EEG-Einspeisevergütung

17.02.2017 Kevin Murkisch Lesezeit 5 minutes

Geld verdienen mit dem eigenen Solarstrom

Bereits seit dem Jahr 2000 stellt die direkte Solarförderung eine Haupteinnahmequelle der Photovoltaik dar. Der deutsche Gesetzgeber verabschiedete damals das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit dem Ziel, die nachhaltige Entwicklung der Stromversorgung sowie die Neu- und Weiterentwicklung von Stromerzeugungstechnologien aus erneuerbaren Energien zu fördern und mit Hilfe der Photovoltaik volkswirtschaftliche Kosten durch Energieimport zu senken. Durch eine feste Einspeisevergütung und die garantierte Abnahme des Stroms sollte der Markteintritt dieser noch jungen Technologie unterstützt und letztendlich der Klimaschutz vorangetrieben werden.

EEG-Vergütung


Was bedeutet die EEG-Vergütung für Besitzer privater PV-Anlagen?

Haushalte, die eine eigene Photovoltaikanlage betreiben, profitieren von diesem Gesetz, da sie für jede erzeugte Kilowattstunde Strom, die ins Netz eingespeist wird, einen festgelegten Vergütungssatz gezahlt bekommen. Dieser gilt für einen Zeitraum von 20 Jahren ab Inbetriebnahme der PV-Anlage und ändert sich für diese Zeit nicht mehr. Aktuell liegt die Einspeisevergütung bei maximal 12,3 Cent pro kWh bei Anlagen bis 10 kWp. Allerdings wird die Höhe der Solarstromförderung monatlich angepasst. Um weitere Kürzungen der EEG-Vergütung zu vermeiden, lohnt es sich, schnell zu handeln. Nur so können Sie sich den bestmöglichen Tarif für die nächsten 20 Jahre sichern.


Die Reform des EEG 2014 als Grundlage

Die Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetz zum 01.08.2014 stellten die Förderung von Photovoltaikanlagen in Deutschland auf eine neue Grundlage.


Mit der neuen EEG-Novelle...

...wurde die monatliche Kürzung der Solarförderung von 1% auf 0,5% Basisdegression herabgesetzt

...erhalten Neuanlagen wieder die Einspeisevergütung auf die gesamte erzeugte Strommenge (Abschaffung des Marktintegrationsmodells)

...müssen Neuanlagen auf selbst verbrauchten Solarstrom eine Abgabe zahlen (Neuanlagen unter 10kWp Leistung ausgenommen)

...wurde eine Grenze der geförderten Anlagenleistung gezogen. PV-Neuanlagen über 100 kWp Leistung erhalten keine Einspeisevergütung mehr und müssen sich für die Stromeinspeisung einen Direktvermarkter suchen


Die nächste Phase der Energiewende – das EEG 2017

Mit dem EEG 2017 beginnt die nächste Phase der Energiewende. Die Vergütung des erneuerbaren Stroms wird nicht wie bisher staatlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen am Markt ermittelt. Private Haushalte sind von diesen Änderungen allerdings meist nicht betroffen, da die Förderung für Anlagen unter 100 kWp hiervon ausgenommen wurde. Kleine und mittlere PV-Anlagen erhalten also weiterhin eine gesetzlich festgelegte Förderung in Form der Einspeisevergütung. Die tatsächliche Höhe der Vergütungssätze ist in § 48 in Verbindung mit § 49 EEG 2017 festgelegt und lauten wie folgt:

EEG-Einspeisevergütung Anlagen über 100 kWp müssen den erzeugten Strom über einen Direktvermarkter verkaufen und erhalten hierfür anteilig Marktprämien.


Rentieren sich Solaranlagen trotz sinkender Vergütungssätze (Degression) heute noch?

Betrachtet man die Vergütungssätze der letzten Jahre, ist festzustellen, dass die Einspeisevergütung mit der Zeit gesunken ist. Diese Kürzungen lassen sich hauptsächlich damit erklären, dass die Förderung eingeführt wurde, um der Solartechnologie den Eintritt in den Markt zu erleichtern. Da Solaranlagen zunehmend günstiger verkauft werden können und sich großflächiger verbreiten, sinken auch die Fördermittel wieder. Nichtsdestotrotz ist die Anschaffung einer Solaranlage nach wie vor wirtschaftlich rentabel und wird es auch in den nächsten Jahren weiterhin sein, denn der Rückgang an Fördermitteln bedeutet keinen ultimativen Kostennachteil!

