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Was ist ein Niedrigenergiehaus?

Das Niedrigenergiehaus – ein Begriff, mit dem du dich spätestens während der Planung eines Neu- oder Umbaus auseinandersetzen musst. Doch durch fehlende Definitionen und diverse Synonyme herrscht aktuell Verunsicherung in Bezug auf die Vorgaben für den Bau von Niedrigenergiehäusern.

Aus diesem Grund wollen wir heute Licht in das Dunkel der Niedrigenergiehäuser bringen und fassen dir die wichtigsten Informationen zur Einhaltung des Niedrigstenergiestandards zusammen.

Das erwartet dich in diesem Artikel:

Niedrig(st)energiehaus – was bedeutet das?

Während der Recherche zum Bau eines Niedrigenergiehauses ist dir sicherlich bereits aufgefallen, dass der Begriff Niedrigenergiehaus nicht einheitlich definiert ist. Er dient vielmehr als Oberbegriff für eine Vielzahl energieeffizienter Baustandards. Sprechen Experten von einem Niedrigenergiehaus, geht es dabei grundsätzlich erst einmal um ein besonders energieeffizientes Gebäude.

Anders als häufig vermutet beschreibt der Begriff Niedrigenergiehaus jedoch keinen speziellen Haustyp, sondern vielmehr einen gewissen Energiestandard für Neubauten und sanierte Altbauten. Die Anforderungen an Niedrigenergiehäuser werden im GEG (Gebäudeenergiegesetz) definiert. Der hier festgelegte Standard muss bei jedem Neubau eingehalten werden.

Was ist ein Niedrig(st)energiehaus?

Damit ein Gebäude die nach dem GEG festgelegten Regelungen für Niedrigstenergiehäuser einhält, müssen folgende Punkte beachtet werden:

  • Das Gebäude darf nur 75 Prozent des Primärenergiebedarfs des Referenzhauses haben.
  • Energieverluste beim Heizen und Kühlen müssen durch baulichen Wärmeschutz vermieden werden.
  • Die Nutzungspflicht erneuerbarer Energien muss eingehalten werden.
  • Der Endenergiebedarf darf bei höchstens 45 bis 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr liegen.

Hinweis: Wenn du dich entscheidest, nur 25 Prozent besser zu bauen als die im GEG definierte Mindestvorgabe, kannst du dir die enorm attraktiven Förderungen der Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) sichern. So ist auch besonders interessant, ein Niedrigenergiehaus in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage zu bauen, um von Förderungen zu profitieren. So hältst du auch direkt die Nutzungspflicht erneuerbarer Energien ein. Doch dazu später mehr.

Der KfW-Standard für Niedrigenergiehäuser

Darüber hinaus kannst du unter von der KfW-Effizienzhausförderung profitieren. Denn die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt den Neubau von Niedrigstenergiehäusern und hat daher Gebäudestandards für den Bau von energiesparenden Gebäuden entwickelt.

Um die verschiedenen Förderprogramme in Anspruch nehmen zu können, muss ein Gebäude einen gewissen KfW- Effizienzhaus-Standard erreichen. Daraufhin können Bauleute zwei Möglichkeiten der Förderung in Anspruch nehmen:

  • zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss
  • direkte Zuschüsse ohne Kredit

Doch wie wird der KfW-Standard eines Gebäudes ermittelt? Die von der KfW vorgegebenen Standards richten sich hauptsächlich nach dem Primärenergiebedarf eines Gebäudes und sind nach Zahlen benannt – so zum Beispiel KfW55. Diese Angabe beschreibt, dass das Effizienzhaus nur 55 Prozent des Primärenergiebedarfs des Referenzhauses besitzt. Somit hat ein Gebäude, das 25 Prozent effizienter gebaut wird, als das GEG vorschreibt, den Standard KfW55.

Um einen KfW-Standard zu erreichen, wird jedoch zusätzlich zum Primärenergiebedarf noch der Transmissionswärmeverlust des Gebäudes betrachtet. Dieser gibt an, wie viel Wärme ein Gebäude über die Wände, Türen und das Dach an die Umgebung abgibt. Je kleiner der Transmissionswärmeverlust, desto besser ist das Haus gedämmt und umso höher die Energieeffizienz.

Somit geben die unterschiedlichen Zahlenwerte der Standards an, wie energieeffizient ein Gebäude im Vergleich zu einem Referenzgebäude ist. Das Gebäudeenergiegesetzt (GEG) legt dabei fest, was ein Referenzhaus ist.

In Bezug auf den KfW-Effizienzhaus-Standard lässt sich grundsätzlich festhalten: Je niedriger die Zahl des Standards, desto höher die Energieeffizienz und umso höher die Förderung für das Gebäude.

Wer eine Effizienzhaus-Stufe 40 Plus, 40 oder 55 und ggf. zusätzlich eine Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeits-Klasse erreicht, kann dafür eine Förderung erhalten.

Hinweis: Im Rahmen der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude), kümmert sich die KfW ab sofort nur noch um die Effizienzhausförderung von Neubauten. Im Falle einer Sanierung ist das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zuständig.

