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Energieversorger klimaschädlicher als gedacht

13.02.2018 zolar Lesezeit 3 Minuten

Diese Nachricht überraschte vor zwei Wochen wohl viele Menschen, die Ökostrom von ihrem öffentlichen Energieversorger beziehen. Schließlich bieten viele der bekannten Anbieter mittlerweile grünen Strom an, der im Preisvergleich nicht selten sogar günstiger ist als herkömmlicher Kohlestrom. Zusätzlich tut man natürlich auch noch etwas Gutes für die Umwelt.

So zumindest in der Theorie. Denn wie der Spiegel berichtete sind die meisten Energieversorger im Vergleich deutlich schmutziger als gedacht. So manch einer wittert hier womöglich schon den nächsten Skandal und sucht die Schuld bei den Stromversorgern selbst. Tatsächlich aber liegt die Ursache hier vielmehr beim deutschen Gesetzgeber.

Solaranlage


Gesetzlich vorgeschriebene Täuschung

Wie aber kommt es dazu, dass die Energieversorger einen höheren Ökostrom-Anteil angeben als sie eigentlich liefern können? Hintergrund hierfür ist die sogenannte gesetzliche Stromkennzeichnung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, nach der jeder Stromanbieter angeben muss, woher die Elektrizität für die Kunden stammt und wie viel Gramm CO2 bei deren Produktion verursacht wurden.

Allerdings muss der Stromanbieter dabei nachträglich Ökostrom hinzurechnen, den er gar nicht gekauft oder geliefert hat, was bis zu 45% des Strommixes ausmacht und den Anteil des Kohle- und Atomstroms auf dem Papier drastisch sinken lässt. Dem Kunden soll dabei vor Augen geführt werden, dass er die Energiewende über seine Stromrechnung mitfinanziert.

Photovoltaikanlage


Wettbewerbsverzerrung als Ergebnis

Die meisten Verbraucher zahlen dafür sogar eine Abgabe, die den Bau von Solaranlagen, Windrädern oder aber Biogasanlagen fördern soll. Steigt die Anzahl derjenigen, die diese Abgabe zahlen, steigt auch der Anteil an Ökostromprozenten, die der Energieversorger in seinen Strommix hinzurechnen muss. Man kann daher durchaus sagen, dass die Verbraucher hier auf legale Weise in die Irre geführt werden und zugleich der Wettbewerb stark verzerrt wird.

Tatsächlich war diese Regelung zu Beginn der Energiewende durchaus sinnvoll. Inzwischen jedoch konnte der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Deutschland stark steigen, was dazu führte, dass immer mehr Ökostromprozente auf den Strommix draufgeschlagen werden müssen. Selbst Stromversorger, deren Strom größtenteils aus Kohlekraftwerken stammt, wirken so vergleichsweise klimafreundlich.

PV-Anlage


Kritik der klimafreundlichen Versorger

Auch deshalb gehen saubere Energieversorger wie LichtBlick, die tatsächlich auf 100% Ökostrom setzen, auf die Barrikaden und fordern eine Gesetzesänderung, die diesem Missstand ein Ende bereitet. Und tatsächlich: Die Bundesregierung erwägt derzeit eine Überarbeitung des veralteten Gesetzes. So könnte zukünftig der wahre Ökostrom-Anteil im Strommix der Energieversorger ausgewiesen werden. Der Täuschung der Verbraucher könnte somit ein Ende gemacht werden.


Bis dahin kannst du selbst herausfinden, welchen Ökostrom-Anteil dein Energieversorger bietet, indem du die folgenden vier Schritte befolgst:


1. Bestimme den ausgewiesenen Ökostrom-Anteil deines Stromversorgers, den du meist unter "Sonstige Erneuerbare Energien" auf deiner Stromrechnung finden.


2. Ziehe den EEG-Ökostromanteil "Erneuerbare Energien, gefördert nach der EEG-Umlage" von der Zahl 100 ab.


3. Teile 1. durch 2.!


4. Multipliziere das Ergebnis mit 100 und du hast den wahren Ökostrom-Anteil!

Solarmodule


Sauberen Ökostrom mit der eigenen Solaranlage

Wer jedoch ganz sichergehen möchte, dass er wirklich kostengünstigen und zugleich sauberen Ökostrom verbraucht, der ist mit einer eigenen Solaranlage bestmöglich beraten. Mit Hilfe der Solarmodule erzeugst du also deinen eigenen Solarstrom und kannst diesen entweder direkt verbrauchen oder aber in einem Stromspeicher zwischenspeichern, um ihn zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen.

Auf diese Weise machst du dich deutlich unabhängiger von den öffentlichen Energieversorgern und profitierst zeitgleich von der günstigsten Möglichkeit des Stromverbrauches. Denn Solarstrom ist mittlerweile deutlich günstiger als herkömmlicher Kohle- oder Atomstrom. Somit wirst du nicht nur unabhängig, sondern sparst auch noch bares Geld.

PV-Module


Fazit

Die meisten großen Energieversorger machen falsche Angaben, wenn es um den tatsächlichen Anteil an Ökostrom geht, den der Verbraucher von ihnen bezieht. Allerdings sind hierfür nicht die Konzerne selbst, sondern vielmehr der deutsche Gesetzgeber verantwortlich, der die notwendigen Passagen allerdings zeitnah bearbeiten möchte.

Bis dies geschehen ist, bleibt dir nur, den tatsächlichen Ökostromanteil in Eigenregie auszurechnen oder aber auf eine eigene Solaranlage zu setzen, mit der du sauberen und kostengünstigen Ökostrom nicht nur erzeugst, sondern auch direkt verbrauchen oder aber speichern kannst. Lasse dir daher noch heute dein individuelles Angebot erstellen!

Gemeinsam eine nachhaltige Energiewelt schaffen.