Notstrom, Ersatzstrom oder Inselstrom – Was ist der Unterschied?

01.03.2017 Kevin Murkisch Lesezeit 4 Minuten

Hausbesitzer, die über die Anschaffung einer Solaranlage und Energiespeicher nachdenken, wollen oft möglichst unabhängig von den großen Stromkonzernen und der weiteren Entwicklung in der Politik sein. Eine Batterie soll dabei helfen, den selbst erzeugten Solarstrom auch im eigenen Haus zu verbrauchen. Auch bei einem Ausfall des Stromnetzes besteht der Wunsch, das Eigenheim weiter zu versorgen.

Allerdings stellt man bei genauerem Hinschauen fest, dass die Versorgung aus dem Stromspeicher bei Netzausfall eine komplexe technische Angelegenheit ist. Zwar versprechen eine Vielzahl von Speichersystemen die Gewährleistung einer gewissen Art von Notstrom, was sich dahinter verbirgt, wird für einen Laien aber kaum verständlich gemacht. Der nachfolgende Artikel soll deshalb einen besseren Überblick der unterschiedlichen Konzepte und technischen Lösungen bieten.

Notstrom


Unterschied Notstrom, Ersatzstrom und Inselsystem

Beginnen wir zunächst mit der Definition unterschiedlicher Begriffe.

Um Notstrom handelt es sich, wenn ein Stromsystem frei von Unterbrechungen verwendet werden kann. Hierfür springt bei einem Ausfall des Netzes das Notstromsystem innerhalb von Millisekunden an. Dies ist insbesondere bei Krankenhäusern oder Serverstationen notwendig, da es dort zu keinem Ausfall der Stromversorgung kommen darf.

Im Gegensatz dazu spricht man von Ersatzstrom, wenn eine Versorgung der Geräte beim Stromausfall gewährleistet sein soll, diese allerdings nicht zeitkritisch, innerhalb von Millisekunden erfolgen muss. Technisch bedeutet der Ersatzstrom einen viel geringeren Aufwand als Notstrom und ist deshalb für den Eigenheimbesitzer zu empfehlen.

Ein Inselsystem besteht dann, wenn die Batterie auch bei Netzausfall (also im Inselbetrieb) weiterhin von der Solaranlage mit Strom versorgt werden kann. Dies ist sowohl bei Notstrom als auch bei Ersatzstrom möglich, erfordert aber einen noch höheren technischen Aufwand.


Echter Ersatzstrom oder nur eine Steckdose

Für eine Versorgung mit Ersatzstrom ist bei einem Ausfall des Netzes eine physische Trennung der Stromverbraucher vom öffentlichen Netz erforderlich. Viele Stromspeicher wie der Ampere Square, SENEC Home oder der E3/DC S10 Mini haben diese Trennung bereits integriert und bieten einen 230V Ausgang für 1-phasige Verbraucher. Dieser kann im Ernstfall zur Versorgung einzelner Verbraucher mit Ersatzstrom genutzt werden. Solche Geräte werden oft auch fälschlicherweise als notstromfähig bezeichnet.

Der Vorteil dieser Lösung ist, dass kaum zusätzlicher Installationsaufwand besteht und einzelne Verbraucher so lange mit Strom versorgt werden können, wie noch Energie in der Batterie gespeichert ist. Der Nachteil ist, dass nur einzelne Verbraucher versorgt werden können. Man kann sich vorstellen, dass eine 230V Steckdose am Speicher zur Verfügung steht, an welche lediglich ein Gerät angeschlossen werden kann, um mit weiterhin mit Strom versorgt zu werden.

Ersatzstrom


Soll stattdessen das ganze Haus bei einem Ausfall des Stromnetzes weiter mit Strom versorgt werden, so empfiehlt sich die Installation eines echten Ersatzstromsystems. Der Unterschied ist, dass eine so genannte allpolige Trennung im Zählerschrank installiert werden muss, welche das komplette Haus im Falle eines Stromausfalls vom öffentlichen Netz trennt. Erst dann springt der Stromspeicher an und versorgt alle Verbraucher im Haus weiter mit Strom. Hierfür empfehlen wir das Speichersystem LG Chem Resu 10 mit dem SMA Sunny Island.

Das System erlaubt es, die Verbraucher so lange mit Strom zu versorgen, wie noch Energie in der Batterie gespeichert ist. Ein Nachladen mit der Solaranlage ist dabei nicht möglich.

Inselstrom


Hinweis: Speichersysteme mit dem SMA Sunny Island können trotz ihres 1-phasigen Anschlusses alle drei Phasen im Haushalt bei einem Netzausfall mit Strom versorgen. Dies wird durch die Phasenkopplung der Umschaltbox ermöglicht, welche standardmäßig installiert werden muss. Lediglich Kraftstrom/ Drehstrom kann nicht zur Verfügung gestellt werden.


Bei Netzausfall die Batterie mit der Solaranlage nachladen

Nicht alle not- bzw. ersatzstromfähigen Speicher können bei einem Ausfall des Netzes auch weiterhin von der Solaranlage mit Strom aufgeladen werden. Als optimale Möglichkeit bieten sich hier Energiespeichersysteme (Speicher-Kombigeräte) wie der E3/DC S10 an. Diese haben den Wechselrichter für die PV-Anlage bereits integriert, sodass die Module direkt an das Speichersystem angeschlossen werden. Bei diesen Geräten ist auch ein Nachladen der Batterie bei Stromausfall gewährleistet und damit eine autarke Versorgung möglich. Auch die Modelle der BYD B-Box-Reihe sind dabei inselstromfähig und machen es so möglich, auch bei einem Stromausfall mit Solarstrom aufgeladen zu werden


Fazit

Nicht jeder Speicher ist not- bzw. ersatzstromfähig und kann auch bei einem Ausfall des öffentlichen Netzes weiterhin Strom zur Verfügung stellen. Lassen Sie sich daher genauestens beraten, wenn sie sich für die Installation eines derartigen Speichersystems interessieren!

Fest steht, dass eine hohe Unabhängigkeit von den zukünftigen Entwicklungen des Stromnetzes und der Energiepolitik in Deutschland mit einem eigenen notstromfähigen Speichersystem möglich ist.Lassen also auch Sie sich noch heute Ihr individuelles,kostenloses und für Sie unverbindliches Angebot für den Kauf und die Installation eines notstromfähigen Speichers erstellen!

Ihr persönliches Angebot
Solaranlage mit Installation
Stromspeicher inklusive
mit Festpreisgarantie
Tags: Notstrom
Gemeinsam eine nachhaltige Energiewelt schaffen.