Tesla Powerwall 2: Der Testbericht von ZOLAR

05.10.2017 – Kevin Murkisch – Lesezeit: 8 Minuten

 

Der Name Tesla weckt bei vielen Menschen den Gedanken an Innovationen und bahnbrechende Entwicklungen in der Energie-Welt. Immerhin verhalf Tesla E-Autos beinahe über Nacht zum Durchbruch, indem man einen Wagen mit Elektro-Antrieb entwickelte, der normalen PKW nicht nur leistungs-, sondern auch designtechnisch in nichts nachstand.

Anschließend gelang es dem Unternehmen mit der Powerwall zusätzlich, den Markt der Stromspeicher für Photovoltaik-Anlagen im Eigenheimbereich zu erobern. Auch der neue Speicher, die Powerwall 2, knüpft daran an. Doch Erfahrungswerte fehlen bislang. Daher möchten wir Ihnen mit diesem Artikel einen Powerwall 2 Testbericht an die Hand geben.

Tesla Powerwall 2

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Die Tesla Powerwall 2 – Daten und Fakten

Bevor wir mit dem eigentlichen Tesla Powerwall 2 Erfahrungsbericht beginnen, sollen hier einige grundsätzliche Daten und Fakten zur Powerwall 2 aufgezeigt werden. Schließlich verspricht der Stromspeicher deutlich höhere Leistung als vergleichbare Modelle anderer Hersteller bei einem niedrigeren Preis:

Typ: Lithium-Ionen-Batterie
Speicherkapazität (brutto): 14 kWh
Speicherkapazität (netto): 13,2 kWh
Ladeleistung: 4,6 kW
Anschluss: AC-seitig
Batteriewechselrichter: 1-phasig, integriert
Gesamtwirkungsgrad: 89,0%
Gewicht: 122 kg
Montage: Boden oder Wand
Installation: Außen- und Innenbereich
Abmessungen (in cm): 115 x 75 x 15
 

 

Demnach ist die Powerwall 2 rund doppelt so leistungsstark wie das Vorgängermodell und hat bei der in Deutschland erhältlichen AC-Variante bereits einen Batteriewechselrichter integriert, der den Speicher für jede Solaranlage einsetzbar macht. Hinzu kommt der geringe Grundpreis, den Tesla mit rund 7.000 Euro beziffert. Dieser macht den Stromspeicher für viele Besitzer einer eigenen Solaranlage zusätzlich attraktiv.

Daher ist die Nachfrage nach der in diesem Jahr erschienen Tesla Powerwall 2 enorm. So konnten die ersten Modelle Anfang September ausgeliefert werden. Aus diesem Grund möchten wir ihnen Ihnen in diesem kurzen Tesla Powerwall 2 Testbericht erste wertvolle Erfahrungen mitteilen.

Wie verhält sich also der Speicher in der Praxis und wird er den Ansprüchen gerecht? Wir haben den Stromspeicher auf die Probe gestellt und uns in diesem Testbericht dabei auf die 6 Bereiche Preis, Installation, Funktion, Integration, Aussehen und Verfügbarkeit fokussiert:

 

1. Der Preis

Der von Tesla anberaumte Grundpreis, der auf der Unternehmens-Website angegeben wird, verspricht hohe Leistung zu einem erstaunlich niedrigen Preis. Im Preis enthalten sind hier die 6.200 € für den Speicher, sowie rund 570 € für „unterstützende Hardware“. Diese setzt sich aus dem Tesla Energy Gateway und zwei Neurio-Metern zusammen. Die Installationskosten werden seitens Tesla mit einer Spanne von 900 € bis 2.300 € angegeben. Doch so gut der niedrige Grundpreis auch klingt – in der Realität liegt der Preis nicht selten deutlich höher. Vor allem aufgrund des hohen Gewichts der Powerwall 2 werden mehr Arbeitskräfte für die Montage und Installation des Speichers benötigt als bei herkömmlichen Stromspeichern. Dadurch erhöhen sich die Installationskosten teilweise massiv. Je nach bestehender Elektroinstallation vor Ort müssen Interessenten daher mit einem Komplettpreis von 9.000 € bis 9.500 € rechnen. Doch auch damit bleibt die Powerwall 2 noch günstig.

Tesla Powerwall 2 Erfahrungen

Die Tesla Powerwall 2 ist der günstigste Speicher seiner Leistungsklasse

In unserem Powerwall 2 Testbericht schneidet der Stromspeicher aus dem Hause Tesla also trotz der erhöhten Installationskosten im Bereich Preis gut ab. Vergleichbare Stromspeicher anderer Hersteller sind meist teurer und bieten kein so hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

2. Die Installation

Hier liegt einer der Schwachpunkte der Powerwall 2. Mit ihrem Gewicht von rund 120 kg erweisen sich Montage und Installation schließlich als äußerst schweißtreibend. Zwar könnte die Powerwall 2 auch in Form einer Bodenmontage angebracht werden, doch raten die meisten Installateure davon ab.

