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Solaranlage selbst installieren? 5 Gründe dagegen

Der anhaltende Solarboom hält die Photovoltaik-Branche weiter auf Trab und kann aktuell zu Verzögerungen und langen Wartezeiten führen. PV-Interessierte sollten daher aktuell ausreichend Zeit und etwas Puffer bei der Umsetzung ihres PV-Projektes einplanen.

Aus diesem Grund fragen sich manche Eigenheimbesitzer:innen, ob sie diese langen Wartezeiten nicht einfach durch die Eigenmontage ihrer Solaranlage umgehen können. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Denn zusätzlich stellt eine Solaranlage natürlich zuerst einmal eine große Investition dar. Wieso also nicht einfach bei der Installation sparen, um schneller von einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach profitieren zu können?

Wir fassen dir in diesem Artikel die Vor- und Nachteile der Selbstmontage übersichtlich zusammen und erklären dir, wo sich Risiken und Gefahren verbergen. Denn Fakt ist: Denkst du über eine Eigenmontage nach, solltest du vorab einige grundlegende Dinge beachten und die Risiken gut abwägen.


| Tanita Belke | 11 Min. Lesezeit

Über uns Autor:innen

Darf man PV-Anlagen selbst installieren? Was gesetzlich erlaubt ist

Grundsätzlich ist es gesetzlich erlaubt, eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach selbst zu installieren. Du bist bei nicht allen Schritten der Montage dazu verpflichtet, einen Fachbetrieb zu beauftragen. Wie du an dieser Formulierung bereits erkennen kannst, gibt es dabei jedoch bestimmte Ausnahmen. Wir fassen dir kurz zusammen, welche Arbeitsschritte der PV-Installation du theoretisch selbst übernehmen könntest.

Folgende Komponenten deiner PV-Anlage darfst du selbst installieren:

  • PV-Anlage inkl. DC-Verkabelung auf dem eigenen Hausdach
  • Wechselrichter und Überspannungsschutz
  • Große Teile der AC-Kabelverlegung und deren Anschluss

Nicht erlaubt ist dagegen der Anschluss der Wechselspannungsseite, also der Anschluss an die Hauseinspeisung sowie an das öffentliche Stromnetz. An dieser Stelle bist du gesetzlich dazu verpflichtet, eine:n registrierte:n und zertifizierte:n Elektroinstallateur:in hinzuzuziehen.

In der Regel benötigst du für die Installation einer Solaranlage auch keine Genehmigung. Wir empfehlen dir trotzdem, vorab schriftlich beim zuständigen Bauamt anzufragen, ob deine geplante PV-Anlage tatsächlich genehmigungsfrei ist. So bist du während und nach der Installation auf der sicheren Seite.

Vor- und Nachteile der Selbstmontage auf einen Blick

Bevor wir auf die fünf Hauptgründe näher eingehen, geben wir dir einen kurzen Überblick über die Vor- und Nachteile der Selbstmontage deiner PV-Anlage vor. Anhand dessen kannst du vielleicht schon etwas besser einschätzen, ob diese für dich in Frage kommt.

VorteileNachteile
Bei Teilen der Installation umgehst du lange Wartezeiten auf einen ElektroinstallationsbetriebHaus- und Netzanschluss nur durch Elektroinstallateur:in möglich
Einsparung von MontagekostenHoher Schwierigkeitsgrad bei der Installation
Mögliche Ertragsverluste durch Eigenmontage
Möglicher Verfall der Garantie sowie des Versicherungsschutzes
Hohe Unfallgefahr
Mögliche Schäden am Haus können entstehen

Sollte man Solaranlagen selbst installieren? Was dagegen spricht

Anhand der stark überwiegenden Anzahl an Nachteilen kannst du bereits erkennen, dass einige Punkte gegen die Selbstinstallation deiner Solaranlage sprechen. Und auch wenn sich im Internet eine Vielzahl von Anleitungen zur Installation einer PV-Anlage in Eigenregie finden lassen, raten wir dir davon ab. Folgende 5 Gründe schlüsseln wir dir hier noch einmal genauer auf:

Im Folgenden erklären wir dir, warum dir genau diese Punkte bei deiner Entscheidung gegen eine Eigenmontage helfen könnten.

zolar Installateur auf einer Leiter - PV Anlage selbst installieren?

1. Hoher Schwierigkeitsgrad

Der Schwierigkeitsgrad des Aufbaus deiner Solaranlage hängt insbesondere von der Dachform ab. Wer handwerklich und technisch bewandert ist, der kann zwar durchaus darüber nachdenken, die Solaranlage selbst anzubringen, aber auch nur, wenn die Gegebenheiten es zulassen.

Denn insbesondere bei hohen oder steilen Dächern, aber auch solchen mit speziellen Eindeckungen wie Schiefer, empfehlen wir dir die Übertragung der Arbeiten an einen darauf spezialisierten Fachbetrieb. Hier ist die Gefahr, Komponenten zu beschädigen oder aber seine eigene Gesundheit zu riskieren, eindeutig zu hoch. Auch bei der Wartung und Pflege der Solaranlage solltest du dich in diesem Fall an einen Fachbetrieb wenden, welcher sich mit einer PV-Anlage und ihren Eigenheiten auskennt.

