Das muss sich in Deutschlands Klimapolitik ändern
Eine neue Unternehmer*innen-Generation fordert radikalen Klimaschutz


In Deutschland gibt es eine neue Generation digitaler Unternehmen, mit der Vision, die Klimakrise mit alltagstauglichen Innovationen zu lösen. Die Gründerinnen und Gründer der erfolgreichen sozial-ökologischen Start-ups Ecosia, Planetly, Tomorrow, Wildling Shoes und Zolar erklären, was sich in Deutschland in Sachen Klimapolitik ändern muss. Ob massive Klimainvestitionen, Bürgerrat mit Vetorecht oder verpflichtende CO2-Berichte für Unternehmen – diese CEOs und COOs haben klare Vorstellungen, welche Weichen die neue Bundesregierung stellen muss, damit Deutschland einen gerechten und wirksamen Beitrag zur Reduktion der globalen Erderwärmung leisten kann.


Berlin, 16.09.2021

Die Folgen des menschengemachten Klimawandels sind immer deutlicher spürbar, auch hierzulande: extrem heiße Sommer, Überflutungen, ausgetrocknete Äcker und kranke Wälder stellen inzwischen ein erkennbares Risiko für Mensch und Natur in Deutschland dar. Die nächste Bundesregierung hat die enorme Aufgabe, das Ruder umzureißen, damit Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht – der dringend notwendige Wandel für eine lebenswerte Zukunft für uns alle.

Alex Melzer von Zolar, Anna Yona von Wildling Shoes, Dr. Wolfgang Oels von Ecosia, Anna Alex von Planetly und Jakob Berndt von Tomorrow zeigen schon heute, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind. Ihre Visionen, wie es Deutschland gelingen kann, in Sachen Klimaschutz weltweit eine Vorreiterrolle einzunehmen, teilen sie hier.


Klares Regelwerk für wirtschaftliche und politische Entscheidungen

„Viele konventionelle Banken setzen seit jeher auf klimaschädliche Industrien und machen es Verbraucher*innen schwer, Greenwashing von echter Nachhaltigkeit zu unterscheiden. Deswegen brauchen wir klare und verbindliche Taxonomien für nachhaltige Geldanlagen und verpflichtende Zielsetzungen für Finanzinstitute zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen“, sagt Jakob Berndt, Co-Founder von Tomorrow. „Darüber hinaus fordern wir ein klares und nachvollziehbares Regelwerk, nach dem wirtschaftliche und politische Entscheidungen getroffen werden: Die Sustainable Development Goals (SDGs) und die Ziele des Pariser Klimaabkommens müssen dafür als Basis herangezogen werden.“


Klimafolgen von Lobbyismus und Machtmissbrauch verhindern

„Häufig ist das Problem nicht einmal, dass es keine guten Gesetze gibt, um richtige Klimapolitik zu machen“, sagt Dr. Wolfgang Oels, COO von Ecosia. „Es muss dafür gesorgt werden, dass Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit gestärkt werden. Was wir dringend brauchen ist ein wirklich unabhängiges Gremium, das die Belange der Abgeordneten, Parteien und Ministerinnen regelt, diese beaufsichtigt und Sanktions-, Veto- und Initiativrechte hat, ähnlich einem Aufsichtsrat in der Wirtschaft. Wir fordern die Einführung eines permanenten Bürgerinnenrates als dritte Kammer neben Bundesrat und Bundestag oder als zweite Kammer auf Länderebene. So bekämen wir, der Souverän, endlich Möglichkeiten, die Parteien und insbesondere deren Spitzenfunktionär*innen zu kontrollieren und die größten Auswirkungen von Lobbyismus und Machtmissbrauch zu verhindern - mit erheblichen positiven Auswirkungen in der Klimapolitik.”


