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Photovoltaik-Förderung Baden-Württemberg

05.03.2018 zolar Lesezeit 7 Minuten

Aktualisiert am 02.03.2021: Fortsetzung der Förderung netzdienlicher PV-Speicher

Wichtiger Hinweis: Baden-Württemberg startet in die zweite Runde des Förderprogramms. Antragsberechtigt sind alle Vorhaben, die nicht vor dem 01.01.2021 begonnen wurden. Für alle Vorhaben, welche zwischen dem 01.01.2021 und dem 31.03.2021 begonnen wurden, muss dein Antrag bis zum 01.07.2021 gestellt sein. Ab dem 01. April 2021 dürfen Vorhaben erst begonnen werden, wenn der Förderantrag bereits gestellt wurde.

Baden-Württemberg


  1. Was wird in Baden-Württemberg gefördert?
  2. Wer wird gefördert?
  3. Voraussetzung für den Erhalt der Photovoltaik-Förderung
  4. Art und Höhe der Förderung
  5. Bonuszahlungen
  6. Umsetzung und Antragstellung
  7. Photovoltaik-Förderung Stuttgart


Was wird in Baden-Württemberg gefördert?

In Baden-Württemberg geht die Förderung von „netzdienlichen Photovoltaik-Batteriespeichern" in die nächste Runde. Insgesamt stehen 10 Millionen Euro aus dem Maßnahmenpaket „Zukunftsland BW – stärker aus der Krise“ zur Verfügung. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg möchte den Bau von zusätzlichen Photovoltaik-Anlagen anreizen und dabei die Belastung der Verteilnetze senken. Die vorangegangene Förderrunde des Programms – von März 2018 bis Juli 2019 – verfügte ebenfalls über 10 Millionen Euro Fördermittel, mit denen rund 4000 Projekte finanziell unterstützt werden konnten. Für die neue Förderrunde können ab dem 01.04.2021 Anträge gestellt werden.

Mit der Photovoltaik-Förderung „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher" werden Investitionen in stationäre Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden PV-Anlage gefördert. Dabei kann es sich um zwei Arten von Stromspeichern handeln:

  1. Einen „Heimspeicher", der in Verbindung mit einer PV-Anlage von bis zu 30 kWp Leistung installiert wird.
  2. Einen „Gewerbespeicher", der in Verbindung mit einer PV-Anlage von mehr als 30 kWp Leistung installiert wird.

Stromspeicher

Wer wird gefördert?

Nicht jeder kann die Photovoltaik-Förderung in Baden-Württemberg beantragen. Antragsberechtigt sind natürliche wie juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts, rechtsfähige Personengesellschaften sowie Landwirte, also „Unternehmen, die in der Primärerzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse tätig sind".

Voraussetzung für den Erhalt der Photovoltaik-Förderung

Um für dein Solarprojekt in Baden-Württemberg eine Förderung zu erhalten, müssen unter anderem folgende technische Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Mindestinstallationsverhältnis

Die Förderung erfolgt zukünftig „bis zum Faktor 1,2". Das heißt, dass der Einbau eines größeren Speichers erlaubt ist. Die das Verhältnis übersteigende Speicherkapazität wird jedoch nicht gefördert. Wird zusätzlich zur PV-Anlage und dem Batteriespeicher ein neuer lastmanagementfähiger Elektrofahrzeugladepunkt oder eine neue Wärmepumpe installiert, kann vom Mindestinstallationsverhältnis abgewichen werden, sofern je geförderter kWh Kapazität des Speichers mindestens 0,5 kWp PV-Leistung installiert werden.

2. Wirkleistungsbegrenzung

Die maximale Leistungsabgabe am Netzanschlusspunkt beträgt bei Photovoltaikanlagen mit bis zu 25 kWp Leistung 50 Prozent der installierten Leistung. Sofern sie mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung durch Netzbetreiber ausgestattet sind, entfällt die Wirkleistungsbegrenzung.

3. Prognosebasiertes Managementsystem

Ein prognosebasiertes Batteriemanagementsystem ist Fördervoraussetzung für Vorhaben mit Solaranlagen mit einer installierten Nennleistung von bis zu 10 kWp.

4. Monitoringprogramm

Verpflichtende Mitwirkung bei einem Monitoringprogramm des Baden-Württembergischen Umweltministeriums.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung wird pro Batteriespeicher in Euro je Kilowattstunde nutzbarer Speicherkapazität des Batteriespeichers als Investitionszuschuss gewährt, ist aber auf maximal 30% der Nettoinvestitionskosten des Batteriespeichersystems, höchstens jedoch 45.000 €, begrenzt.

