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Gebäudeenergiegesetz (GEG) stärkt Photovoltaik-Aufdachanlagen

13.11.2019 Kevin Murkisch Lesezeit 7 minutes

Am 23.10.2019 wurde der finale Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vom Bundeskabinett beschlossen. Das neue GEG bringt dabei einige Änderungen mit sich, die vor allem für künftige Bauherren interessant sind. Denn zukünftig kann eine gebäudenahe Stromerzeugung, beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage, als Effizienzmaßnahme angerechnet werden.

Damit wird die Photovoltaik auf privaten Hausdächern deutlich attraktiver. Denn nach der alten Energieeinsparverordnung (EnEV) konnte der erzeugte Solarstrom bislang nur monatsweise mit dem Strombedarf der Anlagentechnik bilanziert werden. Dank des GEG kann dieser zukünftig jedoch auch als notwendiger Anteil zur Deckung des Wärme- und Kältebedarfs im Gebäude herangezogen werden. Damit soll darauf reagiert werden, dass immer mehr Solaranlagenbetreiber den erzeugten Solarstrom auch anderweitig nutzen.

Mit dem GEG wird die neue EU-Gebäuderichtlinie und damit schließlich das Klimaschutzprogramm 2030 umgesetzt. Dieses sieht einen Niedrigstenergiestandard für alle Neubauten spätestens ab dem Jahr 2021 vor. Was aber heißt das im Detail und welche Änderungen ergeben sich daraus für (zukünftige) Eigenheimbesitzer? Wir möchten Ihnen die wichtigsten Änderungen im Gebäudeenergiegesetz vorstellen und dabei vor allem auf die Vorteile für Ihre eigene Photovoltaik-Anlage eingehen.

Neubau


Photovoltaik zur Deckung des vorgeschriebenen Anteils

Wirft man einen Blick auf das Gebäudeenergiegesetz, so stellt man fest, dass nach § 10 jeder Neubau als Niedrigstenergiegebäude zu errichten ist. Das bedeutet zunächst, dass der Gesamtenergiebedarf des Hauses einen festgeschriebenen Höchstwert nicht überschreiten darf und Energieverluste durch einen entsprechenden Wärmeschutz zu vermeiden sind. Zeitgleich muss der Wärme- und Kälteenergiebedarf zumindest anteilig durch die Nutzung erneuerbarer Energien gedeckt werden.

Das ist zunächst nichts Neues, schließlich war der Anteil an erneuerbaren Energien bereits mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) festgeschrieben. Hier war jedoch lediglich von Solarthermie, Umweltwärme oder Biowärme zur anteiligen Deckung des Energiebedarfs die Rede. Mit dem neuen GEG ist nach § 36 jedoch zusätzlich die Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien möglich. Somit kann nun auch die Photovoltaik zur anteiligen Deckung des Energiebedarfs beitragen.

Photovoltaik


Die Anforderung gilt dabei als erfüllt, „wenn durch die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien nach Maßgabe des § 23 Absatz 1 der Wärme- und Kälteenergiebedarf zu mindestens 15 Prozent gedeckt wird." Wird die Photovoltaikanlage auf einem Wohngebäude installiert, so gilt die Anforderung an diesen Mindestanteil dann als erfüllt, wenn diese „mit einer Nennleistung von mindestens 0,02 Kilowatt je Quadratmeter Gebäudenutzfläche installiert und betrieben" wird.

Das bedeutet: Bauen Sie ein Haus mit einer Gebäudenutzfläche von 200 m², so benötigen Sie eine Solaranlage mit einer Leistung von 4 kWp, um den erforderlichen Mindestanteil an der Deckung des Energiebedarfs zu erzielen. Selbst bei einer Gebäudenutzfläche von 400 m² müsste die PV-Anlage lediglich 8 kWp Leistung erzielen. Da die durchschnittliche Anlagengröße heutzutage jedoch bereits bei 9,9 kWp liegt, wird dieser Mindestanteil für die meisten Eigenheimbesitzer wohl kein Problem darstellen.

