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EEG-Novelle

20.01.2021 Joana Eichert Lesezeit 7 Minuten

Das neue Jahr ist angebrochen und nicht nur in Bezug auf die EEG-Umlage 2020 verändert die EEG-Novelle einige Rahmenbedingungen für Besitzer von Photovoltaikanlagen. Zum Ende des Jahres 2020 wurden die EU-Klimaziele angehoben – ein Grund für Diskussion auf nationaler Ebene. Ob dies zu einer Erweiterung der Ausbaukorridore führt, ist bisher unklar. Beobachter jedoch gehen davon aus, dass weitere Anpassungen in Bezug auf die Klimaziele vorgenommen werden könnten.

Welche Verbesserungen das überarbeitete Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mitbringt und worauf sich Betreiber von Ü20-Solaranlagen freuen können, stellen wir in diesem Artikel vor.


Das erwartet dich in diesem Artikel:


  1. Ausbauziele für Erneuerbare Energien
  2. EEG-Einspeisevergütung im Jahr 2021
  3. EEG-Umlage und Eigenverbrauch – frei bis 30 kWp
  4. Mehr Einsparungen dank EEG-Novelle
  5. Ältere Solaranlagen bleiben in Betrieb
  6. EEG 2021 – die Einspeisebegrenzung
  7. Mieterstrom in der EEG-Novelle 2021
  8. Fazit


Ausbauziele für Erneuerbare Energien

Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch mit 65 Prozent betragen. Im Detail bedeutet das einen Ausbau der Photovoltaik auf 100 Gigawatt, der Windkraft auf 71 Gigawatt und der Biomasse auf 8,4 Gigawatt bis 2030. Ein Ziel, dessen Umsetzung bisher noch Kritik erfährt. Der Berechnung liegt zugrunde, dass der Energieverbrauch bei 580 TWh liegen wird, was bedeuten würde, dass der Verbrauch in den kommenden neun Jahren nicht wesentlich ansteigen dürfte. Eine Annahme, die möglicherweise nicht zutreffend ist, da trotz Effizienzmaßnahmen in vielen Bereichen der Stromverbrauch durch die Elektrifizierung von Mobilität und Wärme ansteigen könnte. E-Autos, Wallboxen und Wärmepumpen in Verbindung mit Photovoltaikanlagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die steigende Nutzung führt zu einem erhöhten Verbrauch, der wohlmöglich nicht mit dem Anteil von 100 Gigawatt Solarenergie bis 2030 gedeckt werden kann.

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EEG-Einspeisevergütung im Jahr 2021

Im Jahr 2021 sinkt die Einspeisevergütung, entsprechend des Ausbauaufkommens, weiter ab - vermutlich aber langsamer als zuvor. Im letzten Jahr ist sie um 1,8 Prozent gesunken, für Anlagen bis 10 kWp liegt sie im Januar bei 8,16 Cent pro Kilowattstunde. Die Einspeisevergütung wird Besitzern von PV-Anlagen mit der Inbetriebnahme ihrer Solaranlage für 20 Jahre garantiert. Selbst wenn die Vergütung bereits einen Monat später gesunken ist, ändert sich an der zugesagten Höhe nichts. Es gibt noch andere Faktoren, die die individuelle Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen beeinflussen, so spielt beispielsweise die Größe der PV-Anlage ebenfalls eine Rolle. Berechnet wird die Entwicklung von der Bundesnetzagentur auf Grundlage des Zubaus von Solaranlagen.