Die Höhe der Förderung beträgt:

1. Für Stromspeicher mit PV-Anlage mit bis zu 30 kWp Festbetrag in Höhe von 200 Euro / kWh nutzbarer Speicherkapazität
2. Für Stromspeicher mit PV-Anlage mit mehr als 30 kWp Festbetrag in Höhe von 300 Euro / kWh nutzbarer Speicherkapazität

Bonuszahlungen bei Ladepunkten für E-Autos

Bonuszahlungen


1. Verknüpfung mit Elektromobilität

Wenn du in deinem Haus einen „netzdienlichen/lastmanagementfähigen Elektrofahrzeugladepunkt", kurz: einen Elektro-Ladepunkt, installieren möchtest, so erhältst du hierfür einen Bonus in Höhe von 500 Euro.


2. Photovoltaik-Anlagen mit über 100 kWp installierter Leistung

Für Planungsleistungen einer Solaranlage mit über 100 kWp installierter Leistung erhältst du einen einmaligen Bonus über 2.500 Euro.

Die Boni werden über die maximale Förderhöhe hinaus gewährt.

Umsetzung und Antragsstellung

Nach der Bewilligung muss das Projekt binnen neun Monaten umgesetzt werden. Die Förderungssumme wird in einer Summe ausgezahlt, nachdem der Verwendungsnachweis vorgelegt und geprüft wurde. Das Förderungsprogramm ist mit den Förderungen „Energie vom Land – Bioenergie“ und dem „BW-e-Gutschein“ kombinierbar sowie mit anderen Förderprogrammen des Landes Baden-Württemberg oder bundesweiten Förderprogrammen.

Durch die Möglichkeit des vorzeitigen Maßnahmenbeginns, können alle Vorhaben eine Förderung erhalten, die nicht vor dem 01. Januar 2021 begonnen wurden. Für Vorhaben, welche zwischen dem 01. Januar und dem 31. März 2021 begonnen wurden, muss der Antrag auf Förderung bis zum 01. Juli 2021 gestellt werden. Für alle Solarprojekte ab dem 01.04.2021 darf die Umsetzung erst begonnen werden, wenn der Antrag auf Photovoltaik-Förderung eingegangen ist.

Eine Antragstellung für bereits fertiggestellte Projekte ist nicht möglich.
Alle notwendigen Antragsformulare sowie weitere Informationen findest du auf der Seite der L-Bank.


Photovoltaik-Förderung Stuttgart

Neben Förderungen des Bundeslandes Baden-Württemberg, bietet die Landeshauptstadt Stuttgart eine eigene Förderung für den Ausbau der Photovoltaiknutzung – auch bekannt als Stuttgarter Solaroffensive - an. Das seit dem 13. November 2020 aktive Förderprogramm bezuschusst den Bau von Photovoltaik-Anlagen, Stromspeichern und vorgelagerter Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.

Das Förderprogramm für Stuttgart kann auf verschiedene Vorhaben angewandt und sogar mit bestehenden Förderprogrammen kombiniert werden, sofern diese das zulassen. Auf die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten soll an dieser Stelle eingegangen werden.


Förderfähige Maßnahmen

Die Solaroffensive in Stuttgart umfasst bauliche Maßnahmen von Solaranlagen an Gebäuden, auch bei einer Installation in Kombination mit solarthermischen Anlagen. Dabei werden folgende Maßnahmen von der Förderung umfasst:

1. Begleitende Maßnahmen bei der Installation auf Dach- und Fassadenanlagen
2. Steckerfertige Photovoltaikanlagen (sogenannte Balkonmodule)

Förderfähig sind Kosten für Planung, Installation und Inbetriebnahme, sofern die Maßnahmen nicht vor der Antragstellung bereits beauftragt oder begonnen wurden. Photovoltaikmodule selbst sind nicht förderfähig.

