Smart Meter werden zur Pflicht

16.04.2018 – Kevin Murkisch – Lesezeit: 4 Minuten

 

Auf viele Verbraucher in Deutschland kommen ab diesem Jahr Änderungen zu. So müssen in einigen Haushalten intelligente Messsysteme, auch Smart Meter genannt, installiert werden, die den Stromverbrauch nicht nur messen, sondern auch speichern und die erhobenen Daten versenden können.

Ist der Einbau eines solchen Smart Meters nicht vorgesehen, muss dennoch mindestens eine sogenannte moderne Messeinrichtung installiert werden. Die neuen Stromzähler bringen dabei auch höhere Kosten für den Betreiber mit sich, die mit einer Obergrenze per Gesetz gedeckelt sind.

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Was bedeuten die Begriffe Intelligentes Messystem, Smart Meter und moderne Messeinrichtung?

Generell bedeuten die Begriff intelligentes Messsystem und Smart Meter dasselbe und können daher synonym zueinander verwendet werden. Dabei besteht ein ebensolches Messsystem -oder eben Smart Meter- aus zwei Elementen:

1. Einem digitalen Stromzähler, der den Stromverbrauch misst, die Daten speichert und weiterverarbeitet und
2. Einem Kommunikationsmodul, das die erhobenen Daten unter anderem an den Netzbetreiber und den Stromversorger weiterleitet.

Der digitale Stromzähler ersetzt dabei den alten Ferraris-Zähler und wird grundsätzlich als moderne Messeinrichtung bezeichnet. Doch erst wenn man diese mit dem Kommunikationsmodul, dem sogenannten Smart-Meter-Gateway verbindet, kann von einem intelligenten Messsystem gesprochen werden. Das Smart-Meter-Gateway kann Daten dabei nicht nur senden, sondern auch empfangen und macht es auf diese Weise möglich, bestimmte Verbraucher im Haushalt zukünftig automatisch an- oder aber abzuschalten, je nachdem, wie hoch beispielsweise die Stromerzeugung der Photovoltaikanlage zu einem bestimmten Zeitpunkt ausfällt.

Es ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl der privaten Haushalte den Einbau solch intelligenter Messsysteme nun vornehmen muss und hierzu noch in diesem Jahr Post erhält. Doch wer bekommt eine moderne Messeinrichtung und wer muss ein intelligentes Messsystem / Smart Meter installieren?

Einbaupflicht
 

Wer muss einen Smart Meter installieren?

Per Gesetz besteht eine Einbaupflicht von intelligenten Messsystem, also Smart Metern, nur für folgende drei Gruppen:

1. seit 2017 für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr

2. seit 2017 für Betreiber von Strom erzeugenden Anlagen (zum Beispiel Photovoltaik) mit einer Nennleistung von mehr als sieben Kilowatt (kW)

3. ab 2020 für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr

Ausschlaggebend ist hier der Durchschnitt der letzten drei Jahresverbrauchswerte. Sollten nicht genügend Werte vorhanden sein, so wird automatisch ein Verbrauch von 2.000 kWh angesetzt.

Für alle anderen bleibt der Einbau theoretisch optional. Doch ganz so einfach gestaltet es sich in der Praxis leider nicht. Denn nicht nur der Verbraucher selbst, sondern auch der Messstellenbetreiber, der die Stromzähler einbaut, betreibt und wartet, kann sich für ein beliebiges System entscheiden. In diesem Fall hat der Verbraucher dann keinerlei Mitspracherecht. So können ab 2020 Stromkunden mit Verbräuchen unter 6.000 Kilowattstunden pro Jahr sowie ab 2018 Betreiber von Neuanlagen mit einer Nennleistung über einem und bis einschließlich sieben Kilowatt zum Einbau eines Smart Meter gezwungen werden.

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Schrittweiser Einbau durch Messstellenbetreiber

Sowohl die Smart Meter, als auch die modernen Messeinrichtungen werden in den kommenden Jahren vom jeweiligen Messstellenbetreiber -meist dem örtlichen Netzbetreiber- eingebaut. Per Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende sollen die neuen Messeinrichtungen dann bis zum Jahre 2032 flächendeckend in Deutschland installiert worden sein.

