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E.ON Solar Cloud: Kosten, Vor- und Nachteile

Solaranlagen sind so gefragt wie nie. Auch Stromspeicher werden immer beliebter. Schließlich ist Solarstrom nicht nur umweltfreundlich, sondern mittlerweile auch deutlich günstiger als herkömmlicher Kohle- oder Atomstrom. Auch E.ON möchte mit der E.ON SolarCloud von dem aktuellen Trend profitieren.

Versprochen wird dabei, den eigens erzeugten und nicht sofort verbrauchten Solarstrom in einer sogenannten Cloud zwischenspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit von E.ON beziehen zu können. Doch was bringt einem das? Und funktioniert das eigentlich wirklich? zolar hat sich dem Thema angenommen und kommt zu interessanten Ergebnissen.


Aktualisiert am:27.2.2024 | Tanita Belke | 7 Min. Lesezeit

Über uns Autor:innen

Was ist die E.ON SolarCloud und was hat sie mit E.ON Strom zutun?

Das Wort Cloud stammt aus dem Englischen und bedeutet Wolke. In diesem Zusammenhang wird daher auch von einer 'Datenwolke' gesprochen. Generell beschreibt eine Cloud -auch Cloud Computing genannt- dabei die Bereitstellung von IT-Infrastruktur wie beispielsweise Anwendungssoftware, Rechenleistung oder aber Speicherplatz über das Internet.

Im Falle der E.ON SolarCloud kann darunter in der Theorie die Bereitstellung von Speicherplatz für den erzeugten Solarstrom verstanden werden. Statt des Internets greift man hier jedoch auf das öffentliche Stromnetz zurück. In dieses soll man den erzeugten Solarstrom einspeisen und diesen zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder abrufen können, wenn er denn benötigt wird.

Einfamilienhaus mit PV-Anlage auf dem Dach - Was ist die E.ON Solar-Cloud?

E.ON wirbt demnach damit, dass bis zu 100 Prozent des erzeugten Solarstromes verbraucht werden können, da dieser nicht einfach verloren geht, sondern virtuell gespeichert wird. „Freiheit durch eigene Energie", so wird es dem treuen E.ON-Kunden versprochen. Nachhaltig und sicher soll diese Methode sein. Das klingt auf den ersten Blick durchaus attraktiv.

Auf welchem Gebäudetyp soll die Solaranlage installiert werden?

Funktioniert die E.ON SolarCloud?

Doch wenn man sich nur kurz genauer mit dem Thema beschäftigt, so tritt bereits das erste Problem auf: Eine solche SolarCloud gibt es nicht und kann es auch gar nicht geben. Der in der Cloud "gespeicherte" Solarstrom kann später nicht wieder 1 zu 1 zur Verfügung gestellt werden. Denn das öffentliche Stromnetz in Deutschland ist für eine solche Anwendung nicht ausgelegt. Stattdessen wird der eingespeiste Solarstrom automatisch mit anderen Stromarten wie Atom-, Kohle-, Wind- und Wasserstrom vermischt.

Damit kann der eingespeiste Strom über das öffentliche Stromnetz im höchsten Falle räumlich verschoben werden, doch eine zeitliche Verschiebung in Zeiten ohne Solarstrom wie E.ON verspricht ist praktisch nicht möglich. So stammt der angeblich eigens erzeugte Solarstrom, der zu einem späteren Zeitpunkt bezogen wird, zu großen Teilen wohl eben nicht aus gespeichertem Solarstrom, sondern herkömmlichen Stromquellen.

Solarmodule in Reihe - Wo liegen die Preise für Solaranlagen?

E.ON selbst versichert hierzu allerdings, dass der bereitgestellte Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen soll. So geht der Kunde sicher, dass er umweltfreundlichen Strom verbraucht - auch wenn es nicht der eigens erzeugte Solarstrom ist.

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Was kostet die E.ON SolarCloud?

Doch unabhängig von der Frage, ob eine solche Cloud überhaupt funktionieren kann, steht die Frage im Raum, welchen Vorteil der Verbraucher von der E.ON Solar Cloud haben könnte. Hier rückt zunächst der Faktor Preis in den Fokus. Mit welchen Kosten muss der Kunde rechnen?

Der Preis ist von Kunde zu Kunde unterschiedlich und richtet sich vor allem nach dem Stromverbrauch und dem erzeugten Solarstrom. Fest steht aber: Wer die E.ON SolarCloud nutzen möchte, der ist dazu gezwungen, eine Photovoltaikanlage mit oder ohne Stromspeicher von E.ON zu erwerben. Ein Solarrechner prüft hierzu zunächst online, wie groß eine Solaranlage am jeweiligen Standort bemessen werden muss und mit welchen Erträgen gerechnet werden kann. Besteht nun Interesse, so wird ein Kundenberater eingeschaltet, der ein maßgeschneidertes Produkt vor Ort planen soll.