EEG-Umlage und Eigenverbrauch – frei bis 30 kWp

Die EEG-Novelle bringt gute Neuigkeiten in puncto Photovoltaikanlagen für den Eigenverbrauch. Bei einer Anlagengröße von bis zu 30 kWp und einem Eigenverbrauch von unter 30.000 Kilowattstunden muss keine EEG-Umlage mehr auf den selbstverbrauchten Strom gezahlt werden. Die zuvor geltende Regelung aus dem Jahr 2020, die eine Grenze bei 10 kWp zog, entfällt. Damit erfüllt die EEG-Novelle die verpflichtenden EU-Richtlinien, was zu weiteren Einsparungsmöglichkeiten im Eigenverbrauch für Betreiber einer Solaranlage führt. Die neue Regelung umfasst alle PV-Anlagen von Privathaushalten - die Befreiung von der EEG-Umlage gilt auch für Bestandsanlagen.

Mehr Einsparungen dank EEG-Novelle

Wo bisher ein zweiter Zähler im Zählerschrank installiert werden musste, um die EEG-Umlage abrechnen zu können, können Betreiber von Photovoltaikanlagen nun aufatmen. Durch die Anhebung der Grenze auf 30 kWp, wird bei vielen privaten Solaranlagen der zusätzliche Zähler überflüssig. Dieser sogenannte Erzeugungszähler wurde bisher bei Anlagen einer Leistungsgröße ab 10 kWp installiert. Effiziente Hybridsysteme sind nun auch über 10 kWp möglich, was zu einem erweiterten Angebot seitens der Hersteller von Wechselrichtern führen könnte. Hybrid-Wechselrichter wären nun auch für bis zu 20 kW sinnvoll.

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Ältere Solaranlagen bleiben in Betrieb

Gute Neuigkeiten gibt es für alle Betreiber von Post-EEG-Solaranlagen – auch Ü20 PV-Anlagen genannt – die ab dem Jahr 2021 aus dem EEG herausfallen würden. Solaranlagen die vor (mehr als) 20 Jahren installiert wurden, können weiterbetrieben werden. Um keine finanziellen Verluste zu erleiden, können Betreiber von Ü20-Anlagen diese auf Eigenverbrauch umklemmen lassen. So kann der erzeugte Solarstrom für den Eigenverbrauch genutzt werden – auch in diesem Fall ohne EEG-Umlage - und wird nicht mehr vollständig ins Netz eingespeist. Strom, welcher von der PV-Anlage erzeugt, aber nicht selbst verbraucht werden kann, wird zum Marktwert ins Netz eingespeist und vom Netzbetreiber wie folgt vergütet:

1. 2,4 Cent pro Kilowattstunde, abzüglich 0,4 Cent pro Kilowattstunde Vermarktungskosten
2. 2,4 Cent pro Kilowattstunde, abzüglich 0,2 Cent pro Kilowattstunde Vermarktungskosten mit Smart Meter

Wer lieber mehr Solarstrom für den Eigenverbrauch nutzt und daher über einen Stromspeicher für die PV-Anlage nachdenkt, sollte eine eingehende Kosten-Nutzen-Analyse machen. Kleinere Anlagen, die vor zwanzig Jahren oft gebaut wurden, erhöhen ihre Wirtschaftlichkeit durch einen Stromspeicher vermutlich nicht, da der produzierte Strom größtenteils direkt verbraucht wird und nur wenig Potenzial zum Laden des Speichers besteht. Sollte in diesem Fall überhaupt ein Speicher in Frage kommen, müsste dieser eine sehr geringe Größe aufweisen. Diese haben höhere spezifische Kosten, weshalb eine Speichernachrüstung auf lange Sicht eher zusätzliche Kosten verursachen könnte.

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EEG 2021 – die Einspeisebegrenzung

