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Warum sich saldierende Zähler für PV-Anlagen lohnen


Betreiber:innen einer Solaranlage setzen heutzutage vermehrt auf den Eigenverbrauch ihres selbst erzeugten Stromes, anstatt diesen in das öffentliche Netz einzuspeisen. Dies liegt zum Großteil daran, dass diese dadurch eine erhöhte Unabhängigkeit erlangen.

Doch auch finanziell lohnt sich der Verbrauch des Solarstroms, da dieser deutlich günstiger ist als der Strom aus dem öffentlichen Netz. Um den selbst erzeugten Solarstrom optimal nutzen zu können, werden für PV-Anlagen sogenannte saldierende Stromzähler verwendet. Was es damit auf sich hat und warum sich ein saldierender Zähler für dich lohnt, erfährst du in diesem Beitrag.


| Tanita Belke | 6 Min. Lesezeit

Über uns Autor:innen

Grundlage: Die drei Phasen des Stromnetzes

Für ein grundlegendes Verständnis für die Notwendigkeit von saldierenden Stromzählern müssen wir uns zunächst einmal die drei Phasen des Stromnetzes genauer anschauen.

Jedes Eigenheim sollte einen dreiphasigen Hausanschluss besitzen und dementsprechend drei Phasen im Haushalt zur Verfügung haben – auch Stromleitungen oder Stromkreise genannt – die dieses mit Wechselstrom versorgen. Dabei werden die unterschiedlichen Räume und Steckdosen in einem Haus auf die verschiedenen Phasen verteilt.

So können zum Beispiel Wohnzimmer und Flur (inklusive der dort verbauten Steckdosen) auf Phase 1 laufen, die Küche (bis auf den Herd) auf Phase 2, Bade- und Schlafzimmer auf Phase 3 und so weiter. Dabei wird von Elektroinstallateur:innen grundsätzlich immer darauf geachtet, dass die elektrischen Anschlüsse möglichst gleichmäßig auf die drei Phasen im Haushalt verteilt sind und jede dieser Phasen mit einem FI-Schutzschalter abgesichert ist. Dieser schaltet bei Fehlerströmen von selbst den Stromkreis ab und schützt so vor Überlastungen der Leitungen und lebensbedrohlichen Stromschlägen.

Messgerät am Wechselrichter – die drei Phasen des Stromnetzes

Problem: PV-Anlagen und die drei Phasen

Da PV-Anlagen in der Vergangenheit sehr viel kleiner waren, als sie heute geplant werden, wurden dabei nicht-saldierende Zähler verbaut. Das Problem dabei: Diese Art Stromzähler verrechnet die drei Phasen in deinem Haushalt nicht. Stattdessen wird nur die Erzeugung und der Verbrauch einer einzigen Phase verrechnet und es kann auch nur der überschüssige Strom dieser einen Phase in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Zum Glück haben nicht-saldierende Zähler in Deutschland mittlerweile Seltenheitswert. An dieser Stelle kommen also die saldierenden Zähler ins Spiel. Wir erklären dir, wie diese das Problem lösen.

Was ist ein saldierender Zähler und wie löst er das Problem?

Ein saldierender Zähler sorgt dafür, dass der eingespeiste Strom auf der Phase 1 mit anderen Verbrauchern auf Phase 2 und 3 verrechnet wird. Dadurch löst er die zuvor genannte Problematik von nicht-saldierenden Zählern, indem er die Erzeugung und den Verbrauch aller drei Phasen miteinander verrechnet.

So sorgt dein saldierender Zähler dafür, dass du zum Beispiel auch die Waschmaschine mit deinem eigenen Solarstrom versorgen kannst, selbst wenn sie physikalisch auf einer anderen Phase läuft. Das hat zur Folge, dass du wirklich nur den Teil deines selbst erzeugten Solarstroms an das öffentliche Netz abgibst, den du auf keiner der drei Phasen in deinem Haushalt verbrauchen konntest.

Allerdings siehst du bei einem saldierenden Zähler nicht, wie viel Strom auf den jeweiligen Phasen verbraucht oder erzeugt wurde. Du kannst lediglich das Ergebnis der Verrechnung einsehen.

Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach – Saldierende Zähler und PV

Wie erkenne ich einen saldierenden Stromzähler?

Leider kann man als Laie bzw. Laiin nicht direkt erkennen, ob ein Zähler saldierend oder nicht saldierend ist. Im Notfall kann dir ein Blick in die Spezifikationen oder aber ein Anruf beim Zählerhersteller weiterhelfen. Grundsätzlich sollten mittlerweile jedoch in den meisten Fällen saldierende Zähler verbaut sein.

Sind alle digitalen Stromzähler saldierend?

Die Zeit der analogen Stromzähler ist längst vorbei. Mittlerweile erhält, sobald ein Austausch stattfinden muss, jeder Haushalt einen digitalen Stromzähler – auch bekannt als „moderne Messeinrichtung“. Grund für einen Austausch kann zum Beispiel der Kauf einer Solaranlage sein. Bei einem digitalen Stromzähler handelt es sich in der Regel um einen saldierenden Stromzähler.

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Wer baut einen saldierenden Zähler ein?

Für den Ein- oder Umbau deines saldierenden Stromzählers ist der jeweilige Messstellenbetreiber zuständig. Dieser kümmert sich außerdem um die Wartung und übermittelt darüber hinaus die Daten deines saldierenden Zählers an deinen Stromversorger und den Netzbetreiber.

Elektroinstallateur vor dem Zählerschrank – Einbau eines Stromzählers

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Wie viel kostet ein saldierender Stromzähler?

Für den Betrieb eines digitalen Stromzählers gelten allgemein festgelegte Preisobergrenzen, an die sich dein „Messstellenbetreiber“ halten muss. Ein saldierender Stromzähler darf laut Messstellenbetriebsgesetz – kurz MsBG – nicht mehr als 20 Euro im Jahr an Betriebsgebühren kosten.

Allerdings ist dieser Preis nicht mehr ganz aktuell. Denn im Rahmen des so genannten „Smart Meter Rollouts“, das bis zum Jahr 2030 durchgeführt wird, werden bei einem Zählerschrankumbau mittlerweile direkt saldierende Stromzähler inklusive intelligentem Messsystem eingebaut. Hier können die Kosten bei bis zu 100 Euro im Jahr liegen.

Kundin am Laptop – Kosten für einen saldierenden Stromzähler

Fazit

Der Einbau eines saldierenden Stromzählers ist in Deutschland mittlerweile die Regel. In diesem Artikel haben wir dir erklärt, warum der Einsatz dieses Stromzählers in deinem Haushalt so wichtig ist.

  • Saldierende Stromzähler sind dafür zuständig, den Strom der drei Phasen in deinem Haushalt miteinander zu verrechnen.
  • Dadurch bleibt dein Eigenverbrauch hoch und es wird wirklich nur die Menge an Solarstrom eingespeist, die du auf keiner der drei Phasen verbraucht hast.
  • Bist du dir nicht sicher, ob dein Stromzähler saldierend arbeitet, hilft ein Blick in die Spezifikationen oder aber der Kontakt zum Hersteller.
  • Der Messstellenbetreiber ist für den Einbau, die Wartung und die Datenübertragung deines Stromzählers zuständig.
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