2. Hohes Gefahrenpotenzial

Neben dem Schwierigkeitsgrad spielt insbesondere das hohe Gefahrenpotenzial bei der PV-Installation in Eigenregie eine Rolle. Wir sehen in diesen zwei Bereichen ein besonders hohes Gefahrenpotenzial:

  1. Bei Arbeiten auf Dächern besteht immer ein gewisses Risiko für Verletzungen. Solltest du deine Anlage in Eigenregie installieren, sorge bitte für deine eigene Sicherheit. Dazu gehört auch der vorsichtige Umgang mit dem Gleichstrom auf dem Dach. Da hier weitaus mehr als die haushaltsüblichen 220 Volt durch die Leitungen fließen, solltest du auch hier genau wissen, was du tust.
  2. Auch die Gefahr eines Brandes ist im Falle einer Eigeninstallation deutlich erhöht. So kann es bei falscher Polung und Montage zu einem Kurzschluss kommen, der letztendlich ein Feuer auslöst. Da durch die Eigenmontage jedoch der Versicherungsschutz für das Haus entfallen kann, können hier Kosten in ungeahnter Höhe entstehen, die in letzter Instanz den finanziellen Ruin bedeuten können.

Aus diesen Gründen raten wir dir von der Installation einer professionellen Solaranlage auf eigene Faust ab.

zolar Installateure beim Kunden - Gewährleistung PV-Anlage bei Eigenmontage

3. Netzanschluss bedarf Elektroinstallateur:in

Obwohl der Kauf und die Eigeninstallation einer Solaranlage vorerst recht simpel klingen, so gestaltet sich dies in der Praxis meist als sehr schwierig. Wie du bereits erfahren hast, ist die Montage einer Solaranlage durch den Hausbesitzer auf dem Dach im Regelfall möglich, das heißt, eine Pflicht zur Montage durch Dritte besteht nicht. Hersteller und Lieferanten jedoch empfehlen zu Recht, die Installation von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen.

Wie man sich auch entscheidet: In jedem Fall kann der Anschluss an die Hauselektrik und das öffentliche Stromnetz nur von registrierten und zertifizierten Elektroinstallateur:innen vorgenommen werden. Selbst wer die Anlage also in Eigenregie auf dem Dach anbringt, der ist nicht dazu befugt, diese auch an die eigenen Stromverbraucher oder gar das öffentliche Netz anzuschließen.

Wichtig: Der Anschluss an das öffentliche Stromnetz ist notwendig, damit du während der Laufzeit deiner Solaranlage von der Einspeisevergütung durch das EEG profitieren kannst. Diese erhältst du für jede Kilowattstunde Solarstrom, die du nicht selbst im Haushalt verbrauchen kannst und daher an das öffentliche Netz abgibst.

4. Mögliche Ertragsverluste durch Eigenmontage

Die Installation einer Solaranlage ist eine durchaus komplexe Angelegenheit, bei der eine Vielzahl von Faktoren und Gegebenheiten beachtet werden müssen. Fachberater:innen berücksichtigen im Planungsprozess einer Solaranlage unter anderem folgende Normen, Vorgaben und Voraussetzungen, um den optimal Betrieb der Solaranlage zu gewährleisten:

  • Abstandsregelungen auf Dächern
  • Wind- und Schneelasten
  • Störobjekte auf dem Dach, die den Ertrag verringern könnten
  • Richtige Leistung der Komponenten
  • Gestellsysteme passend zur Dachneigung
  • Uvm.

Zwar lassen sich im Internet eine Vielzahl von Installationsanleitungen oder aber auch Photovoltaik-Komplettsets zum Selbstbauen finden, für Laien sind die zu beachtenden Sicherheitsvorkehrungen oder mögliche ertragsmindernde Faktoren hier jedoch häufig nicht direkt ersichtlich.

zolar Installateure tragen eine Leiter - Elektrischer Anschluss einer PV-Anlage

Auch aus diesen Gründen erweist sich das Heranziehen eines Fachbetriebes als durchaus sinnvoll. Bei der Planung und Umsetzung von einem Fachbetrieb profitierst du neben den oben genannten Faktoren von folgenden Vorteilen:

  • Persönliche:r Ansprechpartner:in
  • Individuelle und optimale Anlagenplanung
  • Vorherige Bedarfsanalyse unter Beachtung aller Voraussetzungen und Wünsche
  • Perfekt aufeinander abgestimmte Komponenten
  • Maximierung deines Ertrags

Somit haben Solarteur:innen die Möglichkeit, dir eine optimale Anlagenplanung zu erstellen, die sämtliche Gegebenheiten in die Berechnung einbezieht und mithilfe der perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten für den maximalen Ertrag sorgen kann.