Solaranlage


Solarstrom auf den Jahres-Primärenergiebedarf anrechnen

Dabei ist § 36 GEG nicht die einzige Neuerung in Sachen Photovoltaik. So ändert sich künftig auch die Art und Weise, wie Strom aus erneuerbaren Energien angerechnet werden darf. So kann der von der Solaranlage erzeugte Solarstrom nach § 23 bei der Ermittlung des Jahres-Primärenergiebedarfs des Hauses in Abzug gebracht werden, sofern er

  1. im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu dem Gebäude erzeugt wird und

  2. vorrangig in dem Gebäude unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung selbst genutzt und nur die überschüssige Strommenge in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Auch dies sollte für den durchschnittlichen Eigenheimbesitzer kein Problem darstellen. Denn die Solaranlage wird im Regelfall auf dem Haus selbst installiert und der Solarstrom auch in diesem verbraucht. Ziel des Gesetzes ist es daher vor allem, den Eigenverbrauch zu erhöhen und eine unnötige Einspeisung des Solarstroms zu vermeiden.

Für den privaten Hauseigentümer ist die neue Regelung deshalb besonders interessant. Schließlich konnte der selbst erzeugte Solarstrom nach der EnEV bislang nicht vom Jahres-Primärenergiebedarf abgezogen werden. Vor allem Abschnitt 2 des § 23 sollte daher auf großes Interesse bei kommenden Eigenheimbesitzern stoßen. Denn dieser legt fest, was genau in welchem Maße vom Jahres-Primärenergiebedarf abgezogen werden darf.

PV-Anlage


In Abzug gebracht werden dürfen dabei:

  1. für eine Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien ohne Nutzung eines elektrochemischen Speichers 150 Kilowattstunden je Kilowatt installierter Nennleistung und ab einer Anlagengröße von 0,02 Kilowatt Nennleistung je Quadratmeter Gebäudenutzfläche zuzüglich das 0,7-fache des jährlichen absoluten elektrischen Endenergiebedarfs der Anlagentechnik, jedoch insgesamt höchstens 20 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes und

  2. für eine Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien mit Nutzung eines elektrochemischen Speichers von mindestens 1 Kilowattstunde Nennkapazität je Kilowatt installierter Nennleistung der Erzeugungsanlage 200 Kilowattstunden je Kilowatt installierter Nennleistung und ab einer Anlagengröße von 0,02 Kilowatt Nennleistung je Quadratmeter Gebäudenutzfläche zuzüglich das 1,0-fache des jährlichen absoluten elektrischen Endenergiebedarfs der Anlagentechnik, jedoch insgesamt höchstens 25 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes.

Stromspeicher


Stromspeicher werden belohnt

Das bedeutet: Bei einer Solaranlage mit Speicher erhöht sich der Abzug von 150 auf 200 kWh pro kWp installierter Nennleistung. Zusätzlich dürfen ab einer Anlagengröße von 0,02 kW Nennleistung pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche 70 Prozent des jährlichen absoluten Endenergiebedarfs der Anlagentechnik abgezogen werden, wobei sich dieser Wert mit einem Stromspeicher auf 100 Prozent erhöht. Der Abzug vom Jahres-Primärenergiebedarf darf dabei maximal 20 Prozent ohne bzw. 25 Prozent mit installiertem Stromspeicher betragen.

Für kleinere Solaranlagen gelten dabei leicht veränderte Werte. So kann ab einer Anlagengröße von 0,01 kWp höchstens das 1,8-fache des bilanzierten endenergetischen Jahresertrags der Anlage vom Ausgangswert in Abzug gebracht werden. Als Ausgangswert ist dabei stets der Jahres-Primärenergiebedarf zu verwenden, der sich ohne Anrechnung des Stroms aus erneuerbaren Energien ergibt.

