EIGENEN STROM ERZEUGEN

Sie möchten Ihren eigenen Strom erzeugen. Nichts ist einfacher als das. Im nachfolgenden erklären wir die wichtigsten Begriffe und was Sie dabei beachten müssen. Mit Hilfe einer Solaranlage und eines Stromspeichers können Sie einen Großteil des Stromes den Sie benötigen selbst herstellen. Dadurch werden Sie unabhängiger vom Energieversorger und steigenden Strompreisen.

Kann ich mit einer Solaranlage und einem Stromspeicher günstiger Strom erzeugen als Strom aus dem Netz?

Ja. Schon heute ist der Erzeugung von Strom mit einer Solaranlage und Speicherung günstiger als der Bezug von Ihrem Energieversorger. Der selbst erzeugte Solarstrom aus dem Stromspeicher kostet zwischen 0,20 – 0,25 € pro kWh und ist damit günstiger als der Strom der meisten Energieversorger (ca. 0,28 € pro kWh). Und das Beste ist, die Kosten sind schon heute fix für die nächsten 25 Jahre und können nicht weiter steigen. Im Gegensatz dazu sind in den letzten Jahren die Kosten der Energieversorger durchschnittlich um 3 – 5% pro Jahr gestiegen.

Was bedeutet der Begriff Eigenverbrauch?

Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des Stromes, der durch die Solaranlage hergestellt wird und im gleichen Moment von Ihnen verbraucht wird. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn tagsüber die Sonne scheint und Sie zuhause Mittagessen kochen. Dazu nutzen Sie direkt den von der Solaranlage erzeugten Strom. In der Regel erreichen werktags tätige Familien einen Eigenverbrauch von ca. 30% des hergestellten Stromes. Das heißt 30% des Solarstromes werden selbst verbraucht und 70% ins Netz eingespeist.

Was bedeutet der Begriff Autarkie?

Autarkie oder Autarkiegrad bezeichnet das Verhältnis aus selbstverbrauchtem Solarstrom zur Gesamtmenge des jährlich verbrauchten Stromes im Haushalt. Zum Beispiel, bei einem Autarkiegrad von 50% und einem Gesamtverbrauch von 4000 kWh pro Jahr haben Sie 2000 kWh Ihres Stromverbrauches direkt durch die Solaranlage gedeckt und 2000 kWh vom Netz bezogen.

Autarkiegrad mit dem Solarsystem

Wann verbrauche ich meinen eigenen Solarstrom (ohne Speicher)?

Wenn die Sonne scheint, stellt Ihre Solaranlage Strom her und Sie verbrauchen diesen durch die Geräte im Haushalt selbst. Sind Sie jedoch nicht zuhause und im Haushalt wird weniger Strom verbraucht, dann speist die Solaranlage den überschüssigen Strom in das öffentliche Netz ein und Sie erhalten dafür die Einspeisevergütung.

Verbrauchen Sie im Haushalt mehr Strom als die Solaranlage liefern kann, zum Beispiel, wenn es bewölkt ist oder nachts, dann beziehen Sie automatisch Strom aus dem öffentlichen Netz.

Wann verbrauche ich meinen eigenen Solarstrom (mit Speicher)?

Der Stromspeicher speichert die Solarenergie dann, wenn im Haus weniger Strom verbraucht wird, als von der Solaranlage zur Verfügung steht. Zum Beispiel tagsüber, wenn die Sonne scheint und Sie nicht zuhause sind, wird der Stromspeicher geladen. Ist dieser voll, wird der zusätzliche Strom ins öffentliche Netz eingespeist und Sie erhalten dafür die Einspeisevergütung.

Scheint die Sonne nicht mehr und Sie verbrauchen Strom, wird als erstes der Strom aus dem Stromspeicher verbraucht. Erst wenn dieser leer ist, wird automatisch Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Je höher der Autarkiegrad, je weniger Strom beziehen Sie vom Netz. Bei einer Solaranlage erreichen Sie einen Autarkiegrad von ca. 25%. Mit einem Stromspeicher können Sie diesen auf ca. 50% steigern.

Was passiert mit dem Strom, den ich nicht selbst verbrauche?

Kann der Solarstrom nicht direkt im Haushalt verbraucht bzw. im Stromspeicher gespeichert werden, dann wird dieser in das Stromnetz eingespeist. Der Zweirichtungs-Stromzähler misst die Menge des eingespeisten Stroms und der Netzbetreiber vergütet Ihnen den Strom mit aktuell 12, 3 ct pro kWh. Die Vergütung erhalten Sie in monatlichen Abschlägen.

Was ist das Erneuerbare Energien Gesetz?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder EEG ist die gesetzliche Grundlage für alle regenerativen Energiequellen in Deutschland. Es regelt zum Beispiel die vorrangige Einspeisung von Solar- und Windstrom gegenüber Kohle- und Atomstrom. Es beschreibt auch den Vergütungsrahmen und die gesetzlichen Anforderungen für den Bau für Solaranlagen.

Einspeisevergütung mit Solaranlage

Wie lange bekomme ich die Einspeisevergütung und wie hoch ist sie?

Bei Solaranlagen bis 10 kWp wird für den eingespeisten Strom eine Vergütung nach dem Erneuerbaren Energie Gesetz in Höhe von 12,31 ct pro kWh zzgl. MwSt. gezahlt (Stand Oktober 2016). Die Laufzeit beträgt 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Während dieser Laufzeit ist die Höhe der Einspeisevergütung fix.

Werde ich auch Strom haben, wenn keine Sonne scheint?

Ja. Ihr Haus ist weiterhin an das öffentliche Stromnetz angebunden und Sie können zu jeder Zeit regulär Strom verbrauchen. Die Solaranlage und der Stromspeicher ersetzen nicht den Netzanschluss, sondern ergänzen diesen. Durch die Nutzung Ihres eigenen Solarstroms beziehen Sie weniger Strom aus dem öffentlichen Netz und sparen damit Kosten.

Muss ich den Stromanbieter mit der neuen Solaranlage wechseln?

Nein. Sie müssen weder den Energieversorger noch den Stromtarif wechseln. Es lohnt sich allerdings, mit Ihrem Energieversorger eine reduzierte monatliche Abschlagzahlung zu verhandeln. Durch die Solaranlage wird die Strommenge, die Sie beziehen, sinken und damit auch Ihre monatlichen Kosten.

Ich bin tagsüber nicht zu Hause, lohnt sich Solar auch dann für mich?

Ja. Auch wenn Sie und Ihre Familie unter der Woche tagsüber nicht zu Hause sind, lohnt sich eine Solaranlage. Sie können auch dann einen Eigenverbrauch von ca. 25 – 30% erzielen. Das bedeutet, dass Sie bis zu 30% Ihres eigen erzeugten Stromes selbst verbrauchen. Auch wenn Sie selbst nicht zu Hause sind, verbrauchen z.B. Kühlschrank, Lüftungsanlagen etc. tagsüber Strom.

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