Photovoltaik Förderung in Bayern

19.04.2017 Kevin Murkisch Lesezeit 4 Minuten

Mit dem 10.000 Häuser-Programm energetisch sinnvolle Sanierungsmaßnahmen durchführen


Nicht nur der Bund, sondern auch die einzelnen Länder treiben die Förderung von erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren stark voran. So auch der Freistaat Bayern mit dem sogenannten 10.000-Häuser-Programm, welches ab Mitte April 2017 wiederaufgenommen wird und mit bis zu 14.000 Maßnahmen die CO²-Emissionen in Bayern drastisch reduzieren soll.

Das Programm besteht dabei aus den beiden Programmteilen „HeizungstauschPlus“ und „EnergieSystemHaus“ und richtet sich an Gebäudeeigentümer von selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern, die energetisch sinnvolle Sanierungsmaßnahmen an ihrem Gebäude durchführen möchten.

Photovoltaik Förderung Bayern


HeizungstauschPlus

Mit diesem Programmteil soll erreicht werden, dass die oftmals überholte Heiztechnik ersetzt und die Effizienz des Wohnhauses durch innovative Brennwerttechnik um 15% bis 20% gesteigert wird. Der Programmteil wird dabei um die zwei Fördertatbestände Lüftungsanlagen und PV-Stromspeicher erweitert. Somit werden zukünftig auch Stromspeicher gefördert, die in Zusammenhang mit einer netzgekoppelten Photovoltaik-Anlage installiert werden.

Generell können im Rahmen dieses Programmteils drei Boni bezogen werden:

  1. Heizanlagenbonus
  2. Lüftungsanlagenbonus
  3. Batteriespeicherbonus

HeizanlagenBonus

Dieser richtet sich an Betreiber eines 25 bis 30 Jahre alten Heizkessels mitsamt dazugehöriger Anlagentechnik, die nicht der gesetzlichen Austauschpflicht unterliegt. Hier kann die Altanlage durch einen Brennwertkessel (Öl oder Gas), einen Biomassekessel, eine KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung), eine Wärmepumpenanlage oder aber den Betrieb einer hocheffizienten Heizungsumwälzpumpe ersetzt werden.

Während der Einsatz eines Brennwertkessels mit 500 Euro, die restlichen Installationen sogar mit 1000 Euro gefördert werden, können bei der Kombination mit einer Solarthermieanlage für die Warmwasserbereitung und bei einem erweiterten Einsatz der Solarwärme zur Heizungsunterstützung jeweils weitere 500 Euro bezogen werden. Somit kann je nach Installationen ein Heizanlagenbonus von 2000 Euro erzielt werden.


LüftungsanlagenBonus

Dieser neu eingeführte Bonus kann von Gebäudeeigentümern bezogen werden, die durch den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung einen Teil des bisherigen Heizenergiebedarfs ersetzen bzw. ihren Heizwärmebedarf senken möchten.

Der Bonus von 1000 Euro kann dann bezogen werden, wenn:

  1. Es sich um ein Bestandsgebäude handelt, das seit mindestens 1 Jahr bezogen ist,

  2. Der Anteil der belüfteten Räume innerhalb der beheizten Wohnfläche mindestens 80% beträgt und

  3. die technischen Nebenanforderungen erfüllt werden.


BatteriespeicherBonus

Auch dieser Bonus ist eine Neuerung und tritt erst im April dieses Jahres in Kraft. Hierbei können elektrische Stromspeicher gefördert werden, die den erzeugten Solarstrom einer Photovoltaik-Anlage speichern und so den Eigenverbrauch mit regenerativ erzeugtem Strom erhöhen.

Der Bonus in Höhe von 1000 Euro kann bezogen werden, wenn:

  1. es sich um ein Bestandsgebäude handelt, das seit mindestens 1 Jahr bezogen ist,

  2. die Photovoltaikanlage auf bzw. an dem Wohngebäude oder auf dem zugehörigen Grundstück installiert ist und

  3. die technischen Nebenanforderungen erfüllt werden.