Sollten Sie eine Stromdirektheizung betreiben, so wird der monatliche Stromertrag Ihrer Solaranlage - wie auch in der bisherigen EnEV - dem tatsächlichen Bedarf der Anlagentechnik gegenübergestellt. Dabei sind „bei Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie die monatlichen Stromerträge unter Verwendung der mittleren monatlichen Strahlungsintensitäten der Referenzklimazone Potsdam nach DIN V 18599-10: 2018-09 Anhang E sowie der Standardwerte zur Ermittlung der Nennleistung des Photovoltaikmoduls nach DIN V 18599-9: 2018-09 Anhang B zu ermitteln."

Solarenergie


Abschließend haben wir die wichtigsten Punkte in einer Tabelle für Sie zusammengefasst:

Ohne Stromspeicher Mit Stromspeicher
Abzug vom Jahres-Primärenergiebedarf 150 kWh je kWp inst. Leistung 200 kWh je kWp inst. Leistung
Zusätzlicher Abzug ab 0,02 kW je m² Nutzfläche 70% des el. Endenergiebedarfs der Anlagentechnik 100% des el. Endenergiebedarfs der Anlagentechnik
Maximaler Abzug vom Jahres-Primärenergiebedarf 20% des errechneten Jahres-Primärenergiebedarfs 25% des errechneten Jahres-Primärenergiebedarfs
Maximaler Abzug ab 0,01 kW je m² Nutzfläche 1,8-fache des bilanzierten endenergetischen Jahresertrags 1,8-fache des bilanzierten endenergetischen Jahresertrags

PV


Bedeutung für Solaranlagenbetreiber

Was aber bedeuten diese Änderungen jetzt für Interessenten einer PV-Anlage? Ganz einfach: Photovoltaikanlagen haben in Zukunft einen deutlich größeren Einfluss auf die energetische Beurteilung ihres Neubaus. Denn werdende Eigenheimbesitzer können den seit 2009 geforderten Anteil der erneuerbaren Energien nun auch durch die Erzeugung von Solarstrom decken. Dies war mit der bisherigen Energieeinsparverordnung nicht möglich.

Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz möchte die Bundesregierung nun alle Vorschriften für die Energieeffizienz von Gebäuden in einem Gesetz zusammenfassen. Dazu fließen auch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammen. Auf diese Weise soll die neue EU-Gebäuderichtlinie nun auch für Privathaushalte durchgesetzt werden, nachdem diese seit 2019 bereits für öffentliche Gebäude gilt.

Zusammengefasst haben Sie als Bauherr zwei Vorteile, wenn Sie sich bei einem Neubau für die Installation einer Solaranlage entscheiden:

1. Sie können den errechneten Jahres-Primärenergiebedarf Ihres Hauses mit Hilfe des selbst erzeugten Solarstroms stärker verringern als noch zu Zeiten der EnEV und

2. Sie können den erzeugten Solarstrom nutzen, um den geforderten Anteil erneuerbarer Energien zu decken.

zolar


Fazit

Das neue Gebäudeenergiegesetz soll dazu beitragen, die energetischen Standards für Neubauten nun auch im Privatbereich an die neue EU-Gebäuderichtlinie anzupassen. Das Bauen und Wohnen soll auf diese Weise noch energieeffizienter und damit umweltfreundlicher werden. Langfristiges Ziel der Europäischen Union ist es dabei, den klimaneutralen Gebäudebestand auszubauen und mit Hilfe energetisch sinnvoller Neubauten und Sanierungen sinnvollen Klimaschutz zu betreiben.

Für Bauherren ist diese Entwicklung besonders interessant. Denn endlich ist es möglich, den von der Solaranlage erzeugten Strom zu nutzen, um den Jahres-Primärenergiebedarf zu senken und den geforderten Anteil an erneuerbaren Energien zu decken. Somit lohnt es sich gleich doppelt, wenn Sie eine Solaranlage kaufen. Denn Sie sparen bares Geld und erfüllen die gesetzlichen Bedingungen an die Energieeffizienz Ihres Hauses.

Möchten auch Sie von den Vorteilen einer Solaranlage profitieren? Dann lassen Sie sich noch Ihr individuelles, kostenloses und unverbindliches Angebot für den Kauf und die Installation erstellen!

Gemeinsam eine nachhaltige Energiewelt schaffen.