5. Möglicher Verfall der Gewährleistungs- und Versicherungsansprüche

Bei der Installation einer Solaranlage sind vielerlei Faktoren zu beachten, die die Qualitätsansprüche der Komponenten berühren können. So geben vor allem die Hersteller von Solarmodulen in der Regel bestimmte Montageanleitungen, sowie Vorgehensweisen bei der Installation vor, die eingehalten werden müssen, um die Garantie der Module weiterhin aufrecht zu erhalten.

Da die Garantie von Solarmodulen in der Regel 25 Jahre beträgt, sollten diese Anleitungen auf keinen Fall vernachlässigt werden. Der kleinste Fehler kann hier einen Garantieverfall bedeuten, der schlimmstenfalls in einem finanziellen Desaster enden kann. Nur wenn die Solarmodule ordnungsgemäß und fachgerecht angebracht werden, bleibt die Garantie bestehen. Wer die Montage der Module, aber auch sämtlicher notwendiger Komponenten hingegen selbst vornimmt, der läuft Gefahr, deren Garantie aufs Spiel zu setzen.

Ein weiterer zu bedenkender Faktor ist die Versicherung der Anlage, aber auch deines Hauses im Allgemeinen. So erlischt bei einem Großteil der gesetzlichen Versicherer sämtlicher Versicherungsschutz für deine Anlage, sobald du dich für die Installation einer Solaranlage in Eigenregie entscheidest. Dies hat vorrangig mit der komplexen Elektronik zutun, die bei einer PV-Anlage verbaut ist. Wird diese fehlerhaft auf dem Dach angebracht, kann dies zu Komplikationen bis hin zu Bränden kommen, die Anlage und Haus zerstören können.

Tipp: Fachbetriebe bieten dir in der Regel 5 Jahre Gewährleistung auf die gesamte Installation. Mit dem Servicepaket, dass du bei zolar hinzubuchen kannst, ist deine Anlage zusätzlich versichert und wir übernehmen unerwartet anfallende Serviceeinsätze.

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Gelten die Vor- und Nachteile für alle Solaranlagen?

Wer nicht auf den Bau seiner eigenen kleinen Solaranlage verzichten möchte und dabei keine technischen sowie elektronischen Vorkenntnisse vorweisen kann, der sollte sich lediglich auf die Installation von kleineren Photovoltaik-Sets beschränken, welche sich auf eine Spannung von 48 V zusammenschalten lassen. In diesem Fall ist keine Ausbildung im Elektrik-Bereich nötig.

In der Regel bestehen die einzelnen Sets aus einem Solarmodul mit 100 Wp Leistung und 12 V Spannung, einem Laderegler, ausreichend Solarkabel sowie notwendigen Steckern und einem Batterieverbindungskabel. Ein solches Set eignet sich, um kleinere Off-Grid-Lösungen zu verwirklichen, die eine Batterie mit Solarstrom aufladen oder aber kleinere Verbraucher mit Strom versorgen können und kann in der Regel mit mehreren Sets in Reihe geschaltet werden, um die Leistung zu erhöhen.

Auch beim eigenhändigen Kauf und der Installation einer solchen kleinen Solaranlage ist es somit wichtig, die passenden Komponenten auszuwählen, diese aneinander anzupassen und mithilfe einer geeigneten Anleitung zu installieren. Falls nötig, sollte auch hier ein:e Solarteur:in zur Beratung hinzugezogen werden.

zolar Installateur und Kunde im Gespräch - Gefahren Stromspeicher-Installation

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Fazit

Durch die Eigenmontage deiner Solaranlage kannst du die Installationskosten sparen und umgehst mögliche Wartezeiten. Jedoch gibt es auch einige Risiken und Nachteile, die du dabei beachten solltest:

  • Selbst wenn du deine Solaranlage größtenteils in Eigenregie zusammenbaust, darf der Haus- und Netzanschluss nur durch registrierte und zertifizierte Elektroinstallateur:innen erfolgen.
  • Die Eigenmontage deiner Solaranlage kann zur Folge haben, dass deine Solaranlage niedrige Erträge einfährt. Es lohnt sich also immer, die Komponenten vom Fachbetrieb optimal aufeinander abzustimmen – und alle Voraussetzungen und Wünsche mit in die Planung einbeziehen zu lassen. Nur dann kann deine PV-Anlage wirtschaftlich arbeiten.
  • Installierst du deine Solaranlage selbst, ist der Verfall der Garantie- und Versicherungsansprüche sehr wahrscheinlich. Im Schadensfall bist du somit nicht ausreichend abgesichert und musst die Kosten ggf. selbst übernehmen.
  • Die Eigenmontage der PV-Anlage birgt ein hohes Gefahrenpotenzial. Stromschläge oder der Ausbruch eines Brandes sind mögliche Gefahrenquellen.
  • Je nach Dachform, Neigungswinkel und Eindeckung erhöht sich darüber hinaus der Schwierigkeitsgrad der PV-Installation. Wenn du das Risiko eines Unfalls oder einer möglichen Beschädigung der Komponenten umgehen möchtest, solltest du daher auf einen Fachbetrieb vertrauen.

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