Betroffene Verbraucher müssen hierzu drei Monate im Voraus von ihrem Messstellenbetreiber informiert und auf die Möglichkeit eines Betreiberwechsels hingewiesen werden. Spätestens zwei Wochen vor dem Einbau muss dem Verbraucher zusätzlich ein konkreter Termin genannt und in diesem Zusammenhang auch ein Ausweichtermin vorgeschlagen werden.

Der Verbraucher kann sich gegen einen beschlossenen Einbau dabei nicht wehren. Zwar steht es ihm in der Regel frei, den Messstellenbetreiber zu wechseln, um so mögliche Kosten zu sparen, doch die Alternativen auf dem Markt sind derzeit noch dürftig. Wer noch keine moderne Messeinrichtung installiert hat, der muss also in den kommenden Jahren mit teilweise deutlich höheren Jahreskosten rechnen.

Kosten

Welche Kosten kommen auf den Verbraucher zu?

Zunächst einmal die gute Nachricht: Die jährlichen Kosten sind per Gesetz durch Obergrenzen abgesichert, die nur dann überschritten werden dürfen, wenn sie sich freiwillig für den Einbau eines intelligenten Messsystems entscheiden. Die Kosten sind dabei von der Menge des verbrauchten Stroms, bzw. der Leistung der stromerzeugenden Anlage abhängig.

So muss beispielsweise ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.400 kWh bis zu 40 Euro jährlich zahlen. Moderne Messeinrichtungen hingegen dürfen den Verbraucher unabhängig vom Stromverbrauch nur maximal 20 Euro im Jahr kosten. Sollte für den Einbau der modernen Messeinrichtung oder des Smart Meter ein neuer Zählerschrank benötigt werden, so können weitere einmalige Kosten entstehen.

Smart Meter werden ab Herbst zur Pflicht – Jetzt noch schnell Solaranlage installieren!

Smart Meter werden also bald für beinahe jeden normalen Photovoltaik-Anlagenbetreiber zur Pflicht. Um also die höheren Kosten zumindest in den kommenden Jahren zu vermeiden, sollten Interessenten sich schnellstmöglich für die Installation einer Solaranlage entscheiden. Denn die geeichten Messsysteme, die Sie jetzt noch installieren lassen, erhalten einen Bestandsschutz von bis zu 8 Jahren. Erst danach sind Sie zum Einbau eines Smart Meters verpflichtet. Handeln Sie also schnell und lassen Sie sich noch vor Beginn des Smart Meter Rollouts eine Solaranlage installieren!

Anlagen- und Messstellenbetreiber profitieren dabei davon, dass sich der Smart Meter Rollout voraussichtlich bis zum Herbst 2018 verzögert, da das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) derzeit noch Probleme damit hat, Smart Meter Gateways zu zertifizieren, die die äußerst strengen Datenschutzbestimmungen erfüllen. Die Messtellenbetreiber bleiben nichtsdestotrotz zum Smart Meter Rollout verpflichtet und müssen bereit sein, sobald mindestens drei der notwendigen Zertifizierungen vorliegen.

Fazit

Viele Verbraucher werden in absehbarer Zukunft, vor allem aber in den kommenden Monaten, Post von ihrem Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber erhalten, in der die Installation eines intelligenten Messsystems oder aber einer modernen Messeinrichtung angekündigt wird. Als Verbraucher können Sie sich hiergegen nicht wehren, sondern maximal den Betreiber wechseln.

Doch auch wenn die neuen Geräte teilweise höhere Kosten mit sich bringen, so bieten sie dem Verbraucher viele Vorteile, da er seinen Stromverbrauch über den Tag einfacher einsehen, so anpassen und langfristig sparen kann. Die Mehrkosten haben Solaranlagenbetreiber in der Regel ohnehin problemlos wieder eingespart. Lassen auch Sie sich daher noch heute Ihr individuelles Angebot für den Kauf und die Installation einer Photovoltaikanlage mitsamt Stromspeicher erstellen!

 
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