Anstieg des Stromverbrauchs durch Klimaanlagen erwartet

15.07.2019 Kevin Murkisch Lesezeit 7 minutes

Klimaanlagen werden in Deutschland immer beliebter, was nicht zuletzt an den im Sommer stetig steigenden Temperaturen liegt. Immer dann, wenn eine neue Hitzewelle über das Land zieht, ist eine stark erhöhte Nachfrage zu verzeichnen. Bereits in zwei bis drei Wochen dürfte es wieder so weit sein. Dann soll die nächste Hitzewelle Deutschland erreichen.

Die erhöhte Nachfrage nach Klimaanlagen freut Händler und Hersteller gleichermaßen, die Umsätze erreichen jedes Jahr ein neues Rekordhoch. Doch mit jedem verkauften Klimagerät steigt auch der Stromverbrauch. Für eine flächendeckende Kühlung der Wohn- und Gewerbegebäude ist das deutsche Stromnetz zurzeit aber nicht ausgelegt. Solaranlagen könnten dabei helfen diesem Problem entgegenzuwirken - und Deutschland für die Zukunft zu wappnen.

Die Nutzung erneuerbarer Energien könnte den Gebrauch der Klimageräte damit umweltfreundlicher gestalten und das Stromnetz entlasten. Denn Klimaanlagen sind echte Stromfresser. Wird der Bedarf zukünftig mit Strom aus fossilen Energieträgern gedeckt, steigen die CO2-Emissionen und Stromtrassen müssten gebaut werden. Mit einer Solaranlage hingegen kann der Strom lokal und emissionsfrei erzeugt und zum Betrieb der Klimaanlage genutzt werden.

Klimaanlage


Entwicklung der Gebäudeklimatisierung in Deutschland

Geographisch gesehen liegt Deutschland in der gemäßigten Klimazone. Aufgrund von Jahresmitteltemperaturen von nur 10 Grad war der Kühlbedarf in der Vergangenheit sehr gering und beschränkte sich vor allem auf die heißen Sommertage. Angaben des Bundesumweltamtes zufolge sind daher bislang nur in zwei bis drei Prozent der deutschen Haushalte Klimaanlagen verbaut. Bei Büro- und Verwaltungsgebäuden hingegen sind es schon knapp 50 Prozent.

Der Unterschied lässt sich vor allem mit der baulichen Beschaffenheit erklären. Denn viele der Nichtwohngebäude weisen einen deutlich höheren Glasanteil und damit geringere Verschattung auf. Der Klimatisierungsbedarf ist dadurch deutlich größer. Um die gewünschte Temperatur und damit ein angenehmes Raumklima zu erzielen, muss schließlich eine höhere Kühlleistung erbracht werden.

Außenrolläden sind da zumeist nicht mehr ausreichend, der Energieaufwand ist daher rund 100-mal größer. Das erscheint viel, doch Deutschland liegt im internationalen Vergleich weit zurück. Die USA und China beispielsweise verbrauchen mit ihren Klimaanlagen zusammen knapp 50 Prozent der hierfür aufgewendeten Energie. Allein der zur Kühlung aufgewendete Energieverbrauch der USA ist dabei so hoch wie der des gesamten Kontinents Afrika.

Hierzulande hingegen liegt der sommerliche Stromverbrauch für häusliche Klimaanlagen mit einem täglichen Durchschnittsverbrauch von zwei kWh bei insgesamt knapp 2,5 Millionen Kilowattstunden pro Tag. Das klingt viel, entspricht jedoch lediglich einem Bruchteil des gesamtdeutschen täglichen Stromverbrauches. Doch nach Angaben der Internationalen Energie Agentur wird der Bedarf an Klimaanlagen auch in Deutschland in den kommenden Jahren steigen.

Energieverbrauch


Steigende Temperaturen durch den Klimawandel

Schuld daran ist nicht zuletzt die Klimakrise. So steigen nicht nur die Temperatur-Mittelwerte in Deutschland seit einigen Jahren deutlich an, auch die stets neu erreichten Hitzerekorde sind problematisch. Am 26. Juni beispielsweise wurde in Brandenburg eine Temperatur von 38,6 Grad gemessen, nie zuvor war es laut Deutschem Wetterdienst heißer.

Auch Temperaturen um die 40 Grad sind mittlerweile keine Seltenheit mehr, wie der aktuelle Temperaturrekord in Deutschland zeigt. Dieser liegt bei 40,3 Grad und wurde im August 2015 in Kitzingen aufgestellt. Solche Temperaturen haben dabei schwerwiegende Folgen für unsere Umwelt. Denn die daraus resultierende Trockenheit erhöht die Waldbrandgefahr und macht neben der Pflanzen- und Tierwelt auch dem Menschen zu schaffen.

Denn bei derartig hohen Temperaturen kommt so mancher ins Schwitzen. Mobile Klimageräte, fest installierte Split-Klimaanlagen oder Ventilatoren liegen dann hoch im Kurs. Die Absatzzahlen steigen daher seit Jahren kontinuierlich an. So wurden im ersten Halbjahr 2018 beispielsweise bereits drei mal so viele Raumklimageräte verkauft wie im selben Zeitraum im Jahr 2015.

Auch in diesem Jahr wird dabei mit weiteren Hitzewellen und damit einer steigenden Nachfrage gerechnet, für die kommenden Jahre sieht die Prognose nicht besser aus. Der Klimawandel lässt die Temperaturen weiter steigen. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Strom wird sich daher voraussichtlich entsprechend erhöhen. Ein höherer Stromverbrauch im Haushalt bringt jedoch auch oft höhere Kosten mit sich.