Wir müssen die Gesundheit von Mensch und Erde schützen

„COVID-19 hat weltweit die Dringlichkeit aufgebaut, Menschenleben zu schützen. Es wurde massiv Geld in Schutzmaßnahmen gesteckt. Das Gleiche muss jetzt für das Klima geschehen“, sagt Alex Melzer, CEO und Gründer von Zolar, einem Online-Anbieter für private Solarlösungen. 2021 wird Deutschland seine Klimaziele deutlich verfehlen. Nachdem 2020 die Emissionen erstmals gesunken sind, begünstigt durch coronabedingte Lockdowns. „Doch statt nachhaltigem Umdenken, findet ein ‘Weiter so’ statt. Und das zeigt die enorme Schwäche in unserem Denken. Der menschengemachte Klimawandel stellt eine immense Gefahr für Menschenleben dar – auch hierzulande. Wir müssen die Gesundheit der Menschen und unserer Erde schützen“, sagt Melzer. Für die Energieversorgung bedeutet das: 100 % erneuerbare Energien, so schnell wie möglich. Dass wir das Ruder sofort umreißen können, wenn die Gefahr für Leib und Leben in den Fokus rückt, hat Corona gezeigt. Dieser Tatendrang und Wille muss jetzt auf den Klimaschutz übertragen werden.


Tiefgreifende Transformation des Wirtschaftssystems

„Wir fordern eine tiefgreifende Transformation des Wirtschaftssystems und glauben, dass nur der Staat den notwendigen Rahmen für diesen Wandel setzen kann“, sagt Anna Yona, Gründerin und Geschäftsführerin von Wildling Shoes. Den größten Impuls schafft der Staat, indem er den Verursachern die tatsächlich entstehenden ökologischen und sozialen Kosten in Rechnung stellt. Damit einher geht die Übernahme der Verantwortung und Transparenz, auch entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft unterstützen einen positiven Wandel. Generell gilt, wer Menschenrechte und Umweltschutz konsequent missachtet, muss dafür zur Verantwortung gezogen werden."


Gebt dem „Scheiß“ endlich einen Preis

„Es gibt aktuell zu viele verschiedene Regeln in unterschiedlichen Branchen. Wenn wir die Klimaziele von Paris erreichen wollen, müssen wir unsere Wirtschaft ganzheitlicher betrachten“, sagt Anna Alex, Gründerin und CCO von Planetly. „Daher fordern wir ein verpflichtendes CO2-Reporting und zwar für alle Unternehmen über 100 Mitarbeiter*innen sowie einen branchenübergreifenden CO2-Preis – und zwar einen, der wirklich Lenkungswirkung hat, das heißt, nicht unter 100 Euro. Kurzum: Gebt dem „Scheiß“ endlich einen Preis.“

Start-ups sind agile Unternehmen, die schnell handeln und zu kritischen Themen wie dem Klimawandel starke Positionen einnehmen. Noch viel zu häufig werden ihre Ideen und die Umsetzung von Klimaschutz durch restriktive Rahmenbedingungen in den verschiedensten Branchen gebremst. Die Zeit ist reif für eine politische Transformation, ein Umkrempeln der üblichen Art zu wirtschaften, für eine gesunde Lebensgrundlage für alle Menschen.


Über Zolar

Das Greentech Start-up Zolar bietet Photovoltaikanlagen zum Festpreis an, die Eigenheimbesitzer online maßgeschneidert planen, vergleichen und beauftragen können. Mithilfe des eigens entwickelten Zolar Online-Konfigurators haben Hausbesitzer die Möglichkeit, die Komponenten ihrer PV-Anlage den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen und erhalten zugleich eine individuelle Beratung vom Solarexperten.

Zolars breites Netzwerk von lokalen Partnerbetrieben übernimmt die Montage vor Ort. Das Berliner Start-up beschäftigt deutschlandweit 80 Mitarbeiter und verfolgt die Vision, auf jedem Dach der Welt eine Solaranlage zu installieren, um so Privathaushalte unabhängiger vom Stromnetz zu machen. Zolar befähigt seine Kunden, die Energiewende in den eigenen vier Wänden voranzutreiben, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren und so einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Mehr Informationen unter: https://www.zolar.de


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