Bereits das EEG 2014 setzte die Degressionsrate wieder von 1% auf 0,5% herab, wodurch das Sinken der Vergütungssätze zusätzlich verlangsamt wird. Die aktuellen Regelungen des EEG 2017 zeigen sogar, dass die Degression aktuell bei 0% liegt. Die Einspeisevergütung nimmt also vorerst nicht weiter ab. Allerdings ist eine sinkende Tendenz in Zukunft nicht auszuschließen, weshalb früher aktive Anlagen letztendlich entsprechend rentabler sein werden. Es lohnt sich also, schnell zu handeln!


Zum Verständnis ein kleines Rechenbeispiel:

Nehmen wir eine Solaranlage bis 10 kWp, die auf einem Wohngebäude installiert wurde. Da Betreiber A seine PV-Anlage zum 01. August 2015 in Betrieb nahm, erhält er für 20 Jahre einen EEG-Vergütungssatz von 12,73 ct/kWh.

Betreiber B nahm eine gleiche Solaranlage nur einen Monat später, also zum 01. September 2015 in Betrieb. Da die Degression zu diesem Zeitpunkt allerdings 0,25% entsprach, erhält er für die nächsten 20 Jahre den EEG-Vergütungssatz von 12,69 ct/kWh.

Die EEG-Vergütung für den eingespeisten Strom beider Betreiber wird sich nun für 20 Jahre nicht mehr ändern. Allerdings wird Betreiber A immer eine höhere Vergütung pro kWh erhalten als Betreiber B, da er seine Anlage einen Monat früher, also zu einem 0,25% höheren Vergütungssatz, in Betrieb genommen hat.


Eigenverbrauch statt Einspeisevergütung

Bedingt durch die sinkende Einspeisevergütung wird die Nutzung des erzeugten Solarstroms für den Eigenverbrauch immer interessanter. Obwohl man hierunter keine Förderung im eigentlichen Sinne versteht, kann der Eigenverbrauch erhebliche Kostenvorteile bergen. Sobald die Strompreise höher sind als die erhaltene Einspeisevergütung bringt es wirtschaftliche Vorteile, den produzierten Strom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn einzuspeisen.

Da die Produktion des Solarstroms circa 10-14ct kostet, wohingegen der Bezug des Stroms aus dem Netz circa 30ct kostet, ist es aktuell bereits lukrativer, den Solarstrom selbst zu verbrauchen als ihn einspeisen zu lassen und weniger als 13ct pro kWh vergütet zu bekommen. Voraussichtlich werden die Strompreise zukünftig noch steigen. Der Eigenverbrauch von Solarstrom wird also weiterhin interessanter werden.

Einspeisevergütung Ein komplettes Solarsystem


Lohnt sich Photovoltaik noch?

Besonders in Anbetracht der relativ geringen Einspeisevergütung lohnt sich die Anschaffung einer Solaranlage in Kombination mit einem Stromspeicher. Dieser ermöglicht es, die Nutzung des produzierten Solarstroms über den Tag zu verteilen und hilft somit, den Eigenverbrauch zu optimieren. So werden effektiv die Stromkosten gesenkt. Der dann noch zusätzlich produzierte Strom kann außerdem in das Netz eingespeist und vergütet werden.

Besonders die Verbindung aus Stromkostenersparnis und Einspeisevergütung ist also lohnenswert für Solaranlagenbetreiber. Die Volleinspeisung bei Privathaushalten hingegen erwirtschaftet nur noch selten eine nennenswerte Rendite. Die Installation eines Batteriespeichers ist insofern interessant, dass es weitere Fördermittel speziell für Solarstromspeicher gibt. Lassen auch Sie sich also jetzt Ihr individuelles Angebot erstellen, um von den vielfältigen Vorteilen der eigenen Photovoltaik-Anlage zu profitieren!

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Tags: Finanzen
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