Warum private Solaranlagen keine Einspeisevergütung mehr brauchen

18.03.2019 Kevin Murkisch Lesezeit 7 minutes

Die EEG-Vergütung galt lange Zeit als wirtschaftlich interessantester Aspekt einer Solaranlage. Doch die Einspeisevergütung ist in den vergangen Jahren stark gesunken und wird in absehbarer Zukunft vollständig abgeschafft werden. Viele Anlagenbetreiber und Interessenten sind daher verunsichert, ob sich der Kauf einer Photovoltaik-Anlage noch lohnt.

Dabei ist die Einspeisevergütung bereits heute in vielen Fällen gar nicht mehr notwendig. Denn der eigens erzeugte Solarstrom ist so günstig, dass ein hoher Eigenverbrauch sinnvoller ist als die Einspeisung ins öffentliche Netz. Wer also bares Geld sparen möchte, der ist auch ohne EEG-Vergütung mit einer PV-Anlage bestens beraten!

Einspeisevergütung


Wozu dient die EEG-Einspeisevergütung?

Mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahre 2000 wurde das alte Stromeinspeisungsgesetz aus dem Jahre 1991 abgelöst. Vorrangiges Ziel war es dabei, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben und diese konkurrenzfähig zu machen. Zwei zentrale Säulen des EEG waren dabei das Vorrangsprinzip und die Einspeisevergütung.

Mit dem Vorrangsprinzip wurden die deutschen Netzbetreiber dazu verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien noch vor Kohle- oder Atomstrom abzunehmen und ihr Stromnetz auszubauen. Auf diese Weise sollte das deutsche Stromnetz für den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien in der Zukunft vorbereitet werden.

Um hierzu finanzielle Anreize für potenzielle Anlagenbetreiber zu schaffen, wurde zusätzlich die Einspeisevergütung für erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien erhöht. Auch sollten die Netzbetreiber künftig gesetzlich daran gebunden sein, den Anlagenbetreibern 20 Jahre lang den festgelegten Vergütungssatz für den ins Netz eingespeisten Strom zu zahlen.

EEG-Vergütung


Die Entwicklung der EEG-Vergütung

Dabei wurden vor allem die Vergütungssätze für Photovoltaik massiv angehoben. So bekamen Betreiber vor der Einführung des EEG im Jahr 2000 nur rund 8 Cent/kWh für eingespeisten Solarstrom. Im Jahr 2001 hingegen lag die Höhe der Einspeisevergütung dann bei rund 57 Cent/kWh. Allerdings hat sich seitdem viel getan.

Denn in den vergangenen 19 Jahren sank die Photovoltaik-Einspeisevergütung stetig. Lag sie im Jahre 2010 noch bei rund 35 Cent/kWh, liegt sie heute bei unter 12 Cent/kWh. Dabei ist davon auszugehen, dass die Degression auch in den kommenden Jahren fortschreitet. Manche Experten schätzen sogar, dass die Vergütung innerhalb der nächsten zehn Jahre beinahe vollständig abgeschafft wird.

Einspeisevergütung (EEG)


Warum sinkt die EEG-Vergütung?

Viele Menschen sind daher verunsichert und fragen sich, weshalb die Einspeisevergütung eigentlich sinkt. Dabei ist die Antwort ganz einfach: Sie wird nicht mehr gebraucht. Denn das vorrangige Ziel des EEG war es, den Anteil der fossilen Energieträger am deutschen Energieverbrauch massiv zu senken. Aus diesem Grund wollte die Bundesregierung erneuerbare Energien konkurrenzfähiger machen.

Das ist ihr gelungen. Denn mit 417 Terrawattstunden lag der Anteil der erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr im Jahr 2017 bei 36 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es nur rund sechs Prozent. Vor allem die Solarenergie spielte hierbei eine Schlüsselrolle. Denn mit 43 Gigawatt Leistung hat sie den zweitgrößten Anteil der Stromerzeugungssysteme unter den erneuerbaren Energien, dicht gefolgt von Windenergie an Land.

