Photovoltaik Förderung in Baden-Württemberg

05.03.2018 Kevin Murkisch Lesezeit 4 Minuten

Die Förderung von „netzdienlichen Photovoltaik-Batteriespeichern"


Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg möchte den Bau von zusätzlichen Photovoltaik-Anlagen anreizen und dabei die Belastung der Verteilnetze senken. Mit dem Förderprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher" werden daher zukünftig Investitionen in stationäre Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden PV-Anlage gefördert. Dabei kann es sich um zwei Arten von Stromspeichern handeln:

  1. Einen „Heimspeicher", der in Verbindung mit einer PV-Anlage von bis zu 30 kWp Leistung installiert wird.
  2. Einen „Gewerbespeicher", der in Verbindung mit einer PV-Anlage von mehr als 30 kWp Leistung installiert wird.


Gefördert werden dabei sowohl natürliche wie juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts, als auch rechtsfähige Personengesellschaften, die den mit einer PV-Anlage erzeugten Strom vollständig oder aber teilweise einspeisen.

Förderung in Baden-Württemberg


Voraussetzungen hierfür sind:

Es wird nur jeweils ein Batteriespeichersystem gefördert. Weiter kann die Förderung nur dann gewährt werden, wenn das Verhältnis von Nennleistung der PV-Anlage zur nutzbaren Speicherkapazität mindestens 1,2 kWp je 1 kWh beträgt.


Weitere technische Anforderungen sind:

  1. Die maximale Leistungsabgabe der PV-Anlage am Netzanschlusspuunkt beträgt bei PV-Anlagen mit

    a) bis zu 30 kWp Leistung 50% und

    b) mehr als 30 kWp Leistung 60% der installierten Leistung der PV-Anlage.

  2. Die Wechselrichter verfügen über geeignete und offen gelegte Schnittstellen zur Fernparametrierung und Fernsteuerung, der der Anlagenbetreiber zustimmen muss.

  3. Die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme existierenden gültigen Anwendungsregeln und Netzanschlussrichtlinien für Batteriespeicher sind einzuhalten.

  4. Die elektronischen Schnittstellen des Batteriemanagementsystems und die verwendeten Protokolle sind offenzulegen.

  5. Für die Batterien des Batteriespeichersystems liegt eine Zeitwertersatzgarantie für einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren vor.

  6. Der sichere Betrieb des Batteriespeichersystems und der Batterie ist durch die Einhaltung entsprechender Normen zu gewährleisten und die fachgerechte und sichere Inbetriebnahme durch eine geeignete Fachkraft zu bestätigen sowie nachzuweisen.


Achtung: Neue Förderungsbedingung zum 01.02.2019

Das Land Baden-Württemberg erweitert sein Förderprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher". Die Erweiterung setzt sich dabei aus 6 Punkten zusammen:


1. Verknüpfung mit Elektromobilität

Wenn Sie in Ihrem Haus einen „netzdienlichen/lastmanagementfähigen Elektrofahrzeugladepunkt", kurz: eine Elektro-Ladesäule, installieren möchten, so erhalten Sie hierfür zukünftig einen Bonus in Höhe von 500 Euro.


2. Photovoltaik-Anlagen von 10 - 14 kWp

Wenn Sie sich für den Kauf einer Solaranlage mit 10 bis 14 kWp installierter Nennleistung entscheiden, so erhalten Sie zukünftig 400 Euro zusätzlich.


3. Prognosebasiertes Managementsystem

Der bisherige Bonus für prognosebasierte Batteriemanagementsysteme entfällt. Stattdessen ist ein solches prognosebasiertes Batteriemanagementsystem zukünftig Fördervoraussetzung für Vorhaben mit Solaranlagen mit einer installierten Nennleistung von bis zu 10 kWp.


4. Mindestinstallationsverhältnis

Die Förderung erfolgt zukünftig „bis zum Faktor 1,2". Das heißt, dass der Einbau eines größeren Speichers zukünftig erlaubt ist. Die das Verhältnis übersteigende Speicherkapazität wird jedoch nicht gefördert.


5. Fördernehmer

Zukünftig können auch Landwirte, also „Unternehmen, die in der Primärerzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse tätig sind", von der Förderung für Stromspeicher profitieren.


6. Wirkleistungsbegrenzung

Ist Ihre Solaranlage mit einer technischen Einrichtung zur Fernsteuerbarkeit ausgestattet (§ 9 Abs. 1 S. 1 Nr.1 EEG), entfällt für Sie die bisherige Wirkleistungsbegrenzung auf 60 Prozent der installierten Leistung (für PV-Anlagen > 30 kWp) bzw. auf 50 Prozent der installierten Leistung (für PV-Anlagen < 30 kWp). Für Photovoltaik-Anlagen, die über keine solche technische Einrichtung zur Fernsteuerbarkeit verfügen, gilt die bisherige Wirkleistungsbegrenzung jedoch weiterhin.


Art und Höhe der Förderung

Die Förderung wird pro Batteriespeicher in Euro je Kilowattstunde nutzbarer Speicherkapazität des Batteriespeichers als Investitionszuschuss gewährt, ist aber auf maximal 30% der Nettoinvestitionskosten des Batteriespeichersystems begrenzt.


Die Höhe der Förderung beträgt:

1. Für Stromspeicher mit PV-Anlage mit bis zu 30 kWp

2018: 300 Euro / kWh, minimale Förderhöhe: 600 Euro, maximale Förderhöhe: 7.500 Euro

2019: 200 Euro / kWh, minimale Förderhöhe: 400 Euro, maximale Förderhöhe 5.000 Euro


2. Für Stromspeicher mit PV-Anlage mit mehr als 30 kWp:

2018: 400 Euro / kWh, minimale Förderhöhe: 7.500 Euro, maximale Förderhöhe: 60.000 Euro

2019: 300 Euro / kWh, minimale Förderhöhe: 5.000 Euro, maximale Förderhöhe: 45.000 Euro


Bonus:

Verfügt das Energiemanagementsystem über Erzeugungs- und / oder Verbrauchsprognosen, die über eine Hersteller- oder Händlererklärung nachgewiesen werden können, kann pro Batteriespeicher ein Bonus in Höhe von 250 Euro gewährt werden. 


Umsetzung und Antragsstellung

Nach der Bewilligung muss das Projekt binnen neun Monaten umgesetzt werden. Die Förderungssumme wird in einer Summe ausgezahlt, nachdem der Verwendungsnachweis vorgelegt und geprüft wurde. Das Förderungsprogramm ist mit dem KfW-Förderprogramm "Erneuerbare Energien - Speicher" kombinierbar, wenn die Fördersumme aus Tilgungszuschuss der KfW-Förderung und Zuschuss des Förderungsprogramms die Nettoinvestitionskosten des Batteriespeichersystems nicht überschreiten. 

Alle notwendigen Antragsformulare sowie weitere Informationen finden Sie hier.

Ihr persönliches Angebot
Solaranlage mit Installation
Stromspeicher inklusive
mit Festpreisgarantie
Gemeinsam eine nachhaltige Energiewelt schaffen.