So viel kann ein Niedrigenergiehaus kosten

Die Kosten für ein Niedrigenergiehaus hängen natürlich immer von deinen individuellen Wünschen und Voraussetzungen ab. Auch die Größe des geplanten Gebäudes spielt eine große Rolle. Wir versuchen dennoch, dir ein paar grobe Richtwerte für die Umsetzung deines Niedrigenergiehauses an die Hand zu geben

Grundsätzlich kannst du bei der Planung eines Neubaus mit Kosten zwischen 2.300 und 2.600 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für ein schlüsselfertiges Niedrigenergiehaus in Fertigbauweise mit 120 Quadratmeter Wohnfläche erwarten dich also Kosten zwischen 276.000 bis 312.000 Euro. Diese Werte sollen allerdings nur als ungefähre Anhaltspunkte dienen.

Die Kosten für einen Umbau nach Niedrigenergiehaus-Standard können wir an dieser Stelle nicht eingrenzen, da diese von vielen unterschiedlichen Faktoren sowie dem Umfang der Renovierung abhängt. So oder so solltest du dich in beiden Fällen vor und während der Umsetzung deines Bauvorhabens gut von deinem jeweiligen Fachbetrieb beraten lassen.

Bevor der Solarteur dir ein Angebot erstellen kann, das auf deine Bedürfnisse und Wünsche eingeht, ist eine kompetente und ausführliche Fachberatung notwendig. Dabei wird u.a. abgefragt, wie viele Personen im Haushalt leben, wie hoch dein Stromverbrauch ist und wie das Verbrauchsprofil in deinem Haushalt aussieht. Nur so kann die erforderliche Leistung deiner Anlage vorausschauend geplant und eine zum Angebot passende Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt werden.

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Hat ein Niedrighaus Nachteile?

Klingt für dich alles überzeugend? Ist es auch. Niedrigenergiehäuser benötigen nur sehr wenig Energie, kommen so mit geringen Heizkosten aus und sorgen darüber hinaus für einen hohen Wohnkomfort.

Doch die Umsetzung der hier vorgestellten Niedrigenergiestandards bringt auch Nachteile mit sich. Die hohen Kosten für die Umsetzung können während der (Um-)Bauphase erschlagend wirken. Darüber hinaus steigen mit wachsender Gebäudeeffizient auch die Anforderungen an die Umsetzung und Ausführung dieser. In vielen Fällen sollte darüber hinaus eine mechanische Wohnraumlüftung eingeplant werden, um spätere Mängel zu vermeiden.

Wir haben dir die Vorteile und Nachteile von Niedrigenergiehäusern kurz und knapp zusammengefasst:

Bei Betrachtung der Nachteile von Niedrigenergiehäusern solltest du aber immer im Hinterkopf behalten, dass du in die Zukunft investierst. Wenn du heute viel Wert auf eine energieeffiziente Bauweise legst, sparst du in Zukunft viel Geld durch einen geringen Energieverbrauch.

Niedrigenergiehaus und Photovoltaikanlage kombinieren

Wie im Rahmen des BEG bereits erwähnt, lohnt sich die Umsetzung eines hohen Energiestandards insbesondere dann, wenn du dein Niedrigenergiehaus mit einer Photovoltaikanlage ausstattest und so deine Fördermöglichkeiten voll ausschöpfst.

In Kombination mit einer Wärmepumpe bietet dir eine PV-Anlage auf dem Dach deines Niedrigenergiehauses eine gute Möglichkeit, Strom für den Eigenbedarf und insbesondere für die Wärmeerzeugung zu nutzen.

Da PV-Anlagen bekannterweise tagsüber mehr Strom produzieren als nachts, lohnt sich in diesem Fall der Einsatz eines Stromspeichers. Dieser stellt dir den überschüssigen Strom immer dann zur Verfügung, wenn du ihn gerade brauchst.

Mit der Kombination aus Niedrigenergiehaus, Photovoltaikanlage und Wärmepumpe kannst du so von einer unabhängigen Energieversorgung profitieren und gewinnst einen hohen Autarkiegrad. Die Angst vor den steigenden Strom- und Heizkosten gehört damit der Vergangenheit an.

Fazit

Bei den vielen unterschiedlichen Anforderungen an den Energiestandard eines Neu- oder Umbaus herrscht berechtigterweise Verunsicherung. Wir haben dir daher in diesem Artikel zusammengefasst, was der Begriff Niedrigenergiehaus bedeutet, welche Vorteile und Nachteile energieeffizientes Bauen hat und wie du vom KfW-Standard profitieren kannst.

Abschließend haben wir dir gezeigt, wie du in deinem zukünftigen Niedrigenergiehaus mithilfe einer Wärmepumpe und einer PV-Anlage eine besonders große Unabhängigkeit erreichen kannst. Die einmalige Investition in dieses größtenteils autarke System lohnt sich also ganz besonders.

Du möchtest mehr über die Integration einer Solaranlage in dein Niedrigenergiehaus erfahren? Dann lass dir noch heute dein unverbindliches und persönliches Angebot für eine PV-Anlage von zolar erstellen und dich von unseren Experten beraten.

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