5 Gründe, weshalb Sie Ihre Solaranlage nicht selbst installieren sollten

18.05.2017 Kevin Murkisch Lesezeit 6 minutes

Wer über die Installation einer Solaranlage nachdenkt, um so auf lange Sicht Kosten zu sparen und unabhängiger von den weiter steigenden Preisen für Strom und Wärme zu werden, der kommt nicht darum herum, zunächst hohe Investitionen zu tätigen.

Bei Anschaffungskosten von 10 000 bis weit über 15 000 Euro für die entsprechende Montage auf einem Einfamilienhaus fallen dabei nicht nur die Kosten für die Komponenten ins Gewicht. Auch die Installation einer Photovoltaikanlage mitsamt Stromspeicher, Heiztstäben, Wärmepumpen, etc. kann erhöhte Kosten mit sich bringen. Manch ein Eigenheimbesitzer kommt daher auf die Idee, die Solaranlage selbst zu montieren, um so seiner Meinung nach unnötige Kosten zu vermeiden.


Eigenmontage


Doch die Eigenmontage einer Solaranlage birgt große Gefahren und bringt eine Vielzahl von Risiken mit sich, die die Einsparung hinsichtlich der Installationskosten in keiner Weise rechtfertigen. Auch wenn sich im Internet etliche Anleitungen zur Installation der Photovoltaikanlage in Eigenregie finden lassen, empfehlen wir Ihnen daher dringend, davon abzusehen. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, weshalb dieses Unterfangen so gefährlich ist:


Die Solaranlage selbst montieren - Was dagegen spricht


1. Netzanschluss durch Elektroinstallateur

Obwohl der Kauf und die Installation einer Solaranlage auf eigene Faust recht simpel klingen, so gestaltet sich dies in der Praxis meist als sehr schwierig. So ist die Montage einer Solaranlage durch den Hausbesitzer auf dem Dach im Regelfall möglich, das heißt, eine Pflicht zur Montage durch Dritte besteht nicht. Hersteller und Lieferanten jedoch empfehlen zu Recht, die Installation von fachmännischen Handwerksbetrieben durchführen zu lassen.

Wie man sich auch entscheidet: In jedem Fall kann der Anschluss an die Hauselektrik und das öffentliche Stromnetz nur von einem registrierten und zertifizierten Elektroinstallateur vorgenommen werden. Selbst wer die Anlage also in Eigenregie auf dem Dach anbringt, der ist nicht dazu befugt, diese auch an die eigenen Stromverbraucher oder gar das öffentliche Netz anzuschließen.


2. Hoher Schwierigkeitsgrad

Auch ist zu bedenken, dass der Schwierigkeitsgrad des Aufbaus von der Dachform abhängt. Wer handwerklich und technisch bewandert ist, der kann zwar durchaus darüber nachdenken, die Solaranlage selbst anzubringen, wenn die Gegebenheiten es zulassen. Besonders bei hohen oder steilen Dächern, aber auch solchen mit speziellen Eindeckungen wie Schiefer jedoch ist die Übertragung der Arbeiten an einen darauf spezialisierten Fachbetrieb dringend empfohlen. Hier ist die Gefahr, Komponenten zu beschädigen oder aber seine eigene Gesundheit zu riskieren, eindeutig zu hoch. Auch die Wartung und Pflege der Solaranlage sollte Fachkräften vorbehalten bleiben, die sich mit einer PV-Anlage und ihren Eigenheiten auskennen.


Solaranlage selbst installieren


3. Niedriger Ertrag durch Eigenmontage

Die Installation einer Solaranlage ist eine durchaus komplexe Angelegenheit, bei der eine Vielzahl von Faktoren und Gegebenheiten beachtet werden müssen. Daher hat die Erfahrung gezeigt, dass selbst montierte Solaranlagen nicht den Ertrag einer professionell errichteten Anlage erreichen, sondern in diesem Vergleich weit zurückbleiben.

Zwar lassen sich im Internet eine Vielzahl von Installationsanleitungen oder aber auch Photovoltaik-Komplettsets zum Selbstbauen finden, diese geben jedoch keinerlei Hinweise auf die zu beachtenden Sicherheitsvorkehrungen oder mögliche, den Ertrag mindernden, Faktoren. Schließlich sind bei der Installation und Inbetriebnahme eine Vielzahl von Kriterien zu beachten, darunter der Neigungswinkel sowie die Ausrichtung des Daches, aber auch mögliche Verschattungen und vieles mehr.

Auch aus diesen Gründen erweist sich das Heranziehen eines Fachbetriebes als durchaus sinnvoll. Dieser hat die Möglichkeit, Ihnen eine optimale Anlagenplanung zu erstellen, die sämtliche Gegebenheiten in die Berechnung einbezieht und mithilfe der perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten für den maximalen Ertrag sorgen kann.


4. Möglicher Verfall der Gewährleistungs- und Versicherungsansprüche

Bei der Installation einer Solaranlage sind vielerlei Faktoren zu beachten, die die Qualitätsansprüche der Komponenten berühren können. So geben vor allem die Hersteller von Solarmodulen in der Regel bestimmte Montageanleitungen, sowie Vorgehensweisen bei der Installation vor, die eingehalten werden müssen, um die Garantie der Module weiterhin aufrecht zu erhalten.

Da die Garantie in der Regel 25 Jahre beträgt, sollten diese Anleitungen auf keinen Fall vernachlässigt werden. Der kleinste Fehler kann hier einen Garantieverfall bedeuten, der schlimmstenfalls in einem finanziellen Desaster enden kann. Nur wenn die Solarmodule ordnungsgemäß und fachgerecht angebracht werden, bleibt die Garantie bestehen und Sie somit im Schadensfalle abgesichert. Wer die Montage der Module, aber auch sämtlicher notwendiger Komponenten hingegen selbst vornimmt, der läuft Gefahr, deren Garantie aufs Spiel zu setzen.

