Warum die Wechselrichter-Leistung nicht zwingend der Solaranlagen-Leistung entsprechen muss

08.05.2019 Kevin Murkisch Lesezeit 5 minutes

Lange Zeit fragten sich Interessenten: „Lohnt sich eine Solaranlage?" Heute wissen sie: Eine Solaranlage ist der einfachste Weg, umweltfreundlichen und kostengünstigen Strom zu erzeugen. Immer mehr Menschen setzen deshalb auf elektrische Energie vom eigenen Dach. Dabei braucht es gar nicht viel, um den Solarstrom zu nutzen.

Denn die zum PV-Generator in Reihe geschalteten Solarmodule der PV-Anlage nutzen die Sonnenenergie, um Gleichstrom zu erzeugen. Ein Solar-Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, der anschließend direkt verbraucht, im Stromspeicher gespeichert oder aber in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Wie aber muss die Leistung des Wechselrichters im Vergleich zur Solaranlagen-Leistung ausgelegt werden? Erfahren Sie in diesem Artikel mehr.

Wechselrichter


Was bedeuten kW und kWp?

Viele Menschen sind verständlicherweise verunsichert, wenn es um die Auslegung des Wechselrichters geht. Denn während die Leistung der Wechselrichter in kW angegeben wird, wird die Leistung der Solaranlagen in kWp beziffert. Einige unserer Kunden fragen sich deshalb: Wofür steht das p in kWp? Die Antwort ist dabei ganz einfach:

Die Bezeichnung kWp steht für Kilowatt peak, wobei peak im Deutschen Spitze oder Gipfel bedeutet. Damit wird demnach die Spitzenleistung der Solaranlage bzw. Solarmodule unter Standardtestbedingungen (STC) bezeichnet. Hier besonders wichtig: Derartige Standardtestbedingungen herrschen in der Regel nur im Labor.

Unter realen Bedingungen kommen sie hingegen nur sehr selten vor. Eine Solaranlage mit 10 kWp Leistung kann demnach zwar unter Standardtestbedingungen 10 Kilowatt (kW) Solarstrom erzeugen, die tatsächlichen Betriebsbedingungen weichen davon jedoch ab. Die Leistung fällt dementsprechend geringer aus. Allerdings sind die Angaben durchaus hilfreich und können als Richtwert für die Leistung der Solaranlage gesehen werden.

Wechselrichter-Leistung


Die Leistung einer Solaranlage

Warum aber weichen die reellen Werte teilweise deutlich von den Standardtestbedingungen und der angegebenen Leistung in kWp ab? Ganz einfach: Die STC dienen dazu, die unterschiedlichsten Solarmodule unabhängig vergleichen und bewerten zu können. Dazu werden die Solarmodule unter optimalen Betriebsbedingungen im Labor getestet. Dabei werden nicht nur die Einstrahlung, sondern auch die Temperatur, das Spektrum des Sonnenlichts und die astronomische Luftmasse beachtet.

In der Realität weichen die Bedingungen in der Regel jedoch unterschiedlich stark von diesen Bedingungen ab. Schließlich haben sowohl die Sonneneinstrahlung, aber auch die Temperatur, eine mögliche Verschattung und auch die Ausrichtung des Daches einen Einfluss auf die Leistung im Betrieb. Das bedeutet, dass die maximale PV-Leistung nur sehr selten erreicht wird. Dennoch sollten die tatsächlichen Erträge der angegebenen kWp-Leistung im Regelfall so nahe wie möglich kommen.

Solaranlagen-Wechselrichter


Die Leistung des Wechselrichters

Die realen Betriebsbedingungen der Solaranlage wirken sich demnach teilweise deutlich auf die Ausgangsleistung des PV-Generators aus. Dadurch erbringt dieser selten bis nie seine gesamte Nennleistung. Dies sollte bei der Planung des Solarsystems beachtet werden, um den Wechselrichter an die übliche Spitzenleistung der Solaranlage anzupassen. Denn so kann die AC-Ausgangskapazität des Solar-Wechselrichters verbessert werden.

