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10 kWp PV-Anlagen: Grenze für Steuer & Einspeisevergütung

Für private Besitzer einer Photovoltaikanlage ist eine Leistung von 10 kWp aus unterschiedlichen Gründen eine Art magische Grenze. Auch wenn die Dachgröße in vielen Fällen für eine PV-Anlage dieser Größe passend ist, gibt es einige rechtliche oder regulatorische Gründe, die Leistung der Solaranlage derart zu begrenzen.


| Andreas Kühl | 8 Min. Lesezeit

Über uns Autor:innen

Auswirkungen der 10 kWp-Grenze auf die Einspeisevergütung

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) unterteilt die Einspeisevergütung für Aufdach-Photovoltaikanlagen in drei Klassen:

  • Solaranlagen bis einschließlich 10 kWp Leistung
  • Solaranlagen bis einschließlich 40 kWp Leistung
  • Solaranlagen bis einschließlich 100 kWp Leistung

Die Höhe der Einspeisevergütung ist in jeder dieser Klassen unterschiedlich. Betreiber der kleinsten Aufdachanlagen (Leistung unter 10 kWp) erhalten die höchste Einspeisevergütung von derzeit 6,24 Cent pro kWh. Die 10-kWp-Grenze kann daher relevant für die Entscheidung der Größe einer PV-Anlage sein. Für die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage spielt die Höhe der Einspeisevergütung heute keine große Rolle mehr. Es geht vielmehr darum, die eigenen Stromkosten mit günstigem Solarstrom zu reduzieren. Der Eigenverbrauch von Solarstrom ist also entscheidend. 

Einfamilienhaus mit PV-Anlage auf dem Dach – Die 10-kWp-Grenze bei PV-Anlagen

Die ehemalige 10 kWp-Grenze und EEG-Umlage

Bis Ende 2020 mussten Betreiber einer PV-Anlage mit einer Leistung von mehr als 10 kWp 40 Prozent der EEG-Umlage für den selbst genutzt Strom bezahlen. Das heißt, der Preis für Solarstrom hat sich für Solaranlagenbesitzer um 2,7 Cent pro kWh erhöht (40 Prozent der EEG-Umlage von 6,75 Cent im Jahr 2020).

Mit den Änderungen im EEG, die zu Beginn 2021 in Kraft traten, galt diese Grenze von 10 kWp daraufhin nicht mehr. Sie wurde auf eine Leistung von 30 kWp bzw. 30 MWh pro Jahr erhöht.

Bei allen PV-Anlagen mit einer Leistung unter 30 kWp fielen jedoch keine zusätzlichen Kosten für die Nutzung des Stroms aus der eigenen Solaranlage an. Dies galt auch für PV-Anlagen, die vor dem 01.01.2021 errichtet wurden. Die Wirtschaftlichkeit des Eigenverbrauchs von Strom aus der PV-Anlage hat sich damit erhöht.

Seit dem 01.07.2022 müssen Verbraucher die EEG-Umlage für PV-Anlagen jeder Größe nun nicht mehr bezahlen. Denn diese wird mit dem EEG 2023 vollständig abgeschafft, um die Verbraucher stärker zu entlasten.

Sind PV-Anlagen unter 10 kWp steuerfrei?

Seit dem 02.06.2021 gibt es eine neue 10-kWp-Grenze bei Photovoltaikanlagen. Kleinere Anlagen mit einer Leistung bis 10 kWp unterliegen jetzt nicht mehr der Pflicht zur Stellung einer Einnahmenüberschussrechnung im Rahmen der Einkommenssteuererklärung. Damit entfällt die einkommenssteuerliche Betrachtung. Es wird dabei unterstellt, dass die PV-Anlagen nicht mit der Absicht einer Gewinnerzielung installiert werden. Dies gilt für alle PV-Anlagen, die nach dem 31.12.2003 auf dem eigenen Haus installiert und in Betrieb genommen wurden.

Die Grenze von 10 kWp betrifft die Summe aller PV-Anlagen der steuerpflichtigen Person, auch wenn sie voneinander getrennt auf mehreren Grundstücken liegen. Wer mehrere Solaranlagen besitzt, die in der Summe der Leistungen über 10 kWp liegen, kann sich nicht von der Einkommensteuerpflicht befreien lassen.

Weitere Voraussetzungen sind:

  • der Strom wird neben der Einspeisung ins Netz ausschließlich in den eigenen Wohnräumen verbraucht
  • keine teilweise Nutzung des Stroms von Mietern oder zu betrieblichen Zwecken (außer für Arbeitszimmer für die nichtselbständige Tätigkeit).

Um die Befreiung von der Einkommenssteuerpflicht in Anspruch zu nehmen, kannst du formlos schriftlich bei deinem zuständigen Finanzamt beantragen. Einige Finanzämter stellen ein entsprechendes Formular auf ihrer Website zur Verfügung. Du findest es zudem im Onlineportal ELSTER. Diese Befreiung gilt auch rückwirkend für noch nicht abgeschlossene Steuerjahre.

Hinweis: Aus rein finanzieller und wirtschaftlicher Sicht besteht für Solaranlagenbesitzer:innen in der Regel kein Anreiz, sich von der Einkommenssteuerpflicht befreien zu lassen. Der Vorteil für dich als Betreiber:in einer Solaranlage liegt lediglich im reduzierten Aufwand mit dem Finanzamt.

Neben der Befreiung von der Einkommenssteuerpflicht ist es auch möglich, den Aufwand mit dem Finanzamt durch eine so genannte Nulleinspeiseanlage zu umgehen. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Solaranlage, mit der kein Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Dadurch sind Betreiber:innen einer Nulleinspeiseanlage nicht unternehmerisch tätig und müssen somit auch keiner Steuern zahlen.