Weitere nicht förderfähige Maßnahmen sind:

1. In Eigenleistung durchgeführte Arbeiten
2. Solaranlagen (oder Teile von diesen), welche gesetzlich verpflichtend zu errichten sind
3. Solarthermie-Anlagen


Die Förderung von Photovoltaikanlagen in Stuttgart

Das Förderprogramm für Solaranlagen in Stuttgart umfasst verschiedene Kostenpunkte. Wer in Stuttgart eine Solaranlage kaufen möchte, kann folgende Kosten für die Installation mit der Förderung bezuschussen lassen:

1. Gerüstarbeiten
2. Elektrische Installationen
3. Einrichtung des Zählerplatzes
4. Prüfung der Statik des Gebäudes
5. Baumaßnahmen an der Dachhaut
6. Verlegung von Bauteilen
7. Blitzschutz und Funkrundsteuerempfänger

Die Höhe der Fördersätze für den Bau von Photovoltaikanlagen in Stuttgart kann eine Bezuschussung von bis zu 50 Prozent der oben genannten Punkte erreichen. Maximal können 50.000 Euro je Antrag berücksichtigt werden. Wer die Förderung in Anspruch nehmen möchte, sollte auf die Voraussetzungen der Höchstfördersätze achten:

1. 350 Euro pro kWp Leistung bei Solaranlagen auf dem Dach oder an der Fassade
2. 450 Euro pro kWp Leistung bei Photovoltaikanlagen an der Fassade oder auf dem Dach über einer Dachbegrünung

Dem Antrag auf Bezuschussung durch die Stuttgarter Solaroffensive ist ein entsprechender Nachweis beizulegen.

Förderung von Stromspeichern in Stuttgart

In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage, können in Stuttgart auch Fördermittel für die Neuinstallation netzdienlicher Stromspeicher beantragt werden. Voraussetzung für den Erhalt von Fördergeldern, ist die Erhöhung des Eigenverbrauchs durch die Installation des Speichers. Wenn du bereits eine Solaranlage betreibst und deinen Eigenverbrauch erhöhen möchtest oder planst, eine Solaranlage zu kaufen, kannst du mit Hilfe der Förderung in Stuttgart einen Stromspeicher in deine Planung miteinbeziehen. Für Stromspeicher liegt die Bezuschussung bei einem Satz von maximal 20.000 Euro je Antrag. Die Höhe der Fördermittel steht in Abhängigkeit zur installierten Speicherkapazität und beläuft sich auf 300 Euro/kWh nutzbarer Speicherkapazität. Je kWp Leistung, werden maximal 0,8 kWh des Speichers gefördert.

Förderung vorgelagerter Ladeinfrastruktur für E-Autos

Zusätzlich zu den Förderungen für PV-Anlage und Stromspeicher in der Solaroffensive Stuttgarts, können auch Kosten für die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge bezuschusst werden. Dies gilt ausschließlich für Vorrichtungen in Gewerbebauten, Parkieranlagen oder Geschossbauten und die Errichtung muss in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage stehen. Nicht förderfähig sind Wallboxen und Ladesäulen. Kosten für Kabeltrassen, der Zuleitung zur Unterverteilung, Wanddurchbrüche oder der Einbau von Zähler- und Schaltschränken können geltend gemacht werden. Die Fördersätze belaufen sich auf maximal 30.000 Euro je Antrag und setzen sich wie folgt zusammen:

1. 1.000 Euro (netto) pauschal je neu errichtetem Ladepunkt (ausgestattet mit Ladesäule oder Wallbox), sofern dessen Versorgung durch die zu fördernde vorgelagerte Ladeinfrastruktur gewährleistet wird.
2. Maximal 250 Euro (netto) je Ladepunkt, für den zwar noch keine Wallbox oder Ladesäule installiert wurde, welcher aber durch die vorgelagerte Ladeinfrastruktur versorgt werden könnte. Um diese Förderung zu erhalten, muss mindestens ein Ladepunkt mit einer Wallbox oder Ladesäule in der Gesamtanlage ausgestattet sein.


Wie reiche ich meinen Antrag auf Förderung ein?

Die Bewilligungsstelle ist das Amt für Umweltschutz, dort findest du auch das Antragsformular für die Förderung in Stuttgart. Zusätzlich dazu benötigt du folgende Unterlagen:

1. Die Angebote der ausführenden Firmen
2. Sofern hierzu eine Förderung beantragt wird: Ein schriftlicher Nachweis zur Statik
3. Sofern hierzu eine Förderung beantragt wird: Ein schriftlicher Nachweis der Bedarfsdeckung der Ladesäule, bzw. Wallbox
4. durch eine Photovoltaikanlage, sowie ein Übersichtsplan mit allen versorgten Ladepunkten
5. Sofern erforderlich: das schriftliche Einverständnis des Eigentümers


Du interessierst dich für die Photovoltaik-Förderung in einem anderen Bundesland? Dann findest du unter https://www.zolar.de/photovoltaik-foerderung weitere Informationen!

Gemeinsam eine nachhaltige Energiewelt schaffen.