Dazu gibt es einige Dinge zu beachten: So muss der Wechselrichter zunächst eine gewisse Mindestspannung besitzen. Auch spielen die Ausrichtung der Anlage ebenso wie die Verschattung der Solarmodule eine Rolle. Beachten sollten Sie neben dem finanziellen Aspekt außerdem auch die bestehende Einspeiseregelung. Im Folgenden möchten wir auf die einzelnen Punkte kurz gesondert eingehen:

SMA Wechselrichter


1. Die Mindestspannung eines Wechselrichters

Jeder Wechselrichter benötigt eine gewisse Mindestspannung. Denn er fängt erst dann an zu arbeiten, wenn eine bestimmte Spannung erreicht wurde. Je kleiner der Wechselrichter ist, desto geringer ist dabei in der Regel auch die Anlaufspannung. Das bedeutet, dass der Wechselrichter auch trotz weniger Sonneneinstrahlung oder anderen Beeinflussungen schneller und öfter anspringt und demzufolge schneller und mehr Wechselstrom erzeugt.

2. Ost-West-Ausrichtung und Verschattung

Weist Ihr Dach eine Ost-West-Ausrichtung auf, so weichen die Realbedingungen besonders deutlich von den Standardtestbedingungen ab. Der Wert des erzeugten Stroms Ihrer Photovoltaik-Anlage ist somit noch weiter von der kWp-Nennleistung der Solaranlage entfernt. Denn die Solarmodule erzielen sowohl morgens (Ost), als auch abends (West) lediglich die Hälfte der möglichen Leistung. Ein deutlich kleinerer Wechselrichter kann den Energieertrag Ihrer Solaranlage dabei erhöhen und einen Ausgleich zu den herrschenden Bedingungen darstellen.

SolarEdge Wechselrichter


3. Einspeiseregelung - Abregelung auf 70 Prozent

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen alle Solaranlagen am Einspeisepunkt auf 70 Prozent der Nennleistung abgeregelt werden. Das bedeutet, dass es Ihnen nicht gestattet ist, die maximale Leistung Ihrer Solaranlage einzuspeisen. Betreiben Sie beispielsweise eine 10 kWp Solaranlage mit einer statischen Einspeiseregelung, darf der Wechselrichter maximal 7 kW erzeugen. Bei einer dynamischen Einspeiseregelung können je nach aktuellem Haushaltsstromverbrauch jedoch auch mehr als 7 kW am Wechselrichter genutzt werden, da die 7kW hier am Einspeisepunkt nicht überschritten werden dürfen.

4. Geringere Investitionskosten

Die Installation eines kleineren Wechselrichters hat jedoch noch einen weiteren Vorteil: Je kleiner der Wechselrichter ist, desto günstiger wird er. Zwar unterscheiden sich die dreiphasigen Wechselrichter bei großen Anlagen im Preis nur geringfügig - zwischen dem größten und zweitgrößten Modell liegen oft nur 100 Euro Unterschied. Doch gerade bei kleineren Anlagen zwischen 4 und 5,5 kWp können Sie statt des dreiphasigen auch bedenkenlos den einphasigen Wechselrichter nehmen, der rund 300 Euro günstiger ist.

Aber: Grundlegend ist zu sagen, dass sich das Teillastverhalten bei Wechselrichtern in den letzten Jahren wesentlich verbessert hat. Dadurch können große oder sogar zu große Wechselrichter auch bei kleinerer Erzeugungsleistung immer noch gute Wirkungsgrade vorweisen.

SMA Sunny Boy


Fazit

Anders als viele Interessenten denken, müssen Wechselrichter nicht zwingend so groß ausgelegt werden wie die kWp-Leistung der Solaranlage vermuten lässt. Stattdessen ist es oftmals sogar sinnvoll, einen kleineren Wechselrichter zu wählen, um den Ertrag zu maximieren. Große Wechselrichter eignen sich jedoch oftmals bei südlich ausgerichteten Solaranlagen mit dynamischer Einspeisung. Kleinere Wechselrichter hingegen sind vor allem für Anlagen mit Ost-West-Ausrichtung, Verschattung oder auch statischer Einspeiseregelung geeignet.

Sie haben immer noch Fragen rund um das Thema Solaranlagen und Wechselrichter? Kein Problem! Unsere Mitarbeiter sind jederzeit unter info@zolar.de per E-Mail für Sie zu erreichen. Wenn Sie jedoch schnellstmöglich von den Vorteilen profitieren und eine Solaranlage kaufen möchten, dann lassen Sie sich noch heute Ihr individuelles, kostenloses und unverbindliches Angebot für den Kauf und die Installation einer Solaranlage mit Stromspeicher erstellen!

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