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Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus?

Die Größe der zukünftigen Photovoltaikanlage auf dem Dach deines Einfamilienhauses können wir nicht pauschal ermitteln. Die Dimensionierung der Anlage sollte insbesondere auf deinen Verbrauch angepasst werden, um dein PV-Projekt so rentabel wir möglich zu gestalten.

In der Regel lohnt es sich jedoch, eine Photovoltaikanlage so groß wie möglich zu planen und deine vorhandene Dachfläche so gut wie möglich auszunutzen. Denn mit steigender Größe deiner Solaranlage sinkt der Preis pro kWp.

Bist du dir dennoch unsicher in Bezug auf die Größe deiner PV-Anlage, beraten dich unsere Fachberater:innen gerne jederzeit und stimmen diese ganz individuell auf deine Vorstellungen und Bedürfnisse ab.

Wie groß ist eine 10 kWp PV-Anlage?

Die Fläche einer PV-Anlage mit einer Leistung von 10 kWp ist abhängig von den Solarmodulen und ihrer Effizienz. Bei den modernen Modulen mit einer Leistung von bis zu 400 Wp solltest du für 10 kWp Leistung eine Dachfläche von ca. 50 qm einkalkulieren. Wir schlüsseln dir diese Rechnung kurz auf:

  • In der Regel sind Solarmodule 1,9 m² groß
  • Das meistverkaufte Modul hat eine Leistung von 400 Wp
  • Um zu erfahren, wie groß eine 10 kWp Anlage ist, kannst du daher diese Gesamtleistung der Anlage durch die Leistung der Solarmodule teilen: 10.000 Wp ÷ 400 Wp = 25 Solarmodule
  • Um daraufhin die Fläche zu ermitteln, kannst du die Anzahl der Solarmodule mit ihrer jeweiligen Größe multiplizieren: 25 x 1,9 m² = 47,5 m² Gesamtfläche

Haben deine zukünftigen Solarmodule eine andere Größe oder Leistung, kannst du diese Rechnung einfach dementsprechend abwandeln.

Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach – Wie viel Dachfläche für 10 kWp?

Wie teuer ist eine 10 kWp PV-Anlage?

Für die komplette Anlage mit ungefähr 25 Modulen, Unterkonstruktion, Wechselrichter und Kabel musst du mit Kosten von ca. 20.000 Euro rechnen.

Weitere Anhaltspunkte für die Kosten haben wir auf der Seite der Komplettpakete zusammengestellt. Dort findest du auch Angaben zu den Kosten für eine PV-Anlage mit Speicher.

Wir erstellen dir gerne ein individuelles, kostenloses und für dich unverbindliches Angebot für den Kauf und die Installation deiner Solaranlage - dann hast du alle Zahlen schwarz auf weiß.

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Die 10-kWp-Grenze bei PV-Anlagen zur Miete

Immer häufiger entscheiden sich PV-Interessierte für die Miete einer Solaranlage auf dem eigenen Dach. Doch was ist bei einer gemieteten Solaranlage steuerlich zu beachten?

Grundsätzlich ist es steuerlich zuerst einmal unerheblich, ob du eine PV-Anlage mietest oder kaufst. Denn du erhältst auch bei der Miet-Option von PV-Anlagen die Einspeisevergütung vom Netzbetreiber für deinen nicht verbrauchten Strom. Somit zahlst du – genau wie bei einer Solaranlage zum Kauf – auch bei einer gemieteten Solaranlage Steuern für den an den Netzbetreiber verkauften Strom. Es gelten also die gleichen Vorgaben der Umsatz- und Einkommenssteuer, da auch Solaranlagen zur Miete einen Gewinn erzielen.

Wie oben bereits allgemein beschrieben, unterliegen auch gemietete Solaranlage mit einer installierten Leistung von bis zu 10 kWp nicht mehr der Pflicht zur Stellung einer Einnahmenüberschussrechnung an das Finanzamt im Rahmen der Einkommenssteuererklärung. In dem Fall entfällt auch bei einer gemieteten PV-Anlage die einkommenssteuerliche Betrachtung.

Fazit

Im Bereich der Photovoltaikanlagen wird eine installierte Leistung von 10 kWp häufig als magische Grenze dargestellt. Dabei lohnt sich die Einhaltung dieser Grenze aus rein finanzieller und wirtschaftlicher Sicht für Solaranlagenbesitzer:innen in der Regel nicht. Der Vorteil für dich als Betreiber:in einer PV-Anlage liegt lediglich im reduzierten Aufwand mit dem Finanzamt.

Andere Faktoren sind in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit deiner Solaranlage dagegen sehr viel wichtiger als die steuerlichen Vorteile einer Solaranlage unter 10 kWp.

Bei der Planung deiner Solaranlage solltest du als zukünftige:r Solaranlagenbesitzer:in daher im ersten Schritt beachten, dass du einen möglichst großen Teil deines Strombedarfes mithilfe des von deiner PV-Anlage erzeugten Stroms decken kannst. Wenn das im Umkehrschluss bedeutet, dass du für deine Haushaltsgröße eine Solaranlage mit einer installierten Leistung von deutlich über 10 kWp benötigst, ist die Entscheidung zu einer größeren Anlage sinnvoll und wird sich für dich rentieren.

Natürlich dienen unsere Blog-Artikel nur als Überblick und ersetzen keine individuelle Empfehlung durch eine Steuerberatung. Lass dir deine offenen Fragen zur Besteuerung von PV-Anlagen daher in jedem Fall vorab von einer Steuerberatung beantworten.

Du möchtest dir deine zukünftige Solaranlage bis 10 kWp konfigurieren? Dann prüfe noch heute die Verfügbarkeit deiner PV-Anlage von zolar. Unsere Expert:innen beraten dich gerne.

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