Die unterschiedlichen Boni sind dabei auch mit den Förderprogrammen der KfW und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, nicht aber mit dem zweiten Programmteil „EnergieSystemHaus“ kombinierbar. Die Zahl der möglichen Förderfälle ist ebenfalls begrenzt und beträgt für das Jahr 2017 rund 5000 Förderfälle. Wer also von der aktuell günstigen Lage profitieren möchte, der sollte schnell handeln und sich hier zusätzliche Informationen einholen.


EnergieSystemHaus

Dieser zweite Programmteil richtet sich an Eigenheimbesitzer, die ihr Haus energieeffizient bauen oder umfassend energetisch sanieren möchten, um den Bau so energieeffizient wie möglich zu gestalten. Der Förderbetrag setzt sich dabei zusammen aus:

  1. Einem TechnikBonus für ein innovatives Heiz-/Speicher-System, das das Energiesystem besonders unterstützt und ggf.

  2. Einem optionalen Energieeffizienzbonus für besondere Energieeffizienz. Sie verstärkt und vervielfacht wie Wirkung des Heiz-/Speicher-Systems und ist teilweise sogar die technische Voraussetzung für das Funktionieren innovativer Technik.


TechnikBonus

Der TechnikBonus fördert den Einsatz eines innovativen Heiz-/Speichersystems mit Energiemanagementsystem, das die Speicherung von Energie sowie die Flebilisierung des Energiebezugs ermöglicht. Dadurch kann das Gebäude den Energiebezug aus den öffentlichen Stromnetzen reduzieren bzw. sich sogar temporär selbst versorgen. Je nach gewähltem Heiz-/Speicher-System liegt der TechnikBonus eines Wohngebäudes bei 1000 bis 9000 Euro.

Demnach erhält der Betreiber einer netzgekoppelten Photovoltaik-Anlage mit Solarstromspeicher eine Förderung von 2000 bis 3900 Euro für Anlagen, die eine maximale Netzeinspeisung von 50% bzw. 30% der installierten Nennleistung sowie eine Speicherkapazität von 12 kWh aufweisen. Wer die Energieffizienz seines Hauses zusätzlich erhöht, der kann anschließend sogar von dem optionalen EnergieeffizienBonus profitieren, der sich am Niveau des spezifischen Heizwärmebedarfs des Wohnhauses berechnet.

Bis zu 12.900 Euro können somit bei Einsatz einer Photovoltaikanlage und der zusätzlichen Erhöhung der Energieeffizienz bezogen werden. Dabei müssen die Gebäude nach einer Sanierung mindestens den Standard des KfW-Effizienzhauses 115, bei einem Neubau des KfW-Effizienzhauses 55 erzielen. Gefördert werden somit nicht die Solaranlage oder der Speicher als solcher, sondern die gezielte Kappung von Energiespitzen in das öffentliche Stromnetz bzw. die Bereitstellung von Primärregelleistung durch thermische und elektrische Energiespeicher.


Nebenanforderungen für Photovoltaikanlagen

Zum Erhalt dieses Förderprogrammteils für Photovoltaikanlagen-Betreiber sind folgende Nebenanforderungen zu erfüllen:

  1. Die installierte Nennleistung der PV-Anlage muss mindestens 5kWp aufweisen,

  2. Der Betreiber der Anlage verpflichtet sich zur verminderten Netzeinspeisung durch Leistungsbegrenzung auf mind. 20 Jahre,

  3. Der Netzbetreiber kann die Leistungsbegrenzung jederzeit überprüfen,

  4. Die Energiemanagementkomponenten verfügen über:

    a) Eine geeignete elektronische und offengelegte Schnittstelle zur Kommunikation mit einer Smart Meter-Infrastruktur, um Netzdienstleistungen zur Verfügung zu stellen und flexible Bezugs- und Einspeisetarife verarbeiten zu können,

    b) Eine geeignete und offene Schnittstelle zur Fernsteuerung.


Anträge sind vor Beginn der zu fördernden Maßnahme bis zum 30. September 2018 über die Online-Plattform einzureichen. Diese ist seit dem 12.04.2017 wieder geöffnet. Die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2019. Wer also von der Förderung profitieren möchte, der sollte schnell handeln.

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Tags: Finanzen
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