Hat sich der Kunde nun dazu entschieden eine Solaranlage bei E.ON zu erwerben -hierbei müssen allerdings alle Bauteile aus dem Hause E.ON stammen- , so kann ein Zusatzvertrag für die E.ON SolarCloud abgeschlossen werden. Der Energiekonzern bietet hierbei zwei Varianten an: Die einfache E.ON SolarCloud und die SolarCloud Premium. Je nach Paket starten die monatlichen Grundpreise ohne lokalen Stromspeicher bei 30,99 Euro bzw. 40,99 Euro. Wer einen Stromspeicher dazukauft, zahlt ab 21,99 Euro bzw. 26,99 Euro pro Monat. Wer mehr Strom benötigt, als er theoretisch in der virtuellen SolarCloud zwischengespeichert hat, der muss mindestens 26,67 Cent pro Kilowattstunde zuzahlen.

Was spricht also gegen die E.ON SolarCloud?

Gegen die E.ON SolarCloud spricht zunächst einmal, dass diese nur in der Theorie existiert. Denn wer Solarstrom erzeugt, diesen nicht direkt verbrauchen kann und daher in das öffentliche Netz einspeisen muss, der kann diesen später nicht einfach wieder aus eben diesem beziehen. E.ON berechnet lediglich die Menge an eingespeistem Solarstrom und stellt dem Kunden dieselbige in Form von Öko-Strom zur Verfügung.

Auch die Tatsache, dass man sich mit der E.ON SolarCloud in besonderem Ausmaß abhängig von dem Energieriesen macht, kann als problematisch angesehen werden. Vor allem, dass sämtliche Teile der Solaranlage aus dem Hause E.ON stammen müssen, ist dabei als schwierig zu bewerten, da man sich hier selbst vielfältiger Alternativen beraubt, die zum Teil deutlich leistungsstärker und auch kostengünstiger sind.

Letztlich muss jedoch jeder Interessent selbst entscheiden, was für ihn das Beste ist. Ob eine herkömmliche Solaranlage oder aber spezielle Öko-Strom-Tarife - Die Alternativen sind vorhanden. Die beste Möglichkeit, seinen eigenen Solarstrom zu erzeugen, zu speichern und möglichst viel davon selbst zu verbrauchen, bietet allerdings weiterhin eine herkömmliche Photovoltaikanlage mit dazugehörigem Speicher, der es möglich macht, einen Autarkiegrad von über 85 Prozent zu erreichen, somit deutlich unabhängiger zu werden und dabei auch noch bares Geld zu sparen.

Vorab ausreichend informiert sein – Stromspeicher oder SolarCloud

PV-Anlage mit BYD B-Box HV H6 und Sunny Boy Storage 2.5

So kann eine Photovoltaik-Anlage für einen herkömmlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von bis zu 5.000 kWh optimal mit dem Stromspeicher BYD B-Box HV H6 und dem Wechselrichter Sunny Boy Storage 2.5 kombiniert werden. Der Lithium-Eisenphosphat-Speicher des chinesischen Marktführers in Sachen E-Autos ist dabei modular aufgebaut und somit flexibel in 1,2 kWh-Schritten erweiterbar. Eine Nachrüstung ist dabei jederzeit möglich.

Mit dem Wechselrichter Sunny Boy Storage des deutschen Weltmarktführers SMA wird es dank der integrierten W-Lan-Funktion möglich, den Stromspeicher online zu überwachen und seine Aktivitäten simpel darzustellen. Passt man seine Gewohnheiten an und lässt große Verbraucher somit vor allem tagsüber laufen, wenn viel Solarstrom zur Verfügung steht, so kann ein Eigenverbrauch von über 80 Prozent erzielt werden. Der im Stromspeicher gespeicherte Strom kann dabei zu jedem beliebigen Zeitpunkt, also vor allem am Abend oder in der Nacht, verbraucht werden.

Erweitert man das eigene Solarsystem nun noch um Zusatzprodukte wie eine E-Ladesäule, die das eigene E-Auto mit Strom betanken kann oder auch Heizstäbe und eine Brauchwasser-Wärmepumpe, die für die Herstellung von Warmwasser zuständig sind, so kann der Eigenverbrauch weiter in die Höhe getrieben werden. Das spart bares Geld!

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Fazit

Die Grundidee hinter der E.ON SolarCloud ist durchaus gut. Den erzeugten Solarstrom, den man nicht direkt verbraucht hat, in das Netz einspeisen und zu einem späteren Zeitpunkt verbrauchen zu können, wäre eine durchaus attraktive Sache. Doch die Umsetzung ist in der Realität nicht möglich. Denn der Kunde erhält lediglich die eingespeiste Menge an Solarstrom gutgeschrieben und kann dafür später Ökostrom verbrauchen.

Wer aber tatsächlich von den günstigen Preisen für Solarstrom profitieren möchte, der sollte stattdessen seine eigene Solaranlage mit Speicher installieren, um den Eigenverbrauch möglichst hoch zu gestalten. Sieh dir dazu gerne auch die Alternativen in unserem Cloud-Test an und prüfe noch heute die Verfügbarkeit deines zukünftigen Solarsystems von zolar.

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