Mit den Reformen des EEG 2014 und EEG 2017 hat die Bundesregierung dabei weitere Voraussetzungen geschaffen, den Ausbau der erneuerbaren Energien noch weiter voranzutreiben. Denn dieser ist ein wichtiger Faktor der Energiewende. Schließlich sollen bis zum Jahre 2030 bis zu 65 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

Erneuerbare Energien


Solaranlagen sind auch ohne Einspeisevergütung rentabel

Somit lässt sich festhalten, dass das EEG durchaus erfolgreich war und die Einspeisevergütung für private Solaranlagen mittlerweile eigentlich nicht mehr gebraucht wird. Das liegt auch an den stark gesunkenen Preisen für die Komponenten. Vor allem Solarmodule kosten heute nur noch ein Bruchteil von dem, was sie vor 15 Jahren gekostet haben.

Während Sie im Jahre 2006 noch weit über 6.000 Euro pro kWp bezahlt hätten, liegt dieser Wert heute gerade einmal bei knapp 1.000 Euro. Durch diesen Preisverfall von über 75 Prozent sind Solaranlagen auch ohne EEG-Vergütung wirtschaftlich rentabel geworden.

Das zeigt sich nicht zuletzt im Strompreis. Während normale Energieversorger mittlerweile durchschnittlich 29 Cent/kWh verlangen, kostet eine Kilowattstunde Solarstrom umgerechnet lediglich 10-12 Cent. Damit lohnt sich die Einspeisung in das öffentliche Netz in den meisten Fällen nicht mehr.

Erneuerbare-Energien-Gesetz


Eigenverbrauch ist sinnvoller als Einspeisung

Während Photovoltaik-Anlagen damals also reine Investitionsobjekte mit möglichst hoher Rendite waren, ist heute vor allem der Eigenverbrauch von Bedeutung. Denn Solarstrom ist mittlerweile deutlich günstiger als herkömmlich Kohle- oder Atomstrom. Je mehr Solarstrom Sie also selbst verbrauchen, desto mehr Geld sparen Sie.

Viele unserer Kunden entscheiden sich aus diesem Grund für den Kauf einer Solaranlage mit Stromspeicher. Denn mit einer normalen PV-Anlage erreichen Sie einen Eigenverbrauch von rund 30 Prozent. Ein Stromspeicher macht es aber möglich, den nicht direkt verbrauchten Strom zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Dadurch kann sich der Eigenverbrauch auf bis zu 80 Prozent erhöhen.

Ein besonderer Vorteil dabei: Sie werden deutlich unabhängiger von Ihrem Energieversorger. Denn je mehr Solarstrom Sie verbrauchen, desto weniger Strom müssen Sie aus dem öffentlichen Netz beziehen. Somit müssen Sie sich keine Sorgen vor steigenden Stromkosten in der Zukunft machen.

Solaranlage


Keine Angst vor einem Stromausfall

Doch wenn Sie in den vergangenen Wochen die Nachrichten verfolgt haben, werden Sie festgestellt haben, dass Eigenheimbesitzer nicht nur über steigende Strompreise nachdenken sollten. Denn immer wieder kommt es auch hierzulande zu Stromausfällen und ganze Straßenzüge oder gar Stadtteile sitzen im Dunkeln.

Wenn Sie sich davor schützen möchten, sollten Sie sich für einen Stromspeicher mit Notstromfunktion entscheiden. Dieser macht es möglich, auch beim Ausfall des öffentlichen Netzes gespeicherten Solarstrom zu verbrauchen, bis der Speicher vollständig entladen ist.

Wenn Sie jedoch auch bei einem Stromausfall weiterhin Solarstrom produzieren und diesen verbrauchen wollen, müssen Sie zu einem Stromspeicher mit Inselstromfunktion greifen. Denn derartige Speichersysteme machen es möglich, im Notfall ein vollständig autarkes Stromnetz in Ihrem Haus aufzubauen. Somit erreichen Sie die maximale Unabhängigkeit vom Stromnetz.