Wer möchte schließlich ein technisches Gerät im Wert von beinahe 10.000 € einfach so auf den Boden stellen? Rund vier Mitarbeiter werden somit benötigt, um den schweren Stromspeicher an den Bestimmungsort zu transportieren und die Powerwall 2 schließlich an der Wand zu montieren. Da die meisten Speicher im Keller installiert werden, müssen dabei einige Treppen gemeistert werden. Aufgrund des hohen Gewichts kann das mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Doch bei einem ebenerdigen Anschlussraum gestaltet sich dies einfacher.

Die Elektroinstallation an sich verläuft ähnlich wie bei der Powerwall 1. Allerdings verfügt die Tesla Powerwall 2 über keinen Hutschienenzähler und auch die Neurio-Meter sind nicht für die Installation auf einer Hutschiene ausgelegt. Per Verdrahtung müssen diese im vorhandenen Zählerkasten untergebracht oder bei Platzmangel ein zusätzlicher Kasten installiert werden.

Powerwall 2 Testbericht

Die Installation der 120 kg schweren Powerwall 2 erweist sich als knifflig

Im Gegensatz dazu verlaufen die Einrichtung und Inbetriebnahme sowohl schnell, als auch unkompliziert. Per Smartphone, aber auch auf einem Laptop oder Tablet lässt sich die Powerwall 2 so einrichten, bei Bedarf updaten und in Betrieb nehmen. Somit sind die unserem Powerwall 2 Testbericht zugrunde liegenden Erfahrungen also auch in diesem Bereich weitestgehend positiv.

 

3. Die Funktionstüchtigkeit

Beinahe noch wichtiger als der Preis und die Installation ist die Funktionstüchtigkeit des Gerätes. Macht der Speicher, was er soll? Die Frage ist berechtigt. Schließlich wurden bisher noch nicht allzu viele Powerwall 2 in Deutschland installiert, die Erfahrungswerte sind demnach spärlich. Doch die von den Installateuren, vor allem aber den Kunden gemachten Erfahrungen sind bisher durchaus positiv. So laufen die installierten Geräte problemlos und bringen die Leistung, die von Tesla versprochen wurde. Auch die hohen Geräuschemissionen, die einigen Betreiber der ersten Powerwall-Generation ein Dorn im Auge waren, wurden mit der Powerwall 2 beseitigt. Selbst das Betriebssystem kann nun auf Deutsch bedient werden.

Testbericht Powerwall 2

Die Powerwall 2 macht, was sie soll, weist jedoch kleine Schwachstellen auf

Entgegen der Ankündigung Teslas, dass die Kommunikation zwischen Neurio-Meter, Gateway und der Powerwall 2 per Funkverbindung vonstatten gehen solle, muss diese allerdings doch mit Hilfe eines Datenkabels realisiert werden. Als Folge daraus muss die Powerwall 2 somit zwingend in der Nähe des Zählerkastens installiert werden. Allerdings werden auf diese Weise mögliche Störfaktoren weitestgehend umgangen. Somit schneidet der Speicher hier in unserem Powerwall 2 Testbericht gut ab.

 

4. Die Integration

Leider ist die Tesla Powerwall 2 mit keinerlei anderen Geräten integrierbar. Es findet also keine Integration zum Energiemanagement mit anderen Wechselrichter, aber auch Ladesäulen, Wärmepumpen und anderen Verbrauchern statt. Dadurch ist ein intelligentes Energiemanagement über den Speicher selbst nicht möglich, ebenso wie die Visualisierung mit SolarEdge -und SMA-Systemen. Grund hierfür ist ein proprietäres, also Tesla-eigenes Kommunikationsprotokoll, das nicht den vorhandenen Industriestandards entspricht. Bei der Tesla Powerwall 2 handelt es sich also um einen soliden Stromspeicher, mit dessen Hilfe sich der von der Solaranlage erzeugte Solarstrom speichern und bei Bedarf zur Verfügung stellen lässt.

 
Testbericht Powerwall 2

Die fehlende Integration, u.a. mit anderen Wechselrichtern, ist ein klares Manko

Wer jedoch auf die Integration mit anderen Wechselrichtern, etc. setzt oder aber besonderen Wert auf detailliertes Monitoring legt, der sollte zu einem anderen Speicher greifen. Hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses ist der Speicher von Tesla nicht zu schlagen, wenn es um das reine Auf- und Entladen geht. In Sachen Integration und Monitoring schneidet das Gerät in unserem Powerwall 2 Testbericht allerdings nicht gut ab.

 

5. Das Aussehen

Vielen Interessenten ist neben dem Preis und der Leistung vor allem das Aussehen des Stromspeichers wichtig. Schließlich steht der Name Tesla für edles und innovatives Design. Was die Tesla Powerwall 2 angeht, so ist es dem US-amerikanischen Unternehmen erneut gelungen, ein durchaus ansprechendes Design zu entwerfen. Durch seine kompakten Maße und den weißen Lack wirkt der Speicher besonders hochwertig. Bisher sind alle Käufer also rundum zufrieden.