Wo bisher die Grenze für PV-Anlagen zur Fernsteuerung bei 30 kWp lag, ist sie nun bei 25 kWp angesiedelt. Das bedeutet für alle Betreiber einer Solaranlage den Erhalt der 70 Prozent Regelung für alle Anlagen mit einer Leistung von bis zu 25 Kilowattpeak. Betreiber solcher PV-Anlagen können zwischen einer festen und einer dynamische Einspeiseregelung wählen. Die feste 70 % Einstellung wird mittels eines Wechselrichters am Erzeugergerät umgesetzt, welcher die Peakleistung automatisch auf 70 % drosselt. Nachteilig an dieser Variante ist der mögliche Energieverlust, der bei der dynamischen Einspeiseregelung ausgeglichen werden kann. Hier wird keine Begrenzungseinstellung am Wechselrichter vorgenommen, sondern mit Hilfe eines Energy Meters die nach dem Direktverbrauch im Haushalt und der Batterieladung verbleibende Leistung gemessen und eingespeist. Alle Anlagen mit einer Leistung von mehr als 25 Kilowattpeak müssen seit 2021 mittels Rundfunksteuerempfänger oder Smart Meter vom Netzbetreiber gesteuert werden können. Das RFSE Steuergerät setzt einen kompatiblen Wechselrichter und mehr Platz im Zählerschrank voraus.

In den kommenden Monaten soll eine genaue Regelung für die Pflicht zur Anwendung eines Smart Meters geklärt werden. Dieses wird im Gesetz der „Digitalisierung der Energiewende“ veröffentlicht und regelt die Rahmenbedingungen wie Stromverbrauch und Größe der Solaranlage. Post-EEG-Anlagen sind generell von der Pflicht zur Verwendung eines Smart Meters befreit.

Grüner Strom für den Haushalt

Mieterstrom in der EEG-Novelle 2021

Das Konzept des Mieterstroms wird weiter gefördert. Um es attraktiver zu gestalten, sind Vermieter in der neuen Regelung zum Mieterstrom von der Gewerbesteuer befreit und auch der Mieterstromzuschlag wird im EEG 2021 wie folgt angehoben:

1. 3,79 Cent pro Kilowattstunde bei installierter Leistung von bis zu 10 kW
2. 3,53 Cent pro Kilowattstunde bei installierter Leistung von bis zu 40 kW

Zusätzlich dazu kann seit Januar die Marktrolle des Stromlieferanten an Dritte übertragen werden. Waren bei Mieterstrommodellen bisher die Anlagenbetreiber auch zwangsläufig die Mieterstromlieferanten, können jetzt beispielsweise Dienstleister, die sich auf das Feld spezialisiert haben, die Organisation der Mieterstromlieferungen organisieren. Das macht Mieterstrom einfacher für den Anlagenbetreiber.

Fazit

Alles in allem bringt die EEG-Novelle 2021 positive Veränderungen für alle Betreiber von Photovoltaikanlagen. Besonders Privathaushalte mit Solaranlage können sich über die Anhebung der Grenze für den umlagebefreiten Eigenverbrauch und die Regelungen für Ü20-Anlagen freuen. So ist der Eigenverbrauch bis zu einer Grenze von 30 kWp von der EEG-Umlage befreit – die gilt auch für Solaranlagen der Ü20-Generation. Zu mehr PV-Anlagen in Städten könnte die neue Mieterstrom-Regelung beitragen, welche nun unter anderem die Option bietet, bürokratische Vorgänge an Dritte abzugeben. Die Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 wurden angehoben. In den kommenden zehn Jahren sollen 65 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Quellen gedeckt werden, der größte Anteil - von 100 Gigawatt - ist der Photovoltaik zugerechnet. Fraglich ist, inwieweit der steigende Verbrauch von den gesteckten Zielen bedient werden kann. Aufgrund des Wachstums in Branchen wie der E-Mobilität steigt der Verbrauch in den kommenden Jahren zuverlässig an. Um dem Trend im privaten Bereich unabhängig folgen zu können, entscheiden sich immer mehr Haushalte für die Installation einer eigenen Solaranlage. Die grundsätzlich verbesserten und kosteneffizienteren Grundlagen für Betreiber von Photovoltaikanlagen machen die Installation einer Solaranlage in Kombination mit einem Stromspeicher noch attraktiver. Durch die wegfallende EEG-Umlage können Haushalte noch günstiger Energie produzieren und verbrauchen.


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Tags: Finanzen
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