Klimakrise


Höherer Energieverbrauch durch Klimaanlage

Der durchschnittliche Stromverbrauch eines 3-Personen-Haushalts liegt bereits zwischen 3.000 und 4.000 Kilowattstunden. Ausgehend von einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde entstehen so jährliche Stromkosten von 900 bis 1.200 Euro. Je größer die Personen-Anzahl, desto höher dabei meist auch der Stromverbrauch und damit die Kosten.

Entscheidet man sich nun für den Kauf einer Klimaanlage, so steigt der Energieverbrauch. Eine kleine Rechnung macht das deutlich: Gehen wir davon aus, dass das Klimagerät eine Leistung von 2,5 kW aufweist. Nun läuft das Gerät an einem heißen Sommertag rund fünf Stunden lang und verbraucht dabei 13 kWh Strom. Bei 30 Cent/kWh macht dies bereits 3,75 Euro am Tag.

Auf das ganze Jahr gerechnet betrüge der Verbrauch somit 4.563 KWh, das entspricht Stromkosten von 1.368,75 Euro. Natürlich muss die Klimaanlage hierzulande nicht das ganze Jahr über laufen. Gehen wir also davon aus, dass das Gerät von Juni bis September im Einsatz ist und der Betreiber es kühl mag. In den insgesamt 92 Tagen läge der Stromverbrauch der Klimaanlage dann bei 1.196 kWh, also rund 359 Euro.

Das bedeutet: Die Stromkosten eines durchschnittlichen Haushaltes können aufgrund der Klimaanlage um bis zu 30 Prozent steigen. Hinzu kommen die Kosten für die Klimaanlage und ihre Installation selbst, die im Schnitt 2.250 Euro betragen. Der höhere Energieverbrauch, verbunden mit den Kosten für das Split-Klimagerät, erhöhen somit die Kosten für alle Personen im Haushalt.

Stromverbrauch


Mit einer Solaranlage die Stromkosten senken

Eine Klimaanlage ist somit eine durchaus kostspielige Angelegenheit. Doch mit einer Solaranlage lassen sich die Stromkosten trotz des höheren Stromverbrauchs reduzieren. Denn die eigene PV-Anlage auf dem Dach erzeugt Strom. Dieser Solarstrom kann dann im Haushalt verbraucht und beispielsweise für den Betrieb der Klimaanlage genutzt werden.

Der Vorteil daran: In den Monaten, in denen die Klimaanlage läuft, ist die Leistung der Photovoltaikanlage in der Regel besonders hoch. Denn eine Solaranlage nutzt zur Stromerzeugung die Energie der Sonne. Scheint diese an einem heißen Sommertag beispielsweise 16 Stunden lang, wird die Solarstromproduktion massiv angetrieben. So erzeugen die knapp 1,6 Millionen Solaranlagen in Deutschland an einem solchen Tag über 250 Millionen Kilowattstunden Solarstrom.

Auf diese Weise übertrifft die Menge an erzeugtem Solarstrom einer durchschnittlichen PV-Anlage auf dem Dach den Energieverbrauch einer Klimaanlage bei Weitem. Wer die Klimaanlage mit Solarstrom betreibt, verhindert somit nicht nur, dass die Stromkosten in die Höhe schnellen. Vielmehr lassen sich die eigenen Stromkosten sogar deutlich senken.

Denn mit einer Solaranlage können rund 35 Prozent des eigenen Energieverbrauchs gedeckt werden, ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauch auf bis zu 80 Prozent. Dadurch müssen nur noch 20 Prozent des Strombedarfs durch Strom aus dem Netz gedeckt werden. Dabei kostet der eigens erzeugte Solarstrom nur 8 bis 10 Cent pro Kilowattstunde. Je höher der Eigenverbrauch ist, desto mehr Geld sparen Sie also.

Solaranlage


Zusammenfassung und Fazit

Der Klimawandel lässt die Temperaturen in Deutschland von Jahr zu Jahr steigen. Das hat dramatische Folgen für die Umwelt. Die Waldbrandgefahr steigt, Bauern berichten von Ernteeinbußen und auch das Wasser wird mancherorts knapp. Vor allem in deutschen Großstädten leidet die Tier- und Pflanzenwelt unter den Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit.

Doch auch für die Menschen, darunter vor allem Kleinkinder und Ältere, können die Temperaturen problematisch werden. Denn die wachsende Hitzebelastung kann nicht nur zu Kreislaufproblemen und Schwindel führen. Auch die Sterberate steigt an heißen Tagen deutlich. So berichtete das Robert-Koch-Institut im Jahr 2018 alleine in Hessen und Berlin von über 1.200 Menschen, die an den Folgen der Hitze gestorben sind.

Dennoch ist die Zahl der Klimaanlagen hierzulande im internationalen Vergleich noch sehr gering. Lediglich rund zwei bis drei Prozent der Privathaushalte haben mobile Klimaanlagen oder feste Split-Klimageräte installiert. Im Gewerbebereich und dem öffentlichen Sektor sind immerhin rund die Hälfte der Gebäude klimatisiert. In anderen Ländern wie den USA und China hingegen machen Klimageräte längst einen Großteil des Energieverbrauchs aus.

Doch die vergangenen Sommer haben gezeigt, dass das Interesse an Klimaanlagen auch hierzulande deutlich steigt. Jede neue Hitzewelle lässt die Umsatzzahlen in die Höhe schießen. Interessenten sollten aber bedenken, dass Klimaanlagen den eigenen Stromverbrauch drastisch erhöhen. Wenn Sie also hohe Stromkosten vermeiden und eine Solaranlage kaufen möchten, lassen Sie sich noch heute ein individuelles, kostenloses und unverbindliches Angebot erstellen!

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