E3DC Stromspeicher


Stromspeicher von E3DC - Mit Inselstromfunktion

Einige der beliebtesten Modelle stammen dabei vom deutschen Hersteller E3DC mit Sitz in Osnabrück. Dabei hat das Unternehmen vor allem mit dem E3DC S10 E Pro einen besonders leistungsstarken Stromspeicher mit Inselstromfunktion im Angebot.

Denn der S10 E Pro besitzt eine Kapazität von 13 kWh, die auf bis zu 39 kWh erweitert werden kann. Alle notwendigen Komponenten zur Speicherung des Solarstroms sind bereits im Gerät enthalten. Durch ein eigenes Energiemanagementsystem ist der Speicher zusätzlich optimal für die Hausautomation geeignet und macht auch bei der Verwendung einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos keine Probleme.

Das E3DC S10 E Hauskraftwerk ist dabei in der Lage, das Hausnetz vom öffentlichen Stromnetz zu trennen. So können Sie auch bei einem Stromausfall Ihren eigenen Solarstrom produzieren und verbrauchen. Denn der Stromspeicher ist direkt mit den Solarmodulen verbunden. Ein Stromausfall macht Ihnen mit diesem Gerät daher keine Sorgen mehr.

Nachhaltigkeit


Ersparnis, Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit - Eine Solaranlage mit Stromspeicher

Wenn Sie sich für den Kauf einer Solaranlage mit Stromspeicher entscheiden, werden Sie also deutlich unabhängiger. Aber Sie sparen auch bares Geld. Denn aufgrund des erhöhten Eigenverbrauchs müssen Sie kaum noch Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Auf diese Weise können Sie Ihre Stromkosten deutlich senken.

Neben den finanziellen Vorteilen gibt es jedoch noch einen weiteren Vorteil: Sie decken Ihren Energiebedarf deutlich nachhaltiger und tragen somit Ihren Teil zur Energiewende bei. Schließlich erzeugen Sie umweltfreundlichen Solarstrom und nutzen weniger Kohlestrom, der den Klimawandel vorantreibt.

Zeitgleich sind sie damit auf die Zukunft vorbereitet. Vor allem, wenn Sie sich für den Kauf eines Elektroautos interessieren, sollten Sie den Kauf einer Solaranlage erwägen. Denn mit dem erzeugten Solarstrom könnten Sie Ihr E-Auto nicht nur kostengünstig, sondern vor allem umweltfreundlich aufladen - ganz einfach mit der eigenen E-Ladesäule in der Garage.

Photovoltaik-Anlage


Zusammenfassung und Fazit

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war sehr erfolgreich, was den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland angeht. Von rund sechs Prozent im Jahre 2006 hat sich ihr Anteil in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr bis zum Jahre 2017 auf rund 36 Prozent erhöht. Vor allem die Photovoltaik spielte hierbei eine bedeutende Rolle.

Die Einspeisevergütung hat ihren Teil dazu beigetragen, diese Entwicklung zu ermöglichen. Sie schaffte finanzielle Anreize für potenzielle Anlagenbetreiber und schuf so die geeigneten wirtschaftlichen Bedingungen dafür, die erneuerbaren Energien zukünftig konkurrenzfähig zu machen. Doch diese Förderung ist, vor allem mit Blick auf die Photovoltaik, nicht mehr notwendig.

Denn der eigens erzeugte Solarstrom ist mittlerweile kostengünstiger als herkömmlicher Kohle- oder Atomstrom. Mit rund 10-12 Cent/kWh ist der Wert sogar geringer als der derzeitige Vergütungssatz. Daher ist ein hoher Eigenverbrauch mittlerweile finanziell sinnvoller als die Einspeisung. Interessenten sollten deshalb unbedingt auch den Kauf eines Stromspeichers in Betracht ziehen.

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