Ein weiterer zu bedenkender Faktor ist die Versicherung der Anlage, aber auch Ihres Hauses im Allgemeinen. So erlischt bei einem Großteil der gesetzlichen Versicherer sämtlicher Versicherungsschutz für Ihre Anlage, aber auch Ihr Haus, sobald Sie sich für die Installation einer Solaranlage in Eigenregie entscheiden. Dies hat vorrangig mit der komplexen Elektronik zutun, die bei einer PV-Anlage verbaut ist. Wird diese falsch verkabelt oder aber von Anfang an fehlerhaft auf dem Dach angebracht, kann dies zu Komplikationen bis hin zu Bränden kommen, die Anlage und Haus zerstören können.


5. Dringender Sicherheitshinweis

Professionelle Photovoltaikanlagen, die zur Stromerzeugung auf Ein- und Mehrfamilienhäusern angebracht werden, weisen eine Spannung von bis zu 1000 V auf. Bei unsachgemäßer Verarbeitung und Installation besteht die erhöhte Gefahr eines Stromschlags. Dieser kann in Sekundenbruchteilen zum Tod eines erwachsenen Menschen führen.

Auch die Gefahr eines Brandes ist im Falle einer Eigeninstallation deutlich erhöht. So kann es bei falscher Polung und Montage zu einem Kurzschluss kommen, der letztendlich ein Feuer auslöst, welches den Dachstuhl oder aber das gesamte Haus abbrennen lässt. Da durch die Eigenmontage jedoch der Versicherungsschutz für das Haus entfallen kann, können hier Kosten in ungeahnter Höhe entstehen, die in letzter Instanz den finanziellen Ruin bedeuten können.

Aus diesen Gründen ist dringend von der Installation einer professionellen Solaranlage auf eigene Faust abzuraten. Wer die Anlage dennoch in Eigenregie installieren möchte, der riskiert, nicht nur sein Haus, sondern auch das eigene Leben zu gefährden.


Sicherheitsrisiko


Tipp: Kleinere Solaranlagen-Sets bei amazon

Im Internet lassen sich eine Vielzahl von Photovoltaik-Sets finden, so auch bei amazon. Wer nicht auf den Bau seiner eignen kleinen Solaranlage verzichten möchte und dabei keine technischen sowie elektronischen Vorkenntnisse vorweisen kann, der sollte jedoch darauf achten, dass er lediglich kleinere Solarmodul-Sets ersteht, die sich auf eine Spannung von 48 V zusammenschalten lassen. In diesem Fall ist keine Ausbildung im Elektrik-Bereich nötig.

Beim eigenhändigen Kauf und der Installation einer Solaranlage ist es somit wichtig, die passenden Komponenten auszuwählen, diese aneinander anzupassen und mithilfe einer geeigneten Anleitung zu installieren. Falls nötig, sollte auf jeden Fall ein Fachmann zur Beratung hinzugezogen werden.


Kleine Solaranlage _Quelle: https://www.amazon.de/WATTSTUNDE-Solaranlage-Bausatz-Solarmodul-Laderegler/dp/B01MT7NG9O/ref=sr_113?ie=UTF8&qid=1494483136&sr=8-13&keywords=solaranlagen+set


In der Regel bestehen die einzelnen Sets aus einem Solarmodul mit 100 Wp Leistung und 12 V Spannung, einem Laderegler, ausreichend Solarkabel sowie notwendigen Steckern und einem Batterieverbindungskabel. Ein solches Set eignet sich, um kleinere Off-Grid-Lösungen zu verwirklichen, die eine Batterie mit Solarstrom aufladen oder aber kleinere Verbraucher mit Strom versorgen können und kann in der Regel mit mehreren Sets in Reihe geschaltet werden, um die Leistung zu erhöhen.


Fazit

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass die Montage einer Solaranlage für ein Ein- oder Mehrfamilienhaus zwar durch den Hausbesitzer selbst durchgeführt werden kann, dies jedoch mit erheblichen und weitreichenden Risiken, sowie Ertragseinbußen verbunden ist, die in keiner Relation zu den zuvor eingesparten Kosten durch die Installation stehen. Von einer Eigenmontage in einem solchen Ausmaß ist demnach dringend abzusehen.

Wer bei der Installation seiner Solaranlage auf der sicheren Seite sein möchte, der sollte nicht vor der Installation durch einen darauf spezialisierten Fachbetrieb zurückschrecken und die Mehrkosten für die Installation in Kauf nehmen. Sollte jedoch der unbedingte Wunsch danach bestehen, sich seine eigene Solaranlage zusammenzubasteln, dann kann auf Solaranlagen-Sets mit bis zu 48 Volt Spannung zurückgegriffen werden. Damit lassen sich kleinere OffGrid-Lösungen verwirklichen, mithilfe derer Batteriespeicher aufgeladen oder kleinere Verbraucher mit Strom versorgt werden können.

Abschließend haben wir die Vor- und Nachteile noch einmal für Sie zusammengetragen:


Vorteile Nachteile
generell rechtlich möglich Netzanschluss nur durch Elektroinstallateur möglich
Einsparung von Montagekosten - Hoher Schwierigkeitsgrad bei der Installation
+ bis 48 V keine technische Ausbildung notwendig - Niedriger Ertrag durch Eigenmontage
 - Möglicher Verfall der Garantie
 - Verfall des Versicherungsschutzes
 - Gefahr für Ihr Haus und Leben

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Tags: PV-Anlage
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