Das Gateway hingegen verdient keinen Design-Award. Anders als der Speicher wirkt dieses klobig und passt nicht zum Gesamteindruck. Hier wurden die Erwartungen bisher zumeist nicht erfüllt. Bis auf dieses kleine Manko fällt das Urteil im Powerwall 2 Testbericht beim Aussehen jedoch positiv aus. Im Vergleich zu anderen Speichern wirkt das Design der Powerwall 2 tatsächlich sehr edel, sodass diese sich durchaus gut an der Wand macht. Da der Stromspeicher jedoch meist im Keller angebracht wird, muss jeder Interessent selbst entscheiden, wie viel Wert er auf das Aussehen legt. Zwar ist eine Installation im Wohnbereich des Hauses in der Theorie möglich. In der Realität kann dies jedoch nicht umgesetzt werden. Grund dafür sind vor allem die notwendigen Elektroinstallationen sowie auftretende Betriebsgeräusche.

 
Tesla Powerwall 2 Erfahrungen

Das Design der Powerwall 2 wirkt edel und hochwertig – das Gateway hingegen enttäuscht

 

6. Die Verfügbarkeit

Den wohl größten Minus-Punkt in unserem Powerwall 2 Testbericht erhält der Stromspeicher bei der Verfügbarkeit. Bisher kam erst eine Lieferungswelle in Deutschland an. Auch wurde die Produktion der Powerwall 2 zunächst eingestellt. Das Cobalt, das für die Herstellung des Lithium-Ionen-Akkus benötigt wird, soll stattdessen Verwendung bei der Produktion des neuen Tesla Model 3 finden. Offizielle Aussagen über das Wiederaufnehmen der Produktion gibt es seitens Tesla bislang nicht. Doch es ist damit zu rechnen, dass die nächsten Auslieferungen zu Beginn des kommenden Jahres stattfinden werden. Händler und Installateure gehen daher von Installationsterminen im kommenden März aus. Wen lange Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr und mehr jedoch nicht stören, der sollte die Powerwall 2 jetzt vorbestellen.

Der große Powerwall 2 Testbericht

Das Gateway ist unspektakulär und passt nicht zum Rest der Powerwall 2

 

Abschließend haben wir die Vor- und Nachteile in unserem Powerwall 2 Testbericht noch einmal in einer Tabelle zusammengefasst:

Vorteile Nachteile
+ Insgesamt niedriger Preis – Preis teilweise deutlich höher als von Tesla veranschlagt
+ Unkomplizierte Einrichtung und Inbetriebnahme – Montage und Installation besonders anspruchsvoll
+ Reibungsloser Betrieb, geringe Geräuschemission – keine Integration mit anderen Wechselrichtern, Wärmepumpen, etc.
+ Hochwertiges Design der Powerwall 2 – Klobiges und unpassendes Design des Gateways
+ Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis – Powerwall 2 derzeit nicht verfügbar

 

Der Stromspeicher aus dem Hause Tesla bietet ein bisher ungeschlagenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wem die Wartezeit jedoch zu lange sein sollte, dem ist zu empfehlen auf einen anderen Speicher zu setzen. Hier bieten Hersteller wie BYD, aber auch deutsche Unternehmen wie E3/DC und Varta hervorragende Alternativen.

 

Der Powerwall 2 Testbericht: Zusammenfassung und Fazit

Insgesamt erfüllt die Tesla Powerwall 2 die Erwartungen der Installateure, aber auch der Kunden. Jedoch müssen einige Punkte vor dem Kauf beachtet werden: So erweist sich die Montage und Installation der 120 kg schweren Powerwall 2 in der Praxis als besonders aufwendig, was die Installationskosten massiv erhöhen kann.

Dadurch konnte der von Tesla angegebene Grundpreis in unserem Powerwall 2 Testbericht nicht eingehalten werden. Allerdings ist die Funktion der Powerwall 2 bei allen bisher installierten Geräten einwandfrei. Lediglich das Monitoring und die fehlende Integration mit anderen Wechselrichtern, Ladesäulen oder Wärmepumpen schneiden in unserem Powerwall 2 Testbericht nicht gut ab. Auch das klobige Design des Gateways stellt ein klares Manko dar.

Doch dies kann das positive Gesamturteil nur in minimalem Maße schmälern. Wer einen Speicher sucht, mit dem sich Strom speichern und zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stellen, nicht aber intelligent verwalten lässt, der erhält mit der Powerwall 2 das Produkt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir empfehlen daher, die Tesla Powerwall 2 so früh wie möglich vorzubestellen, um bei der nächsten Lieferungswelle nicht leer auszugehen oder direkt eine Alternative zu wählen!

 

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