5 IRRTÜMER ÜBER SOLAR

Die meisten Menschen in Deutschland sind bereits einmal mit dem Thema Solar in Berührung gekommen. Sei es durch Zeitungsartikel oder Fernsehbeiträge, der Niedergang der deutschen Solarmodulhersteller hat einen faden Beigeschmack hinterlassen. Dadurch haben sich einige hartnäckige Halbwahrheiten gebildet, welche bei den Hausbesitzern viel Verwirrung gestiftet haben. Lassen Sie uns die fünf wichtigsten richtigstellen.

Die Installation einer Solaranlage lohnt sich nicht mehr.

Es lohnt sich mehr denn je.
Solaranlagen waren mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in 2002 reine Investitionsobjekte. In den letzten fünf Jahren hat sich der Fokus allerdings immer mehr auf den Eigenverbrauch gerichtet. Möglichst viel des im Haushalt verbrauchten Stromes soll durch die Solaranlage gedeckt werden. Dabei wird weniger Strom vom Netz gekauft und damit die Stromkosten reduziert – für die meisten Haushalte durchschnittlich bis zu 50%. Die Ersparnis der Stromkosten auf die Lebensdauer der Solarmodule gerechnet, übersteigt ein Vielfaches der Anschaffungskosten.

Solaranlagen werden in Deutschland nicht mehr gefördert.

Stimmt nicht. Solaranlagen werden in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert. Sie garantieren dem Anlagenbetreiber einen festen Abnahmepreis für den Solarstrom, welcher nicht im Haushalt verbraucht oder im Stromspeicher gespeichert werden kann. Zusätzlich stellt das Bundeswirtschaftsministerium seit Januar 2017 wieder einen Investitionszuschuss von 20% für Stromspeicher zur Verfügung.

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Lithium-Ionen-Stromspeicher sind wenig ausgereift und nicht sicher.

Lithium-Ionen-Batterien werden seit mehr als zehn Jahren millionenfach in Laptops, Handys und zunehmend Elektroautos eingesetzt. Gerade die Zulassung der Speicher für Elektroautos im Straßenverkehr unterliegt erhöhten Sicherheitsanforderungen, welche auch in den Speichern der Heimkraftwerke umgesetzt werden. Nicht ohne Grund sind Anbieter wie Tesla, Mercedes-Benz und LG Chem daran interessiert, diese Technologie nicht nur in Autos, sondern auch bei den Heimspeichern einzusetzen.

Solaranlagen eignen sich nur auf Dächern, die nach Süden ausgerichtet sind.

Nein. Jedes Dach ist für eine Solaranlage geeignet. Solaranlagen, die auf nach Osten oder Westen gerichteten Dächern installiert sind, erzeugen auch viel Solarstrom. Der Unterschied zu einem nach Süden ausgerichteten Dach kann zum Beispiel durch zusätzliche Solarmodule kompensiert werden.

Schwarze Solarmodule

Für die Herstellung von Solarmodulen wird mehr Energie benötigt, als diese jemals erzeugen können.

Nein. Solarmodule erzeugen über Ihre Lebensdauer von 25 Jahren mehr Energie als bei der Herstellung, Nutzung und Beseitigung benötigt wurde. Man spricht hier von dem kumulierten Energieaufwand. Dieser beträgt bei polysilizium-Modulen ca. 2000 kWh. Ein Solarmodul in Deutschland produziert jedoch ca. 250 kWh Strom pro Jahr bzw. 6250 kWh während seiner gesamten Lebensdauer.