hast, wenn die PV-Anlage keinen oder nicht genügend Strom liefern kann.

Rechenbeispiel für den Eigenverbrauch

Der Eigenverbrauch ist das Verhältnis des genutzten Solarstroms zum gesamten erzeugten Solarstrom innerhalb eines Jahres.

  1. Die PV-Anlage erzeugt im Jahr 3.000 kWh.
  2. Angenommen du kannst davon 1.000 kWh selbst verbrauchen.
  3. Die Eigenverbrauchsquote beträgt in diesem Fall
    1.000/3.000 = 33 Prozent.

Bei Stromerzeugungskosten der PV-Anlage von 8 bis 11 Cent pro kWh und Stromkosten des Versorgers von 36 Cent pro kWh (Stand: März 2022) sparst du folglich bis zu 28 Cent pro Kilowattstunde. Das sind 1.000 x 28 Cent pro kWh, also 280 Euro Ersparnis im Jahr. Wenn du den Eigenverbrauch auf 1.500 kWh erhöhen kannst, hast du eine Eigenverbrauchsquote von 50 Prozent und eine Einsparung von 420 Euro.

Solarmodule auf einem Haus - Wie  viel PV für Autarkie? zolar erklärt.

Was ist Autarkie und wie wird sie berechnet?

Was hat eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach mit Autarkie zu tun? Mit Autarkie ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit eines Privathaushalts gemeint. Jene Unabhängigkeit, die durch die vollständige oder teilweise Selbstversorgung mit Gütern und Dienstleistungen entsteht.

Der Autarkie- oder auch Selbstversorgungsgrad ist der Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms am gesamten Stromverbrauch deines Haushalts. Er ist ein Maß für deine Eigenständigkeit in der Stromversorgung. Eine höhere Autarkie bedeutet niedrigere Stromkosten und eine geringere Abhängigkeit vom Stromversorger. Dadurch wirst du unabhängiger von steigenden Strompreisen. Eine hohe Autarkie ist daher wichtig, wenn du Wert auf geringere Stromkosten legst.

Rechenbeispiel für den Autarkiegrad

  1. Angenommen du nutzt jährlich 1.000 kWh aus deiner PV-Anlage.
  2. Dein Stromverbrauch beträgt 4.000 kWh.
  3. Dann beträgt dein Autarkiegrad 1.000/4.000 = 25 Prozent.

Wenn du mit neuen effizienten Geräten den Stromverbrauch auf 3.000 kWh reduzieren kannst, dann erhöht sich dein Autarkiegrad auf 33 Prozent. Steigt dein Stromverbrauch hingegen auf 5.000 kWh, dann fällt der Autarkiegrad auf 20 Prozent.

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Was unterscheidet Eigenverbrauch und Autarkie?

Die beiden Begriffe Eigenverbrauch und Autarkie werden häufig verwechselt oder synonym verwendet. Dabei haben sie eine unterschiedliche Bedeutung und sind nicht voneinander abhängig, denn sie beziehen sich auf andere Werte:

  1. Die Eigenverbrauchsquote bezieht sich auf die gesamte erzeugte Strommenge im Jahr.
  2. Der Autarkiegrad bezieht sich auf den jeweiligen Stromverbrauch im Haushalt pro Jahr.

Grundlage ist in beiden Fällen der im Haus genutzte bzw. verbrauchte Strom aus der Photovoltaikanlage.

Was ist wichtiger?

Hoher Eigenverbrauch oder möglichst autark – worauf solltest du bei der Planung achten?

  1. Eine hohe Eigenverbrauchsquote erreichst du zum Beispiel mit einer kleinen PV-Anlage. Du hast mit dieser Anlage geringe Kosten, aber auch eine geringe Einsparung.
  2. Mit einer großen PV-Anlage hingegen kannst du mehr von deinem Stromverbrauch mit eigenem Solarstrom decken, durch einen geringeren Bezug aus dem Netz sparst du mehr.
  3. Bei einem verhältnismäßig geringen Stromverbrauch, erreichst du leichter einen hohen Autarkiegrad, als bei einem hohen Stromverbrauch. Ein hoher Eigenverbrauch lässt also nicht auf eine hohe Autarkie schließen.

Grundsätzlich sollten Eigenverbrauch und Autarkiegrad möglichst hoch sein. Es ist jedoch notwendig, individuell die für dich optimale Lösung zu finden.

Solarmodule - Unterschied Autarkie und Eigenverbrauch. zolar erklärt

Was bringt ein Speicher?

Mit einem Batteriespeicher kannst du auch dann Strom aus deiner Photovoltaikanlage nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Je nach Dimensionierung des Speichers ist es möglich, den Eigenverbrauch zu verdoppeln. Deine Autarkie erhöht sich durch den Speicher ebenfalls. Das Ausmaß hängt von der Höhe des Stromverbrauchs und der Größe des Speichers ab.

  1. Mit der Hilfe eines Speichers kannst du den selbst genutzten Strom in o. g. Beispiel auf 2.000 kWh erhöhen.
  2. Die Eigenverbrauchsquote erhöht sich auf 66 Prozent.
  3. Der Autarkiegrad erhöht sich, bei unverändertem Stromverbrauch, auf 50 Prozent.

Ist eine vollständige Autarkie möglich?

100 Prozent autark zu sein bedeutet: Du kannst dich zu jedem Zeitpunkt selbst versorgen und benötigst keinen Strom mehr aus dem öffentlichen Stromnetz. Steigende Strompreise würden dich in diesem Fall nicht länger tangieren.

Doch ist das überhaupt möglich? Die Antwort lautet: Jein. Denn die PV-Anlage und der Speicher müssten für diesen Fall sehr groß dimensioniert sein. Die Investition fiele entsprechend hoch aus – wirtschaftlich rechnet sich dies aber nicht.

Daher ist es ratsam, den Autarkiegrad zu finden, der dich möglichst unabhängig von steigenden Strompreisen macht, aber mit einer weiterhin aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten vertretbaren Investition.

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